08.10.2026

(Fotos: Christian Schwier – stock.adobe.com, Tiroler Bauernbund)
Nach sechs Jahren wählen die Bauern ihre Vertreter auf Ortsebene neu. Nachdem die Bäuerinnenorganisation und Jungbauernschaft/Landjugend ihre Ortswahlen bereits abgeschlossen haben, werden bei den Bauernbund-Urwahlen vom 9. bis 11. Oktober auch bei den Bauern die Weichen für die Zukunft gestellt.
Rund 16.000 Bauernbundmitglieder wählen am Wochenende ihre Vertreter auf Ortsebene. In 315 Ortsgruppen werden die Ortsbauernräte gewählt, die in den nächsten sechs Jahren Gesicht und Stimme der bäuerlichen Anliegen in den Gemeinden sind. Die Bedeutung der Bauernbund-Urwahlen reichen über die Organisationsstruktur des Bauernbundes hinaus. Sie stellen die personellen Weichen für die nachfolgenden Gebiets- und Bezirkswahlen sowie den Landesbauernrat, ebenso für die Landwirtschaftskammerwahl im März 2027 und die Gemeinderatswahl 2028. Im Ort wird die Vorauswahl getroffen, wer die Interessen der Bauernfamilien und des ländlichen Raums auf übergeordneter Ebene vertritt.
Die Neuwahlen bringen stets die notwendige Auffrischung und Erneuerung in den bäuerlichen Gremien. Zu den bewährten und erfahrenen Vertretern kommen immer wieder neue, jüngere und unverbrauchte Kräfte hinzu. Die Urwahlen des Tiroler Bauernbundes gehören zu den demokratischsten Wahlen überhaupt. Hier kandidieren nicht verschiedene Listen oder Personen gegenei-nander. Hier wird gewählt, wer den Mitgliedern als am besten geeignet erscheint. Die in echter und basisdemokratischer Weise durchgeführten Urwahlen garantieren, dass wirklich die tüchtigsten Leute in den Ortsbauernrat gewählt werden. Im Ortsbauernrat sind jene Bauern vertreten, die am meisten Rückhalt und Vertrauen in der örtlichen Bauernschaft genießen, keine Schaumschläger.
Je nach Größe der Bauernbund-Ortsgruppe sind in Ortsgruppen bis 50 Mitglieder vier Ortsbauernräte, in Ortsgruppen von 51 bis 100 Mitgliedern sechs Ortsbauernräte und in größeren Ortsgruppen acht Ortsbauernräte zu wählen. Das geschieht in der Form, dass jedes Bauernbundmitglied die seiner Meinung nach bestgeeigneten und vertrauenswürdigsten Personen auf den Stimmzettel schreibt. Die Stimmzettel sind auszufüllen, in das Wahlkuvert zu geben und im Beisein der Wahlkommission in die Wahlurne zu werfen. Ob sich die Wahlurne an einem festgelegten Ort befindet oder die fliegende Kommission die Stimmzettel bei den Mitgliedern einsammelt, obliegt der Ortsgruppe und wird den Mitgliedern bei Ausgabe der Stimmzettel mitgeteilt.
Die Kandidaten mit den meisten Nennungen bilden, sofern sie die Funktion annehmen und damit das Vertrauen der Wähler wertschätzen und respektieren, den Ortsbauernrat. Aus ihrer Mitte wählen sie bis Mittwoch, 14. Oktober, den Ortsbauernobmann und seinen Stellvertreter. Nach der Wahl werden – sofern sie dem Bauernbund angehören – die Ortsbäuerin, die zwei Vertreter der Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend, der Vertreter des Forum Land, ein Seniorenvertreter und der Ortsvertrauensmann des Tiroler Land- und Forstarbeiterbundes kooptiert und vervollständigen den Ortsbauernrat.
Mit engagierten Funktionären, die das in sie gesetzte Vertrauen annehmen, und mit der nötigen Geschlossenheit unter den Mitgliedern wird der Bauernbund gefestigt und gestärkt aus den Urwahlen hervorgehen und weiterhin mit voller Kraft für die Interessen der bäuerlichen Familien und des ländlichen Raumes eintreten können. In diesem Sinne werden alle Mitglieder des Tiroler Bauernbundes zur Teilnahme an der Urwahl aufgerufen.
Der Tiroler Bauernbund wird wegen seiner Mitgliederstärke, seiner guten Organisation, seiner Geschlossenheit und seines Durchsetzungsvermögens allseits anerkannt und respektiert, von Gegnern und Neidern auch angefeindet. Das Um und Auf dieser erfolgreichen Interessenvertretung sind funktionierende Ortsgruppen, der ständige Kontakt zur Basis und vor allem motivierte Funktionäre. Die Ortsbauernobmänner und Ortsbauernräte sind daher die wichtigsten Schlüsselpositionen innerhalb des Bauernbundes. Mit ihnen steht und fällt der Erfolg.
Viele Bauern wenden heute ihre ganze Kraft für die Optimierung des eigenen Betriebes auf. Andere stoßen mit der Doppelbelastung von Nebenerwerbslandwirtschaft und Zweitberuf an ihre Grenzen. Die verfügbare Zeit wird immer weniger. Es wird daher nicht einfacher, Menschen zu finden, die unbezahlt und oft auch unbedankt zur Übernahme von Verantwortung für die Gemeinschaft bereit sind. Klar ist aber: Bäuerliche Anliegen müssen in erster Linie von den Bauern selbst vertreten werden. Vor allem auf Orts- und Gemeindeebene fallen viele Entscheidungen, die starke Auswirkungen auf die gesamte Landwirtschaft bzw. auf einzelne Bauern haben. Darin liegt auch die besondere Bedeutung des Ortsbauernrates.
Jedes Mitglied bekommt eine Mitgliederliste seiner Ortsgruppe. Daraus sind vier (bei Ortsgruppen bis 50 Mitglieder), sechs (bei Ortsgruppen von 51 bis 100 Mitgliedern) oder acht (bei Ortsgruppen über 100 Mitgliedern) Namen auf den Stimmzettel zu schreiben. Jede Person kann nur einmal gewählt werden. Wichtig: bei Namensgleichheit von mehreren Mitgliedern bitte Vulgo-Name und/oder Geburtsjahr eintragen. Den ausgefüllten Stimmzettel in das Wahlkuvert geben und dieses verschließen. Dann in die Wahlurne einwerfen.
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