01.10.2026
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ÖR Elmar Monz ist Obmann des Tiroler Almwirtschaftsvereins. (© Manzl)
Wie fällt Ihre Bilanz der Almsaison 2026 aus?
Die Almsaison ist regional sehr unterschiedlich verlaufen. Im Oberland sind wir insgesamt noch gut durch die Saison gekommen. Dort war bis zum Almabtrieb noch ausreichend Futter vorhanden, bei der Wasserversorgung wurde es aber teilweise sowohl für das Vieh als auch auf den Hütten knapp. Besonders angespannt war die Situation in Osttirol, gefolgt vom Tiroler Unterland. Dort mussten Almabtriebe wegen Trockenheit teilweise weit vorverlegt und auf einzelnen Almen zusätzlich Wasser hi-naufgebracht werden. Insgesamt ist die Tiroler Almwirtschaft heuer aber mit einem blauen Auge davongekommen. Die Auftriebszahlen sind ziemlich stabil geblieben.
Welche Konsequenzen ziehen Sie aus den Wasserproblemen dieses Sommers für die kommenden Jahre?
Die Wasserversorgung wird ein großes Zukunftsthema sein – sowohl für die Viehtränken als auch für das Trinkwasser auf den Hütten. Heuer musste auf verschiedenen Almen zusätzlich Wasser hinaufgebracht werden. Das ist für die Verantwortlichen eine zusätzliche Belastung, ein großer zeitlicher Aufwand und auf Dauer nicht zumutbar. Durch die Klimaerwärmung fahren wir früher auf, gleichzeitig bleiben manche Quellen aufgrund der Trockenheit ganz aus. Deshalb müssen wir vorsorgen und etwa Wasserspeicher auf den Almen schaffen. Wir wollen einen Wasserplan erarbeiten und müssen uns gemeinsam mit dem Land Tirol anschauen, wie die finanzielle Unterstützung für die Almen gestaltet werden kann. Wir müssen hier früh genug vorausdenken und die Almen unterstützen – denn ohne Wasser ist keine Almwirtschaft möglich.
Wie stark haben Wolf und Bär die Almbewirtschafter heuer beschäftigt?
Das war regional sehr unterschiedlich. Es gab Gebiete, in denen Großraubtiere überhaupt kein Thema waren, andere waren dagegen massiv betroffen. In meiner Heimatgemeinde Nauders zum Beispiel waren Wolf und Bär den ganzen Sommer über präsent.
Abseits der Wasserversorgung: Welche Rahmenbedingungen braucht die Almwirtschaft künftig?
Die Almwirtschaft bedeutet gegenüber dem Heimbetrieb einen großen Mehraufwand. Deshalb braucht es auch weiterhin finanzielle Hilfestellungen wie die Investitionsförderung des Landes Tirol. Daran darf nicht gerüttelt werden. Wichtig sind außerdem eine gute Erschließung und eine zeitgemäße Energieversorgung, etwa mit Photovoltaikanlagen oder kleinen Wasserkraftwerken. Auch dem Almpersonal müssen wir heute einen gewissen Standard, eine entsprechende Ausstattung und Sicherheit bieten können. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, sind unsere Almen auch für die kommenden Jahre gut aufgestellt.

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