17.09.2026
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Mitte August wurde bekanntgegeben, dass die Berglandmilch die Obersteirische Molkerei übernehmen will. Nach zahlreichen Informationsveranstaltungen folgten Anfang dieser Woche die Generalversammlungen bei der Obersteirischen Molkerei und der Tirol Milch, denn auch deren Zustimmung war für eine mögliche Fusion notwendig. Sowohl in der Steiermark als auch in Tirol fiel das Ergebnis positiv aus.
Die BauernZeitung hat sich bei Hannes Reinalter, Obmann der Tirol Milch, zur anstehenden Fusion sowie zur aktuellen Situation am Milchmarkt erkundigt.
Wie entwickelt sich der Milchmarkt derzeit, und wie beurteilen Sie die aktuelle Situation beim Milchpreis in Tirol?
REINALTER: Nach guten Milchpreisen im Jahr 2025 stieg europaweit die Milchanlieferung in nahezu allen Mitgliederländern. Im ersten Halbjahr 2026 lag die Mehranlieferung bei über 3,5 Prozent. Gleichzeitig sank der Kieler Rohstoffwert im Jänner auf 30,3 Cent. Ertragsbedingt sank mittlerweile die Anlieferung, trotzdem sind die Mengen noch über Vorjahresniveau. Der Milchmarkt hat sich stabilisiert, die Milchpreise erholen sich etwas – die Tendenz zeigt wieder nach oben. Der Kieler Rohstoffwert hat sich im August auf 38 Cent erhöht.
Auch in Tirol war die Mehranlieferung an die Tirolmilch im ersten Halbjahr bei über sechs Prozent. In den letzten Wochen hat sich auch bei uns die Anlieferung reduziert – in der letzten Woche war die Anlieferung noch 1,09 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Die Aussichten hinsichtlich der Milchpreisentwicklung zeigen einen stabileren Markt bei einer noch über Vorjahr befindlichen Milchanlieferung – dies lässt auf eine positive Tendenz beim Milchpreis hoffen.
Welche Auswirkungen hat der trockene Sommer auf die Milchproduktion und die Milchbranche in Tirol?
In Tirol kam es durch die Trockenheit zu teils starken Ertragseinbußen, was die Grundfuttersituation für die Winterfutterperiode negativ beeinflussen wird. Aktuell wirkt sich dies auf die Milchmenge noch kaum aus. Wie sich die Situation über die Wintermonate gestaltet, ist noch schwer abschätzbar.
Ein zentraler Tagesordnungspunkt der Generalversammlung war die geplante Fusion der Berglandmilch mit der Obersteirischen Molkerei. Welche Gründe sprechen für diesen Zusammenschluss?
Die geplante Fusion der Berglandmilch mit der Obersteirischen Molkerei bringt für die Berglandmilch einen Lückenschluss im Sammelgebiet der Steiermark. Dies ergibt in der Sammlung und Verarbeitung Synergien, was sich auf Kosten und somit auch auf den Milchpreis positiv auswirken sollte.
Wie beurteilen Sie die geplante Fusion, und welche konkreten Auswirkungen wird sie aus Ihrer Sicht auf die Tiroler Milchproduzenten haben?
Grundsätzlich sehe ich die Fusion positiv, da damit Vorteile in der Milchsammlung und Verarbeitung erzielt werden können. Für Tiroler Betriebe ergeben sich aus dieser Fusion keinerlei Nachteile – hier sehe ich den Hauptvorteil in einer starken bäuerlichen Genossenschaft, die zu 100 Prozent in Bauernhand ist.
(© Manzl Christina)

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