Einsatz über die Grenzen hinaus

Die GAP 2028+, die künftige Gemeinsame Agrarpolitik der EU, stand im Mittelpunkt des jährlichen Vorstandstreffens des Tiroler und Südtiroler Bauernbundes vergangenen Freitag in Bozen.

21.05.2026

Bundesvorstehung des Tiroler Bauernbundes und Landesbauernrat des Südtiroler Bauernbundes beim Jahrestreffen in der Molkerei MILA in Bozen. (Foto: Südtiroler Bauernbund)


Südtirols Europaabgeordneter Herbert Dorfmann berichtete vom aktuellen Stand der GAP-Verhandlungen. Um zeitgerecht in Kraft zu treten, müssen bis spätestens Anfang 2027 die Grundsatzentscheidungen auf europäischer Ebene fallen. Bekanntlich will die Europäische Kommission das Budget für die siebenjährige Finanzperiode von derzeit 1,25 auf rund 1,8 Billionen Euro deutlich erhöhen. Landwirtschaft und Regionalpolitik sollen zusammengelegt werden und zusammen 750 Milliarden Euro, rund 50 Milliarden weniger als jetzt, erhalten. 300 Milliarden Euro davon wären für die Landwirtschaft reserviert gewesen. Nach heftigen Protesten der Bauernvertreter wurde dieser Mindestanteil auf ca. 400 Milliarden erhöht, d. h. die Landwirtschaft bekäme in etwa gleich viel wie jetzt – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Mitgliedstaaten die immense Erhöhung des Gesamtbudgets mittragen. 

Forderungen aus Tirol und Südtirol
Ist das Zwei-Säulen-Modell der Agrarförderung nicht zu retten, wie Herbert Dorfmann befürchtet, dann muss sichergestellt werden, dass die Staaten die bisherigen Maßnahmen der 2. Säule (ÖPUL und AZ) in den nationalen Plänen berücksichtigen. Ebenso wird verlangt, dass die Finanzierung über sieben Jahre sichergestellt wird und nicht jährlich auf nationaler Ebene neu ausgestritten werden muss. 

Laut Tiroler und Südtiroler Bauernbund müssen bei der Definition der förderungswürdigen aktiven Landwirte unbedingt die Nebenerwerbsbauern berücksichtigt werden. Hingegen dürfe es nicht Aufgabe der europäischen Steuerzahler sein, Investoren, Handelsketten oder saudi-arabische Königshäuser mit Agrargeldern zu unterstützen. Auch braucht es Angebote zur Risikoabsicherung für die Bauern und noch bessere Anreize für Jungbauern, fordern der Südtiroler und Tiroler Bauernbund unisono. Mitte Juni wird Berichterstatter Norbert Lins dem Europäischen Parlament seinen Bericht vorlegen, beim nächsten Regierungsgipfel wird erstmals über konkrete Zahlen gesprochen werden. Die Ausgestaltung der GAP 2028+ bleibt mit Sicherheit das wichtigste agrarpolitische Thema für die Bauernbünde in den nächsten zwei Jahren. 

Gemeinsame Themenlage
Neben der EU-Agrarpolitik wurden im Rahmen der intensiven Tagung die Milchmarktsituation, der Tourismuseuro, der aktuelle Umsetzungsstand von EU-Renaturierungs- und Entwaldungsverordnung sowie die Rolle der Bäuerinnen im Bauernbund diskutiert.

 

 

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