Mehr als 106 Millionen Euro für den Schutz vor Naturgefahren

Zwar liegt das Investitionsvolumen leicht unter dem Vorjahr, bleibt aber weiterhin auf hohem Niveau.

12.03.2026

Nach den Muren im Gschnitztal hat die WLV einen wesentlichen Teil des zu räumenden Geschiebes beim Bau neuer Schutzdämme im Bereich des Sandesbaches verwendet. (Foto: WLV Tirol)


Die öffentliche Hand investiert in diesem Jahr 106,7 Millionen Euro, um den Lebensraum in Tirol vor Naturgefahren zu schützen – 2025 waren es 109,4 Millionen Euro. 36,9 Millionen Euro sind für den Schutz vor Tal- und Hauptgewässern reserviert, 34,8 Millionen Euro für Maßnahmen an den heimischen Wildbächen. Fast 18,3 Millionen Euro sind für die Erhaltung des Schutzwaldes budgetiert. 12,1 Millionen Euro entfallen auf den Lawinenschutz und 4,6 Millionen Euro auf den Erosions- und Steinschlagschutz. Die Mittel kommen vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, der Europäischen Union, dem Land Tirol, den beteiligten Gemeinden, von Infrastrukturträgern sowie von Grundeigentümern und Waldbesitzern.

Mit Blick auf die Regionen liegt der Fokus in diesem Jahr wieder im Bezirk Lienz, dort werden 26,1 Millionen Euro investiert. Große Pakete wurden zudem für den Bezirk Innsbruck-Land (16,2 Millionen Euro) und den Bezirk Schwaz (14,5 Millionen Euro) geschnürt.

„Tirol ist ein sicheres Land. Wir leben seit jeher mit Naturgefahren und schützen Land und Leute, so gut es geht. 100-prozentigen Schutz wird es aber nicht geben. Das vergangene Jahr hat uns einmal mehr gezeigt, dass wir uns nicht in Sicherheit wiegen dürfen", so LH-Stv. Josef Geisler.

Gschnitztal als Beispiel für erfolgreiche Kooperation
Bei der Naturgefahren-Bilanz 2025 sticht vor allem das Murereignis im Gschnitztal hervor. Am Abend des 30. Juni 2025 gab es dort ein lokal sehr heftiges Gewitter. Es regnete stellenweise mehr als 100 Millimeter innerhalb von zwei Stunden. Daraufhin kam es an den Wildbächen im hinteren Gschnitztal zu Murereignissen. Der Gschnitzbach wurde vollständig verlegt, was massive Überschwemmungen zur Folge hatte. „Die Aufräumarbeiten starteten unmittelbar nach dem Ereignis. Aus dem Gschnitzbach wurden rund 32.000 Kubikmeter abgelagertes Geschiebe geräumt. Die Entsorgung bzw. weitere Verwendung dieser Ablagerungen erfolgte dabei unter gemeinsamer Koordination und in enger Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie dem Wasserbau", sagt DI Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft. Die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) räumte mehrere Seitenzubringer und der Wasserbau den Gschnitzbach auf mehreren Abschnitten – insgesamt auf einer Länge von rund einem Kilometer. Neben der Umsetzung von Sofortmaßnahmen nach solchen Katastrophen hat die WLV besonders bestehende Schutzbauten auf der Agenda.

2025 war gutes Waldjahr
Nachdem der Tiroler Wald durch Extremereignisse in den vergangenen Jahren stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, berichtet DI Harald Oblasser (Vorstand Gruppe Forst) von einem guten Waldjahr 2025: „Es gab wenig neue Schäden und dank der Witterung ausreichende Feuchtigkeit in den wichtigen Sommermonaten – ein entscheidender Faktor für die Abwehrkraft von Bäumen gegenüber dem Borkenkäfer." Über den Landesforstgarten konnten erneut mehr als drei Millionen standortgerechte Forstpflanzen vermarktet werden. Der Anteil der Fichte geht dabei weiter zurück – zugunsten von Lärche, Tanne, Zirbe, Kiefer, Buche und anderen Laubhölzern.

Positive Nachrichten kommen vom Holzmarkt, auf dem sich die Preise stabilisiert haben. „Das hilft und motiviert." Der Schadholzanteil beträgt immer noch knapp 60 Prozent vom Einschlag. Thema ist und bleibt der Borkenkäfer. 2025 gab es erstmals wieder einen Rückgang bei frisch befallenen Bäumen – das ist vor allem dem guten Stand der Aufarbeitung und einer günstigen Witterung zu verdanken.

 

 

 

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