Bauern setzen machtvolles Zeichen für Almen ohne Wolf

Rund 3.000 Bäuerinnen und Bauern aus allen Landesteilen sowie aus benachbarten Ländern wie Südtirol, und dem Trentino, Salzburg und Bayern sowie zahlreiche Nichtbauern kamen heute, Samstag, zu einer machtvollen Kundgebung des Tiroler Bauernbundes und einem Mahnmarsch zur Rettung der Almwirtschaft durch die Innenstadt von Innsbruck. LHStv. Josef Geisler, als Bauernbundobmann Initiator der Kundgebung: „Mit dieser gewaltigen Beteiligung haben wir ein unübersehbares und unüberhörbares Zeichen gesetzt, dass der Wolf unsere traditionelle Alm- und Weidewirtschaft und darüber hinaus den ganzen ländlichen Raum bedroht!“

01.07.2021

Bauernbunddirektor Bundesratspräsident Peter Raggl verwies zu Beginn der Kundgebung am Landhausplatz darauf: „Die Bäuerinnen und Bauern gehen nicht oft auf die Straße, aber heute ist es notwendig!" Zuletzt war das in Innsbruck im Jahr 1986 der Fall – damals ging es allerdings um den Milchpreis. „Mit dieser Kundgebung wollen wir der städtischen und nichtbäuerlichen Bevölkerung klarmachen, dass das Thema Wolf nicht nur die Bauern, sondern die gesamte Bevölkerung angeht", so Raggl.

„Wir wollen die Almen und die gepflegte Kulturlandschaft nicht aufgrund der Gefährdung durch den Wol aufgeben, sondern für die Zukunft erhalten", unterstrich Bauernbundobmann Josef Geisler. Tirol werde nun als erstes Bundesland schärfere Maßnahmen setzen und in einem ersten Schritt in der nächsten Landtagssitzung das Tiroler Almwirtschaftsgesetz und das Jagdgesetz ändern. Damit soll eine leichtere und raschere Entnahme von Problemwölfen möglich werden. „Das ist kein Kulturkampf Stadt gegen Land, vielmehr ist die Almwirtschaft für das ganze Land wichtig und im öffentlichen Interesse", so Geisler.

„Wir Bäuerinnen und Bauern hätten heute was anderes zu tun als in Innsbruck zu demonstrieren", erklärte Landesbäuerin Helga Brunschmid. „Es steht viel auf dem Spiel – dass nämlich die bäuerlichen Familien die Freude an der Arbeit verlieren und ihre Höfe aufgeben. Das würde Tirol massiv verändern."

Klare Unterstützung kam auch von Österreichs Almwirtschaftsobmann, dem früheren Vorarlberger Landesrat Erich Schwärzler: „Es braucht jetzt ein starkes Miteinander, denn heute ist der Wolf eine Frage der Almwirtschaft, morgen aber auch eine Frage all jener, die auf den Almen Ruhe und Erholung suchen!"

Daniel Gasser, Obmann-Stellvertreter des Südtiroler Bauernbundes, beschwor die Solidariät aller Tiroler Bauern: „Wir müssen alpenübergreifende Lösungen suchen und ein Zeichen, auch gegenüber der Stadtbevölkerung, setzen."

„Beim Thema Wolf muss die Bevölkerung aus Stadt und Land zusammenarbeiten", gab sich auch Ralf Huber, Präsident des Oberbayerischen Bauernverbandes, überzeugt, und die stellvetretende bayerische Landsbäuerin Christine Singer ergänzte: „Die Wolfsrisse werden auch bei uns immer mehr – da müssen wir über die Grenzen zusammenhalten und nicht lugg lassen!"

Mit kämpferischen Wort vertrat Michael Bacher, Obmann des Tiroler Schafzuchtverbandes, seine Bäuerinnen und Bauern: „Die derzeitige Situation ist unzumutbar. Wie soll eine artgerechte Haltung möglich sein, wenn alles eingezäunt ist? Eine Koexistenz von Nutztieren und Wolf ist nicht möglich, vielmehr geht die Entwicklung zu einer sanften Enteignung von Grund und Boden." Herdenschutz sei nicht nur vielfach nicht machbar und finanzierbar, sondern habe sich als untauglich erwiesen. Die angekündigten Maßnahmen, die der Landtag beschließen soll, sind aus der Sicht Bachers zuwenig: „Wir brauchen noch bessere Lösungen, das sind wir auch unserer Jugend schuldig!"

Dass Herdenschutzprojekte nicht funktionieren, musste auch Elmar Monz, Bezirksobmann des extremen Bergbauernbezirkes Landeck, bestätigen: „Wenn hier nicht rasch etwas geschieht, wird Tirol als Tourismusland Nummer ein Ende haben!" Es brauche auf Landesebene die Möglichkeit, den Wolf schnell und unbürokratisch zu entnehmen, „sonst sperren viele unserer Klein- und Kleinstbetriebe zu!"

Für Landwirtschaftskammerpräsident NR Josef Hechenberger ist das Thema Wolf beängstigend geworden: „Ich habe heuer mein eigenes Vieh nur mit einem schlechten Gefühl auf die Alm gebracht." Wie aktuelle Beispiele zeigten, mache der Wolf auch vor Rindern nicht Halt. Er wünsche sich noch mehr Unterstützung vonseiten des Tourismus und der Jägerschaft und betonte abschließend: „Der Wolf ist bei uns vor gut hundert Jahren ausgerottet worden – und er hat in Tirol auch heute keinen Platz!"

Anschließend formierte sich der Zug als Mahnmarsch durch die Innsbrucker Innenstadt – mit unzähligen Transparenten und begleitet vom lautstarken Läuten hunderter Kuhglocken – diszipliniert und ohne Zwischenfälle.

Trauriges Detail am Rande der Veranstaltung: nach der Demonstartion findet noch heute (Samstag Nachmittag) ein Almabtrieb der Westendorfer und Hopfgartner Schafbauern mit rund 160 Schafen von der Oberkaralm statt, weil es dort am vergangenen Wochenende wieder gerissene Schafe gab.


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