Weltbauerntag: Selbstversorgung sichern statt Lebensmittel verschleudern

Anlässlich des Weltmilchtages und des Weltbauerntages rückt der Tiroler Bauernbund die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft und der Versorgungssicherheit mit regionalen Lebensmitteln in den Mittelpunkt.

28.05.2026

Am 1. Juni wird der Tag der Milch und der Tag der Bauern begangen. (Foto: Land Tirol)


Bauernbundobmann LH-Stv. Josef Geisler betont dabei den hohen Stellenwert einer starken bäuerlichen Produktion in Österreich: „Die vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt, wie wichtig eine verlässliche Selbstversorgung mit Lebensmitteln ist. Unsere bäuerlichen Familienbetriebe sichern tagtäglich die Versorgung mit hochwertigen heimischen Lebensmitteln und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Bevölkerung, die Regionen und den ländlichen Raum." 

Milchproduktion unter Druck
Gerade die heimische Milchproduktion stehe beispielhaft für höchste Qualitätsstandards, kurze Transportwege, Tierwohl und regionale Wertschöpfung. Gleichzeitig gerate sie zunehmend durch den massiven Preiskampf im Lebensmittelhandel unter Druck. Milch und Milchprodukte würden immer öfter als Lockware eingesetzt und dadurch entwertet. „Wer heimische Qualität, Versorgungssicherheit und eine flächendeckende Landwirtschaft erhalten will, muss anerkennen, dass Lebensmittel einen Wert haben. Schleuderpreise bei Grundnahrungsmitteln gefährden langfristig die Zukunft unserer bäuerlichen Betriebe", so Geisler. 

Initiative gegen Schleuderpreise
Vor diesem Hintergrund unterstützt der Tiroler Bauernbund die österreichweite Initiative „Schleuderpreise stoppen". Die Kampagne setzt sich für faire Preise, mehr Wertschätzung für heimische Lebensmittel und einen gerechten Anteil an der Wertschöpfung für bäuerliche Familienbetriebe ein. Denn von dem Geld, das Konsumentinnen und Konsumenten für Lebensmittel ausgeben, kommt oft nur ein geringer Anteil direkt bei den landwirtschaftlichen Betrieben an. 

„Daueraktionen und Billigstangebote bei Milch, Butter und anderen Grundnahrungsmitteln erwecken den Eindruck, Lebensmittel hätten keinen Wert. Genau das gefährdet unsere regionale Versorgungssicherheit. Wenn wir auch in Zukunft hochwertige Lebensmittel aus Tirol und Österreich haben wollen, dann braucht es faire Rahmenbedingungen und ein Ende des ruinösen Preiskampfes", betont Geisler. 

Wert der Lebensmittel erkennen
Aktuelle Zahlen der Konsumerhebung bestätigen zudem, dass Lebensmittel nicht die Haupttreiber der Teuerung sind. Während die Ausgaben für Wohnen und Energie den größten Anteil am Haushaltsbudget ausmachen, liegt der Anteil für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke in Österreich bei lediglich 11,6 Prozent – und damit sogar niedriger als noch vor fünf Jahren. 

„Österreich gehört europaweit zu jenen Ländern, in denen die Menschen einen vergleichsweise geringen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Umso wichtiger ist es, den Wert regionaler Lebensmittel wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken", so Geisler. 

Der Tiroler Bauernbund appelliert daher an Handel, Politik und Konsumenten, gemeinsam Verantwortung für die heimische Landwirtschaft zu übernehmen. „Unsere Bauernfamilien sorgen täglich für Versorgungssicherheit, gepflegte Kulturlandschaften und höchste Lebensmittelqualität. Dafür brauchen sie faire Preise und die Unterstützung der Konsumentinnen und Konsumenten. Heimische Lebensmittel gibt es nicht zum Nulltarif", so Geisler abschließend.


Die Tiroler Landwirtschaft in Zahlen

Laut Agrarstrukturerhebung 2023 von Statistik Austria (veröffentlicht 2025) gab es in Tirol im Jahr 2023 9.813 landwirtschaftliche Betriebe. Davon wurden 4.379 Betriebe im Haupterwerb und 5.270 Betriebe im Nebenerwerb geführt. Weitere 164 Betriebe entfielen auf Personengemeinschaften und juristische Personen. 

Insgesamt bewirtschafteten Tirols landwirtschaftliche Betriebe 226.507 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche. 

Zählt man auch die Forstwirtschaft dazu, wurden in Tirol 13.393 land- und forstwirtschaftliche Betriebe erfasst. Quelle: Statistik Austria, Agrarstrukturerhebung 2023, veröffentlicht 2025.


 

 

 

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