09.07.2026

Im Zuge des Juli-Landtags wurde Jakob Wolf zum neuen Präsidenten des Tiroler Landtags ernannt. LH-Stv. Josef Geisler gratulierte. (Foto: privat)
Die Berichte zur Lage der Land- und Forstwirtschaft 2025 unterstrichen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Tiroler Land- und Forstwirtschaft, während die Gesetzesänderung die demokratische Mitbestimmung auf den Höfen stärkt.
Mit der beschlossenen Novelle erhalten künftig auch Altbäuerinnen und Altbauern sowie Personen, die wesentlich und regelmäßig am landwirtschaftlichen Betrieb mitarbeiten, das aktive Wahlrecht bei den Landwirtschaftskammerwahlen. Tirol schließt damit als letztes Bundesland eine entsprechende Lücke im Landwirtschaftskammerwahlrecht. Die Änderung wurde mehrheitlich gegen die Stimmen von FPÖ und Grünen beschlossen.
VP-Landwirtschaftssprecher LAbg. Andreas Kirchmair begrüßt den Schritt: „Unsere bäuerlichen Familienbetriebe werden längst nicht mehr von einer einzigen Person getragen. Viele Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Es ist nur konsequent, dass künftig auch jene Menschen mitentscheiden dürfen, die über viele Jahre Verantwortung auf den Höfen übernommen haben oder diese Arbeit weiterhin tagtäglich leisten.“
Kirchmair betont, dass damit die Realität auf Tirols Bauernhöfen endlich auch im Wahlrecht abgebildet werde: „Mit dieser Änderung stärken wir die demokratische Legitimation der Landwirtschaftskammer und würdigen den Einsatz jener Menschen, die oftmals im Hintergrund unverzichtbare Arbeit leisten. Wer Verantwortung trägt, soll auch eine Stimme haben.“
Der Landwirtschaftsbericht zeigt, dass die Tiroler Landwirtschaft hochwertige Lebensmittel produziert, die Kulturlandschaft erhält und einen wichtigen Beitrag zu regionaler Wertschöpfung, Tourismus und Klimaschutz leistet. Gleichzeitig machen steigende Kosten, internationaler Wettbewerbsdruck und volatile Märkte den Betrieben zu schaffen.
Bauernbundobmann LH-Stv. Josef Geisler sieht darin einen klaren politischen Auftrag: „Unsere Bäuerinnen und Bauern leisten Tag für Tag Außergewöhnliches. Sie versorgen die Bevölkerung mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln, pflegen unsere einzigartige Kulturlandschaft und sichern Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung im ländlichen Raum. Diese Leistungen dürfen niemals als selbstverständlich angesehen werden.“ Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten brauche es Verlässlichkeit: „Wer Versorgungssicherheit, gepflegte Almen und lebendige Täler will, muss auch hinter unseren bäuerlichen Familien stehen. Sie brauchen faire Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und politische Unterstützung – keine zusätzlichen Hürden.“
Auch die Tiroler Wälder fanden durch den Waldbericht Einzug in die Debatte. Sie schützen vor Naturgefahren, binden CO2, liefern den nachhaltigen Rohstoff Holz und sind ein wichtiger Erholungsraum. VP-Umweltsprecher Michael Jäger betont: „Unser Wald ist weit mehr als Holzlieferant. Er schützt Menschen vor Lawinen und Muren, ist Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten, bindet CO2 und bietet Erholung. Von einem gesunden Wald profitieren wir alle.“ Für einen gesunden Wald brauche es auch künftig eine nachhaltige Waldbewirtschaftung: „Wer den Wald schützen will, muss auch jene unterstützen, die ihn täglich pflegen. Unsere Waldbäuerinnen und Waldbauern leisten einen unverzichtbaren Beitrag für Klimaschutz, Biodiversität und Sicherheit im alpinen Raum.“

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