25.06.2026

Die Almhütte hat heute Stromnetzanschluss und Handyempfang. (Fotos: BauernZeitung)
Tief hinten im Hörndlinger Graben oberhalb von Fieberbrunn öffnet sich zwischen Waldstücken und Almwiesen eine Landschaft, die wirkt, als wäre sie von der Zeit unberührt geblieben. Die Schwarzach-Alm liegt auf 1.475 Metern Seehöhe eingebettet in diese stille Almlandschaft. Dort verbringen die Kühe der Familie Dödlinger die warmen Monate.
Für Daniel, Sandra und ihre Tochter Rosa ist die Schwarzach-Alm im Sommer der Hauptwohnsitz. Vier Monate planen sie in diesem Jahr wieder auf der Alm zu bleiben, von Ende Mai bis Ende September. Für Rosa ist es bereits der zweite Almsommer.
85 Stück eigenes Fleckvieh, davon 35 Milchkühe, 80 Ziegen sowie 65 weitere Jungrinder hat die junge Familie zu betreuen.

Sandra, Rosa und Daniel verbringen im Sommer vier Monate auf der Schwarzach-Alm.
Neuland ist so ein Almsommer weder für Daniel noch für Sandra. „Meine Eltern waren mit mir als Kind im Sommer schon auf der Alm. Ich kenne das von klein auf“, blickt Sandra zurück. Auch Daniel ist mit dem Almleben aufgewachsen. Bereits mit fünf Jahren verbrachte er Zeit bei seinem Opa auf der Alm, ab seinem achten Lebensjahr wurden die Sommerferien dort zur Selbstverständlichkeit. Heuer verbringt er bereits den 16. Sommer auf der Alm.
Kennengelernt haben sich Sandra und Daniel ursprünglich an der LLA Weitau. Nach der Schulzeit verloren sie sich aus den Augen und begegneten sich Jahre später ausgerechnet dort wieder, wo sie heute ihren gemeinsamen Sommer verbringen: auf der Schwarzach-Alm. Sandra studierte Agrarwissenschaften und arbeitete in den Sommermonaten bei der AMA. Im Zuge einer AMA-Kontrolle war Sandra beruflich auf der Alm unterwegs. Heute bewirtschaften die beiden die Alm gemeinsam und teilen sich nicht nur Arbeit und Verantwortung, sondern auch das Leben am Berg. Trotz der Verantwortung, die Daniel und Sandra mittlerweile tragen, bleibt die Landwirtschaft ein Familienprojekt. Daniels Eltern Gabi und Hans unterstützen nach wie vor tatkräftig am Niederlehenhof in Fieberbrunn. Gerade in den Sommermonaten zählt jede helfende Hand. Arbeitsintensiv ist vor allem die Zeit von Mai bis Juli und in dieser Phase kommt es auf das Zusammenspiel der ganzen Familie an.

Die Kühe genießen die Sommerfrische auch bei Regen.
Auf der Schwarzach-Alm zeigt sich, wie viel Arbeit und Investitionen hinter einem modernen Almbetrieb stehen. Heute gibt es Stromnetzanschluss und Handyempfang, über Jahre wurde in Wegbau, Gebäude und Infrastruktur investiert, um die Bewirtschaftung abzusichern. Daniel hat diese Entwicklung von klein auf miterlebt. Er konnte beobachten, wie der Betrieb Schritt für Schritt gewachsen ist und sich weiterentwickelt hat. Mittlerweile kann auf der Schwarzach-Alm rund doppelt so viel Vieh aufgetrieben werden wie noch zum Zeitpunkt des Almerwerbs. „Wenn man sieht, was über die Jahre entstanden ist, motiviert das natürlich. Da steckt unglaublich viel Arbeit drin und es macht stolz, dass man darauf aufbauen kann“, sagt Daniel.
Die großen Weichen seien dabei schon von seinen Eltern gestellt worden. Für Familie Dödlinger geht es heute weniger darum, alles neu zu erfinden, sondern das Geschaffene weiterzuführen, zu erhalten und die Alm fit für die nächste Generation zu halten.

Blick in den Hörndlinger Graben.

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