28.05.2026

Anlässlich des Weltmilchtages und des Weltbauerntages am 1. Juni rückt der Tiroler Bauernbund die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft und der Versorgungssicherheit mit regionalen Lebensmitteln in den Mittelpunkt. Bezirksbauernobmann und Obmann der Tiroler Direktvermarkter LA Michael Jäger betont dabei die zentrale Rolle der bäuerlichen Familienbetriebe für die Versorgung, die Regionen und die heimische Wertschöpfung:
„Die vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt, wie wichtig eine verlässliche Selbstversorgung mit Lebensmitteln ist. Unsere bäuerlichen Familienbetriebe sorgen tagtäglich für hochwertige heimische Lebensmittel und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Bevölkerung, die Regionen und den ländlichen Raum", so Jäger.
Gerade die Direktvermarktung spiele dabei eine immer wichtigere Rolle. Sie ermögliche den Konsumentinnen und Konsumenten den direkten Zugang zu regionalen Qualitätsprodukten und stärke gleichzeitig die heimischen Bauernfamilien und die regionale Wirtschaft.
„Die Direktvermarktung bringt Produzenten und Konsumenten wieder näher zusammen. Wer direkt bei unseren Bauernfamilien einkauft, weiß, woher die Lebensmittel kommen und wie sie produziert werden. Das schafft Vertrauen, stärkt die regionale Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze in der Region", betont Jäger.
Die bäuerlichen Erzeugnisse aus Tirol und dem Bezirk Kufstein stünden für höchste Qualität, kurze Transportwege, Nachhaltigkeit und regionale Identität. Gerade regionale Kreisläufe würden wesentlich dazu beitragen, Versorgungssicherheit und Wertschöpfung in den Gemeinden zu sichern.
Die heimische Milchproduktion stehe beispielhaft für höchste Qualitätsstandards, Tierwohl und regionale Wertschöpfung. Gleichzeitig gerate sie zunehmend durch den massiven Preiskampf im Lebensmittelhandel unter Druck. Milch und Milchprodukte würden immer öfter als Lockware eingesetzt und dadurch entwertet.
„Wer heimische Qualität, Versorgungssicherheit und eine flächendeckende Landwirtschaft erhalten will, muss anerkennen, dass Lebensmittel einen Wert haben. Schleuderpreise bei Grundnahrungsmitteln gefährden langfristig die Zukunft unserer bäuerlichen Betriebe", so Jäger.
Vor diesem Hintergrund unterstützt der Bauernbund Kufstein die österreichweite Initiative „Schleuderpreise stoppen". Die Kampagne setzt sich für faire Preise, mehr Wertschätzung für heimische Lebensmittel und einen gerechten Anteil an der Wertschöpfung für bäuerliche Familienbetriebe ein. Denn von dem Geld, das Konsumentinnen und Konsumenten für Lebensmittel ausgeben, komme oft nur ein geringer Anteil direkt bei den landwirtschaftlichen Betrieben an.
„Daueraktionen und Billigstangebote bei Milch, Butter und anderen Grundnahrungsmitteln vermitteln den Eindruck, Lebensmittel hätten keinen Wert. Genau das gefährdet unsere regionale Versorgungssicherheit. Wenn wir auch in Zukunft hochwertige Lebensmittel aus Tirol und Österreich haben wollen, dann braucht es faire Rahmenbedingungen und ein Ende des ruinösen Preiskampfes", erklärt Jäger.
Aktuelle Zahlen der Konsumerhebung bestätigen zudem, dass Lebensmittel nicht die Haupttreiber der Teuerung sind. Während die Ausgaben für Wohnen und Energie den größten Anteil am Haushaltsbudget ausmachen, liegt der Anteil für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke in Österreich bei lediglich 11,6 Prozent – und damit sogar niedriger als noch vor fünf Jahren.
„Österreich gehört europaweit zu jenen Ländern, in denen die Menschen einen vergleichsweise geringen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Umso wichtiger ist es, den Wert regionaler Lebensmittel wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. Wer heimisch einkauft und regionale Produkte bevorzugt, stärkt unsere Bauernfamilien und sichert Wertschöpfung und Versorgungssicherheit vor Ort", so Jäger.
Der Bauernbund appelliert daher an Handel, Politik und Konsumenten, gemeinsam Verantwortung für die heimische Landwirtschaft zu übernehmen.
„Unsere Bauernfamilien sorgen täglich für Versorgungssicherheit, gepflegte Kulturlandschaften und höchste Lebensmittelqualität. Dafür brauchen sie faire Preise und die Unterstützung der Konsumentinnen und Konsumenten. Heimische Lebensmittel gibt es nicht zum Nulltarif", so Jäger abschließend.
Die Petition zur Initiative „Schleuderpreise stoppen" kann unter www.schleuderpreise-stoppen.at unterstützt werden.
(Foto: VP Tirol)

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