12.05.2016

Tirol-Milch-Obmann Stefan Lindner präsentierte den versammelten Delegierten wichtige Kennzahlen: „Das Ergebnis der Berglandmilch für das Bilanzjahr 2015 ist eine schwarze Null. Das wenn auch kleine Positive daran ist, dass diese Bilanz keine Belastung für 2016 mit sich bringt, was ein ganz wichtiger Faktor ist. Denn das laufende Jahr 2016 ist extrem.“


Zum Netto-Milchpreis der Berglandmilch, der seit Anfang Mai 27, 3 Cent beträgt, betonte Lindner: „Ich möchte darauf hinweisen, auch wenn es ein schwacher Trost ist, dass die Situation in Deutschland noch angespannter ist als hierzulande. Tirol kann sich von internationalen Einflüssen nicht zur Gänze abkoppeln. Mit ein Grund für die bessere Ausgangslage: In Tirol gibt es rund 45 Prozent Spezialmilch.“ Über die Jahre hinweg hat die Berglandmilch versucht, Milchpreisschwankungen abzufedern – und das nach unten und nach oben. „Jeder wünscht sich natürlich, dass wieder eine Entspannung einkehrt. Aber aktuell ist es wichtig, dass es uns gelingt, in gewisser Weise eine Abfederung des Preisverfalls zustandezubringen, weil wir Kapazitäten und gute Marken haben. Allerdings lässt die schwache Kaufkraft in mehreren Ländern und das Russland-Embargo sowie die schwache Nachfrage aus Asien derzeit wenig Platz für Optimismus.“


Neben der Milchpreisentwicklung ist auch die Mengensteuerung bei jeder Versammlung der Tirol Milch ein Thema. „Die EU-Vertreter haben sich klar dafür entschieden, dass der Markt europäisch gesehen liberal bleibt. Wir beobachten im Betrieb folgende Situation: Es wurden keine neuen Milchbauern als Lieferanten aufgenommen, wir mussten aber auch eine Angebotssteigerung feststellen. Nur weil wir intern ein Anlieferungsmodell haben, ändert sich der europäische Markt nicht.“ Für Tirol gilt, dass der Markt für Bio und Bio-Heumilch stark steigt.


Berglandmilch-Obmann Johann Schneeberger bezeichnete zusammenfassend die Lage am Milchmarkt als „Crashtest für die Milchbranche“ und zitierte den Geschäftsführer der Hohenloher Molkerei, Martin Boschet. „Die nächsten Wochen werden für uns alle fast unerträglich werden, und ich hoffe, dass wir es alle auch persönlich gut überstehen werden, diesen gnadenlosen, beinahe hässlichen Milchmarkt mit Preisen auf Interventionsniveau oder noch darunter.“  


Wenig Erfreuliches berichtete auch Dipl.-Ing. Josef Braunshofer, Geschäftsführer der Berglandmilch. „Das europäische Angebot am Milchmarkt war noch nie derart hoch wie jetzt, bei einer gleichzeitig schwachen Nachfrage.“ Gleichzeitig versucht vor allem der deutsche Handel, die Preise im Regal (und auch die Auflagen) auf Kosten der Produzenten zu drücken.


Die Strategien der Berglandmilch für die Zukunft? Die Berglandmilch will in allen Segmenten, in denen sie mit ihren Marken am Markt ist, die Nummer 1 sein. Dazu zählen der Käse, Butter oder regional die Trinkmilch. Man wird verstärkt auf Zukunftsstandorte setzen, einer davon ist Wörgl. Weiters wird auf Marketing und Werbung gesetzt. In Zeiten wie diesen ist es sehr wichtig, mit Markenprodukten den Eigenmarken des Handels entgegenzuhalten. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir mit unseren Marken am Markt mithalten können“, so Braunshofer.

Neuwahlen


Bei den Neuwahlen wurde Stefan Lindner als Obmann bestätigt, als sein Stellvertreter der Schwazer Bezirksbauernobmann Hannes Partl. Nach dem Ausscheiden von Georg Oberhammer wurde Hannes Rainalter zum Aufsichtsratsvorsitzenden gekürt. Stefan Lindner: „Wir danken den ausscheidenden Funktionären herzlich und im Besonderen Georg Oberhammer für seinen außerordentlichen Einsatz in der Berglandmilch und in der Tirol Milch.“


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