Tirol Konvent: Auswirkungen auf die Landwirtschaft

Verwaltung einfacher denken, Praxis ernst nehmen: Der Tirol Konvent setzt gemeinsam mit Landwirtschaft und Behörden auf Dialog, Entbürokratisierung und den Grundsatz „Beraten statt strafen“.

08.01.2026

Durch gemeinsame Bemühungen will das Land Tirol schwierige Vorgänge entbürokratisieren – auch in der Landwirtschaft. (Foto: agrarfoto.com)


Nach dem ersten Jahr der Umsetzung des Tirol Konvent, dem Weiterentwicklungsprozess der Tiroler Landesverwaltung, zieht LH Anton Mattle Bilanz: 61 Maßnahmen, davon 27 umgesetzt und 25 gestartet.

Die bisherigen wöchentlichen Entbürokratisierungsmaßnahmen beinhalten unter anderem eine Novelle der Tiroler Feuerpolizeiordnung, gesetzliche Vereinfachungen durch das zweite Tiroler Erneuerbaren Ausbaugesetz, Neuregelungen von Genehmigungsverfahren, die Einführung von KI in der Landesverwaltung, die Fortführung der FörderTour oder eine neue Schwellenwerteverordnung für die unbürokratische Auftragsvergabe. „Der Tirol Konvent ist inzwischen so erfolgreich, dass ich entschieden habe, auch im kommenden Jahr jede Woche eine Regel zu streichen oder zu vereinfachen", kündigt LH Mattle an.

Darüber erfreut zeigt sich auch Ferdinand Grüner, Direktor der Landwirtschaftskammer Tirol: „Wir sehen den Tirol Konvent als wichtigen Prozess in Bezug auf Entbürokratisierung und Erleichterung für unsere Betriebe. Wir können Maßnahmen und Ziele für Verbesserungen formulieren, damit wir zu guten Ergebnissen kommen. Die Arbeit im Verwaltungsforum ist sehr gut und sehr konstruktiv."

„Beraten statt strafen" bei Lebensmittelaufsicht
Ergebnisse für die Landwirtschaft zeigte der Tirol Konvent bereits. „Beraten statt strafen" soll es künftig bei Kontrollen der Lebensmittelaufsicht heißen. Sie ist für über 16.600 Betriebe in Tirol zuständig – allein im Jahr 2024 fanden in knapp 4.000 Betrieben knapp 5.000 Kontrollen statt. „Dass bei grundsätzlich vorbildhaftem Verhalten kleinere Vergehen umgehend angezeigt werden, soll und kann nicht das Ziel einer serviceorientierten Verwaltung sein. Unser Ziel ist die gute Zusammenarbeit mit Tiroler Landwirtinnen und Landwirten und eine korrekte, aber auch einheitliche sowie verwaltungsentlastende Vorgehensweise im Sinne der gemeinsamen Verantwortung für die Lebensmittelsicherheit. Wir arbeiten an Optimierungen bei gleich hoher Qualität – genau dafür ist der Tirol Konvent da", betont LH Anton Mattle. Beispielhaft wird auf abgekürzte Bezeichnungen auf Etiketten verwiesen, die – trotz ansonsten einwandfreier Prüfung – zu Strafen führen können. „Grundsätzlich ist die Vorgehensweise klar geregelt. Im Rahmen des Tirol Konvents ist es uns jedoch gelungen, einen Prüfschritt zu etablieren, mit dem die Organe von einer Anzeige absehen können, wenn das Verschulden geringfügig oder die Folge einer Norm-Übertretung unbedeutend sind. Dadurch wird der Verwaltungsaufwand für die Aufsichtsbehörde und Gesundheitsagentur AGES wesentlich verringert. Zusätzlich verstärken wir Beratungsschleifen – beispielsweise bei Kennzeichnungsverstößen", berichtet LH Mattle, dass man zudem mit weiteren Vorschlägen an das zuständige Bundesministerium herantrat.

Den Austausch und die gemeinsamen Anstrengungen zu Vereinfachungen und einer praxisfreundlichen Handhabung begrüßt auch LK-Präsident Josef Hechenberger: „Die Tiroler Bäuerinnen und Bauern sehen sich mit einer Vielzahl an bürokratischen Auflagen konfrontiert. Die teils überzogenen Regelungen schießen am Ziel vorbei und kosten unnötig Zeit am Schreibtisch. Zeit, die die Landwirtinnen und Landwirte eigentlich für die Arbeit auf den Feldern und in den Ställen brauchen. Werden sie dann noch mit hohen Strafen für Nichtigkeiten konfrontiert, hat das gravierende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation und dämpft die Freude an der Arbeit. Mit dem Tirol Konvent wurde ein dringend benötigtes Format geschaffen, um gemeinschaftlich solche Probleme zu diskutieren, praktikable Lösungen auszuarbeiten und die Bäuerinnen und Bauern zusätzlich beratend zu unterstützen. Aufzeichnungspflichten, Kontrollen, Natur- oder Umweltschutz – das alles hat seine Berechtigung, aber eine erfolgreiche Umsetzung ist nur mit Maß und Ziel und mit Blick auf die Realität möglich!"

Weiters im Fokus stand der einheitliche Vollzug beim Abschuss von Rabenkrähen. In enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschafskammer und den Bezirkshauptmannschaften wurde ein neuer Verordnungsentwurf erstellt, der auch die tirolweite Vorgehensweise nochmals klarer regeln soll.

 

 

 

Teilen

Unsere aktuellen Termine

Sprechtag
Dienstag, 13. Januar 2026
BLK St. Johann i.T.

Details

Sprechtag
Mittwoch, 14. Januar 2026
BLK Landeck

Details

Sprechtag
Dienstag, 20. Januar 2026
BLK Lienz

Details

Sprechtag
Mittwoch, 21. Januar 2026
BLK Wörgl

Details

Bauernbund Wetterservice

Über 160.000 Mitglieder nahmen auch heuer unsere Bauernbund-Agrarwetterhotline in Anspruch. Ab Anfang April steht euch dieses Service wieder zur Verfügung.

aktuelles Wetter

Wozu Tiroler Bauernbund?

In unserem Imagefilm und der Infobroschüre erfahren Sie mehr über Ursprung, Aufgaben, Ziele und die Bedeutung des Tiroler Bauernbundes.

Aktuelle Videos

Broschüre

Warntafel hier bestellen

Bestellungen unter tbb@tiroler-bauernbund.at bzw. telefonisch unter +43 512 59 900-12

Für Bauernbund-Mitglieder: 20 Euro inkl. Versand | Für alle anderen: 30 Euro exkl. Versand

 

 

Volltextsuche

Die einfache Suche nach Personen, Orten, Dingen und Terminen!

Tiroler Bauernbund · Brixner Straße 1 · 6020 Innsbruck | +43 512 59 900-12 | tbb@tiroler-bauernbund.at
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr | Freitag von 8 bis 12 Uhr

powered by webEdition CMS