11.06.2026

Trotz hartem Sparkurs soll das Landwirtschaftsbudget abgesichert sein. (Foto: agrarfoto.com)
Im Rahmen einer kurzfristig einberufenen Online-Konferenz des Tiroler Bauernbundes nutzten mehr als 100 Ortsbauernobmänner, Funktionäre und Interessierte die Möglichkeit, sich direkt von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig über die budgetären Rahmenbedingungen der kommenden Jahre informieren zu lassen. Die Veranstaltung ist ein Ergebnis des Strategieprozesses des Tiroler Bauernbundes, der neben dem bewährten Versammlungswesen verstärkt auf rasche und direkte Informationsformate setzt.
„Gerade in Zeiten großer Herausforderungen ist es wichtig, dass unsere Funktionäre in den Ortsgruppen Informationen aus erster Hand erhalten. Mit solchen Online-Formaten können wir aktuelle Entwicklungen rasch vermitteln, Hintergründe erklären und den direkten Austausch ermöglichen. Das stärkt die Arbeit vor Ort und sorgt für Transparenz“, betonte Bauernbunddirektor Dr. Peter Raggl.
Bestmögliche Absicherung gelungen
Minister Totschnig machte deutlich, dass die Budgetverhandlungen angesichts der notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen alles andere als einfach gewesen seien. Umso wichtiger sei das Ergebnis für die Land- und Forstwirtschaft.
„Trotz des harten Sparkurses ist es gelungen, das Landwirtschaftsbudget bestmöglich abzusichern. Der enorme Stellenwert der heimischen Lebensmittelversorgung und die Arbeit unserer Bauernfamilien spiegeln sich klar in den Budgetzahlen wider“, betonte Totschnig. Von Beginn an stand fest, dass jene Gelder, die direkt bei den bäuerlichen Familienbetrieben landen, nicht angetastet werden dürfen. Deshalb wurde mit Nachdruck dafür gekämpft, Einsparungen in der Verwaltung vorzunehmen und die Direktzahlungen an die Bauern vollständig abzusichern.
Ziel sei es, die Betriebe auch künftig wettbewerbsfähig und zukunftsfit zu halten. Österreich verfüge über eine der jüngsten Landwirtschaften Europas. „Wir haben sehr viele gut ausgebildete Jungübernehmerinnen und Jungübernehmer. Das ist ein starkes Signal für die Zukunft unserer bäuerlichen Familienbetriebe. Deshalb müssen wir Rahmenbedingungen schaffen, die Hofübernahmen ermöglichen und Perspektiven bieten.“
Bildung und Hofübergabe im Fokus
Positiv hob Totschnig hervor, dass ebenso die Finanzierung der landwirtschaftlichen Bildungseinrichtungen abgesichert werden konnte. „Auch die Finanzierung der landwirtschaftlichen Schulen ist gesichert. Es geht nicht nur um die laufenden Kosten, sondern auch um Renovierungen, Modernisierungen und eine zeitgemäße technische Ausstattung.“
Im Zusammenhang mit der Zukunftsfähigkeit der Betriebe wurde auch die Bedeutung der sozialen Absicherung bei Hofübergaben hervorgehoben. LK-Präsident und Nationalrat Josef Hechenberger verwies auf die Vorbildwirkung des österreichischen Systems.
„Eine Hofübergabe hängt auch davon ab, ob die ältere Generation finanziell loslassen kann. Die soziale Absicherung ist ein wichtiger Grund dafür, dass in Österreich so viele Höfe frühzeitig übergeben werden. Die Übergeber müssen keine Angst haben, nach der Hofübergabe in die Armut abzurutschen.“
Gerade dieser soziale Rückhalt sei ein wesentlicher Baustein für den erfolgreichen Generationenwechsel und die hohe Zahl junger Hofübernehmer in Österreich.
Agrardiesel und Waldfonds gesichert
Auch bei zwei wichtigen Anliegen der Land- und Forstwirtschaft konnten Verbesserungen erreicht werden. Totschnig verwies auf die vorgezogene Auszahlung beim Agrardiesel sowie auf die Fortführung des Waldfonds.
„Österreich steht aufgrund verschiedener Wettbewerbsbedingungen massiv unter Druck. Unter anderem konnten wir beim Agrardiesel eingreifen und die Auszahlung vorziehen“, erklärte der Minister.
Ebenso sei die Zukunft des Waldfonds gesichert worden: „Der Waldfonds wäre 2027 gesetzlich ausgelaufen. Gemeinsam konnten wir eine Lösung für die Weiterführung schaffen. Damit können Maßnahmen zur Wiederaufforstung, Forschung und für klimafitte Wälder weiterhin finanziert werden.“
Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen direkt an den Minister zu richten. Die große Beteiligung zeigte einmal mehr, wie wichtig schnelle Informationswege und der unmittelbare Austausch zwischen Politik und bäuerlicher Praxis sind.

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