19.02.2026

Hauptthema des Referates, dem eine sehr eifrige Diskussion folgte, war die wunderbare und einzigartige Artenvielfalt, die durch die tagtägliche Arbeit der Bauernfamilien geschaffen bzw. erhalten wird. „Schützen durch Nützen“ – viele Arten sind auf die Bewirtschaftung angewiesen und viele Arten sind essenziell auf das Bergebiet angewiesen. Das macht unsere Kulturlandschaft zum Hotspot der Artenvielfalt und gleichzeitig zum bedrohten Paradies. Marcel Züger: Die im Berggebiet vorhandene Nutzungsvielfalt führt zur Artenvielfalt. Aufgrund der kleinteiligen Strukturen, der unterschiedlichen Standortbedingungen, der unterschiedlichen Betriebsformen, Tierarten und Betriebsausrichtungen, ergibt sich insgesamt ein feinteiliges Mosaik. Da muss man den Blick auf die gesamte Kulturlandschaft richten und darf sich nicht nur auf sehr kleinräumige Einzelstandorte beziehen.“ Und eine weitere sehr zentrale Aussage war: die Grünlandwirtschaft, die Berglandwirtschaft und Almwirtschaft braucht das Tier – ohne Wiederkäuer kann die Kulturlandschaft und damit die Artenvielflalt nicht erhalten werden. Und das beginnt im sehr Kleinen – das beginnt beim Kuhfladen – jeder Kuhfladen ist ein wahres Insektenhotel und Ausgangspunkt bzw. Nahrungsgrundlage für viele weitere Lebewesen. Die Kulturlandschaft ist auch unsere Lebensgrundlage, auf deren Grundlage viele einzigartige Produkte erzeugt werden – das ist dann die veredelte Kulturlandschaft.
Im vollbesetzen Vortragssaal wurde nach dem sehr informativen Vortrag auch noch eifrig über die unterschiedlichen Herausforderungen und Bedrohungen diskutiert. Biologe Marcel Züger hat in dem Zusammenhang auch die Bedrohungslage, die von den Raubtieren ausgehend, skizziert und als Schweizer von den Erfahrungen mit dem Wolf in der Schweiz berichtet. Wolfsschutz steht im klaren Widerspruch zum Artenschutz, da gibt es Nichts dazwischen, so seine eindeutige Antwort.
Die Veranstaltung „Schützen durch Nützen – Berglandwirtschaft sichert Biodiversität“ wurde im Rahmen des Projekts Klima-Landwirtschafts-Modellregion Landeck ausgerichtet. Das Projekt wird unterstützt aus Mitteln des Landes, des Bundes und der Europäischen Union. Die nächste Vortragsveranstaltung zum Projekt findet am 26. März um 20 Uhr im Hotel Jägerhof in Zams statt. Das Thema lautet „Multifunktionalität der Berglandwirtschaft“. Referent ist der BioHochlandimker Professor Peter Frühwirth. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung erforderlich unter www.lfi.tirol.at
(LK Tirol, Foto: Klimmer)

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