Vom Fischbecken aufs Gemüsefeld

Wie sich Fischzucht, Gemüsebau und erneuerbare Energie sinnvoll verbinden lassen, zeigte die Betriebsbesichtigung der Fischzucht Moser in Aschau.

06.08.2026

Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung von Forum Land Schwaz und der JB/LJ Bezirk Schwaz zur Besichtigung der Fischzucht Moser in Aschau im Zillertal. (Fotos: Angerer, Fischzucht Moser)


Wasser fließt durch Fischbecken, bewässert anschließend Gemüse und Obst und kehrt schließlich wieder in den natürlichen Kreislauf zurück. Dieser geschlossene Kreislauf zieht sich wie ein roter Faden durch die Fischzucht Moser in Aschau. Bei der Betriebsbesichtigung von Forum Land und der TJB/LJ Bezirk Schwaz wurde deutlich, wie aus einem ehemaligen Milchviehbetrieb einer der nachhaltigsten Fischzuchtbetriebe Europas entstanden ist.

Das Herzstück des Familienbetriebes ist der intelligente Umgang mit Ressourcen. Gespeist wird die Anlage von einer Bergdruckwasserquelle. Nachdem das Wasser die Becken mit Forellen und Saiblingen durchlaufen hat, wird es gereinigt. Ein Teil fließt zurück in die Fischzucht, der andere bewässert Obst- und Gemüsekulturen. Die dabei anfallende Schlacke beziehungsweise der Fischschlamm wird zu Dünger verarbeitet – nahezu nichts geht verloren. Das gereinigte Wasser kann anschließend wieder natürlich versickern.

Im Laufe eines Jahres produziert der Familienbetrieb rund 170 Tonnen Speisefisch.


Auch bei der Energie setzt der Betrieb auf Nachhaltigkeit. Eine 180-kW-Photovoltaikanlage sowie ein bis zwei Kleinwindkraftanlagen erzeugen einen Großteil des benötigten Stroms. Zusätzlich wird die Abwärme der Maschinen genutzt, um Teile der Anlage zu beheizen. Versiegelte Flächen wurden bewusst vermieden, damit Regen- und Überschusswasser natürlich in den Boden einsickern können. Seit der Umstellung des ehemaligen Milchviehbetriebes im Jahr 2015 werden in der modernen Kreislaufanlage Forellen und Saiblinge vom Ei bis zum Speisefisch aufgezogen. Doch die Fischzucht ist längst nicht das einzige Standbein. In Folientunneln und auf Freiflächen wachsen saisonales Obst und Gemüse. Naturnah angelegte Teiche, Biotope und ein Bienenstock schaffen wertvollen Lebensraum für Insekten und zahlreiche Kleintiere.

In einem der Folientunnel wachsen Zwiebeln in Töpfen.


Die Betriebsbesichtigung machte eindrucksvoll deutlich, dass nachhaltige Landwirtschaft weit mehr bedeutet als ressourcenschonende Produktion. Die Fischzucht Moser zeigt, wie Wasser, Energie und Nährstoffe in einem geschlossenen Kreislauf mehrfach genutzt werden können – und wie daraus hochwertige regionale Lebensmittel entstehen. Der Betrieb beweist damit, dass Innovation und Umweltschutz kein Widerspruch, sondern eine große Chance für die Landwirtschaft sind.

In den Teichen findet man unter anderem Raritäten aus der Fischzuchtanlage.

 

 

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