KI – gekommen, um zu bleiben

Im Rahmen einer Forum Land-Veranstaltung zeigte Experte Stefan Schranz verständlich und praxisnah, wie Künstliche Intelligenz im Job, am Hof und privat sinnvoll eingesetzt werden kann.

02.04.2026

Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr. Seit Ende 2022, als das Sprachmodell ChatGPT öffentlich verfügbar wurde, hat sich die Technologie in rasantem Tempo verbreitet. Innerhalb von nur fünf Tagen erreichte der Dienst eine Million Nutzer. Eine Geschwindigkeit, von der frühere Technologien wie Computer, Internet oder Smartphones nur träumen konnten. 

Die Entwicklung zeigt: KI ist nicht nur ein kurzfristiger Trend, sondern eine grundlegende Veränderung unseres Arbeits- und Lebensalltags. Auch in der Landwirtschaft, in bäuerlichen Betrieben und im ländlichen Raum kann sie eine immer größere Rolle spielen. 

Vom „Googeln" zum Dialog
Viele Menschen nutzen KI heute ähnlich wie eine Suchmaschine. Fragen lassen sich in natürlicher Sprache stellen, sogar per Sprachfunktion. Die Systeme liefern nicht nur Links, sondern direkt zusammengefasste Informationen. 

Darüber hinaus können KI-Programme Texte schreiben, E-Mails formulieren, Inhalte zusammenfassen, Übersetzungen erstellen oder Berechnungen durchführen. Studien und Praxiserfahrungen zeigen, dass sich gerade Schreibarbeit dadurch deutlich beschleunigen lässt. 

Auch Bilder, Videos oder Musik können inzwischen mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt werden. Für Marketing, Social Media oder Präsentationen entstehen damit selbst ohne große technische Vorkenntnisse neue Möglichkeiten. 

Richtig „prompten"
Der Umgang mit KI basiert auf sogenannten „Prompts". Damit sind Anweisungen oder Fragen gemeint, die an das System gestellt werden. Je klarer und genauer diese formuliert sind, desto besser ist das Ergebnis. 

Eine einfache Regel lautet daher „Shit in – shit out". Wer unklare oder schlechte Anweisungen gibt, bekommt auch entsprechend ungenaue Antworten. Gute Ergebnisse entstehen meist in mehreren Schritten: zuerst eine grundlegende Anfrage, danach eine schrittweise Verfeinerung. 

Grenzen und Risiken
So leistungsfähig die Systeme auch sind, sie haben klare Grenzen. Ein bekanntes Pro-blem ist das sogenannte „Halluzinieren". Dabei erfindet die KI Informationen oder Quellen, die plausibel klingen, aber nicht stimmen. Ergebnisse sollten darum immer überprüft werden, etwa durch weitere Quellen, Bücher oder eigene Erfahrung. Fachwissen, Hausverstand und kritisches Denken bleiben unverzichtbar. 

Viele Experten gehen davon aus, dass KI künftig einen großen Teil routinemäßiger Arbeit übernehmen kann. Ein häufig zitierter Ansatz lautet, dass 80 Prozent der Arbeit die KI erledigen kann, für die entscheidenden 20 Prozent braucht es weiterhin menschliche Kreativität, Erfahrung und Urteilskraft. 

Gerade in bäuerlichen Betrieben zeigt sich das deutlich. Technik kann unterstützen, aber sie ersetzt nicht den persönlichen Kontakt, das Gespür für Tiere, Boden und Natur oder die Beziehung zu Kunden. 

Blick in die Zukunft
Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz schreitet mit hoher Geschwindigkeit voran. Neue Anwendungen entstehen ständig, von automatisierten Assistenten über Sprachübersetzungen in Echtzeit bis hin zu intelligenten Robotersystemen. Was genau in den kommenden Jahren möglich sein wird, lässt sich schwer vorhersagen. Sicher ist jedoch: Wer sich frühzeitig mit den Möglichkeiten beschäftigt, kann sie gezielt nutzen und wird von der Entwicklung nicht überrollt. 

Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis: KI ist gekommen, um zu bleiben. Entscheidend ist, dass wir sie als Werkzeug einsetzen, das unsere Arbeit erleichtert, ohne den menschlichen Verstand zu ersetzen.


Was Künstliche Intelligenz eigentlich ist

Vereinfacht gesagt arbeitet Künstliche Intelligenz mit riesigen Datenmengen aus Texten, Bildern oder anderen Informationen. Sie erkennt Muster, verknüpft Inhalte miteinander und erstellt daraus Antworten oder neue Inhalte. Dabei „versteht" sie Wissen nicht im menschlichen Sinn, sondern berechnet Wahrscheinlichkeiten: Welches Wort oder welche Information passt am wahrscheinlichsten zur gestellten Frage? Deshalb gilt eine wichtige Grundregel: KI ist keine Wahrheitsmaschine, sondern eine Wahrscheinlichkeitsmaschine. Antworten können hilfreich sein, müssen aber immer überprüft werden.


(Foto: TBB)

 

 

 

 

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