Kritik an Streichung der Ernährungsbildung

Bauernbundobmann-Stellvertreterin Andrea Lechleitner kritisiert die geplante Abschaffung eines eigenständigen Unterrichtsfaches zu Ernährung an den BAfEP scharf.

06.08.2026

Ernährungsbildung beginnt bei den Kleinsten und entfaltet große Wirkung. (Foto: Privat)


Die geplante Streichung des eigenständigen Unterrichtsfaches „Gesundheit und Ernährung“ an den Bildungsanstalten für Elementarpädagogik stößt in Tirol auf scharfe Kritik. Für Bauernbundobmann-Stellvertreterin Andrea Lechleitner aus Wenns ist die Entscheidung des Bildungsministeriums ein völlig falsches Signal – gerade in einer Zeit, in der ernährungsbedingte Krankheiten zunehmen und gleichzeitig immer mehr Kinder den Bezug zu Lebensmitteln und ihrer Herkunft verlieren.

„Wir diskutieren über steigende Gesundheitskosten, Übergewicht bei Kindern und fehlende Alltagskompetenzen. Gleichzeitig wird eines der wenigen Fächer gestrichen, das genau diesen Problemen vorbeugt. Das ist bildungs- und gesellschaftspolitisch ein fatales Signal“, stellt Lechleitner klar.

Prävention beginnt im Kindergarten

Gerade Elementarpädagoginnen und Elementarpädagogen begleiten Kinder in einer Lebensphase, in der Essgewohnheiten und Einstellungen zu Lebensmitteln dauerhaft geprägt werden. „Wer selbst kein fundiertes Wissen über Ernährung, regionale Lebensmittel und deren Herkunft vermittelt bekommt, kann dieses Wissen später auch kaum an Kinder weitergeben. Prävention beginnt nicht erst im Krankenhaus oder in der Arztpraxis, sie beginnt bereits im Kindergarten.“

Immer mehr Wissen geht verloren

Mit Sorge beobachtet Lechleitner die zunehmende Entfremdung vieler Menschen von der Landwirtschaft. „Viele Kinder wissen heute nicht mehr, wann Kartoffel Saison haben, wie Milch entsteht oder dass ein Ei nicht aus dem Supermarkt kommt. Gleichzeitig greifen immer mehr Familien zu hochverarbeiteten Fertigprodukten. Grundlegendes Wissen über Lebensmittel geht verloren. Diese Entwicklung muss uns alarmieren.“

Ernährungsbildung vermittle weit mehr als die Ernährungspyramide. Sie schaffe Verständnis für Regionalität, Nachhaltigkeit, Lebensmittelverschwendung und die Arbeit jener Menschen, die täglich hochwertige Lebensmittel produzieren.

 

 

 

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