27.08.2026
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Im Oktober wird in den 316 Ortsgruppen gewählt. Das Urwahlsystem hat die Besonderheit, dass keine Bewerber kandidieren, sondern unter allen Mitgliedern diejenigen gewählt werden, die das meiste Vertrauen und den meisten Rückhalt im Ort genießen. Die Wahl ist in den Ortsbauernrat durchaus eine Anerkennung und Wertschätzung. Daher sollte die Annahme der Wahl nicht nur eine Verpflichtung und ein Auftrag, sondern selbstverständlich und eine Ehre sein.
Bekanntlich ist Interessenvertretung, vor allem agrarische, meistens kein Vergnügen und bäuerliche Funktionäre brauchen oft eine dicke Haut. Aber wenn die bäuerliche Welt nicht selbst für ihre Anliegen und Interessen eintritt, wird diese Aufgabe niemand übernehmen. Ernsthafte Interessenvertretung braucht persönliche Betroffenheit, Fachkenntnisse und Seriosität.
Zu den Vorteilen der Demokratie gehört, dass jeder grundsätzlich seine Meinung haben und diese auch kundtun darf. Zu den Nachteilen, dass es viele andere Menschen mit unterschiedlichen, oft genau gegensätzlichen Anschauungen gibt. Und Jeder und Jede, auch wenn sie noch so dumm und absurd scheinende Ansichten vertreten, hat das gleiche Stimmrecht.
Für eine gute Interessenvertretung reicht es daher nicht, die eigene Meinung möglichst laut zu sagen oder möglichst oft in sozialen Medienblasen herumzuschicken. Es reicht nicht, alles Bestehende zu kritisieren, vor allem dann nicht, wenn man selbst auf der agrarpolitischen Habenseite nichts vorzuweisen hat.
Gute bäuerliche Interessenvertretung heißt, dass Praktiker ihre Anliegen in die Politik bringen. Dass es bäuerliche Funktionäre gibt, die bäuerliche Anliegen bündeln, diese in der Demokratie mehrheitsfähig machen und letztendlich umsetzen. Alle agrarpolitischen Maßnahmen, auch diejenigen, die vor lauter Selbstverständlichkeit nicht mehr gesehen werden, sind so entstanden. Keine einzige agrarpolitische Maßnahme ist durch selbsternannte „Bauernrebellen“, durch Sprachnachrichten im Durchfalltakt oder durch einen Empörungswettbewerb entstanden.
Bis zum heutigen Tag braucht landwirtschaftliche Interessenvertretung, wenn sie etwas bewegen will, Durchhaltevermögen, Ernsthaftigkeit, einen gewissen Realismus, auch Kompromissbereitschaft und ganz besonders den Rückhalt der Bauern.
Der bäuerliche Anteil an der Gesamtbevölkerung ist relativ gering, umso wichtiger sind Geschlossenheit, gute Organisation und klare gemeinsame Positionen. Wir alle sind Bauernbund und jeder von uns darf und soll sich nach seinen Möglichkeiten einbringen, beginnend mit den Urwahlen vom 9. bis 11. Oktober.
(Foto: TBB)

Das Bauernbund-Agrarwetter ist ab 13. April 2026 rund um die Uhr unter Tel. 0512/56 15 93 – auf 16 parallel geschalteten Leitungen – erreichbar. Die tägliche Aktualisierung erfolgt um 8 Uhr.
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