Was ist im Fall eines Blackouts zu tun?

Gemeinsam mit dem Wirtschaftsbund setzt Forum Land Osttirol die erfolgreiche Kooperation fort. In Lienz informierte Michael Fankhauser vom Tiroler Zentrum für Krisen- und Katastrophenmanagement zum Thema Blackout.

23.11.2023


Was im Falle eines Blackouts zu tun ist erläutert auch ein Handbuch des Landes Tirol. (Foto: Creative Cat Studio - stock.adobe.com)


Das Licht im Wohnzimmer geht aus, der Geschirrspüler steht still: Wenn zu Hause der Strom plötzlich weg ist, kann das verschiedene Gründe haben. Im besten Fall handelt es sich dabei um eine Störung, also eine Unterbrechung der Stromversorgung, deren Ursache im eigenen Netzgebiet liegt und auf ein paar Stunden beschränkt ist. Der Ausstieg aus dem Atomstrom stellt ganz Europa vor Herausforderungen, da der gesamte Strombedarf möglicherweise nicht durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann. So werden im jetzigen Zeitraum Energielenkungsmaßnahmen wahrscheinlicher, deren Ursache außerhalb des eigenen Netzbetriebes liegt. Die Beschränkung der verfügbaren elektrischen Leistung oder Energiemenge ist eine staatliche Lenkungsmaßnahme um großflächige Ausfälle zu verhindern. „Die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts, also eines totalen, überregionalen und vor allem auch längerfristigen Stromausfalls, hat mit der internationalen Vernetzung und wechselseitigen Abhängigkeit der Stromkonzerne und Netzbetreiber zugenommen. Wir denken, dass sich durch die koordinierte Zusammenarbeit aller Netzbetreiber ein Blackout innerhalb von drei Tagen beheben lässt. Dennoch werden die Auswirkungen eines Blackouts bis zu einem Jahr danach spürbar“, erklärt Michael Fankhauser. Für den Wiederaufbau werden schwarzstartfähige Kraftwerke benötigt, die unabhängig vom Stromnetz aus dem abgeschalteten Zustand hochfahren können. In Tirol trifft das auf das Kraftwerk Silz zu. Nach etwa drei Stunden soll so zumindest die Grundversorgung im Inntal wiederhergestellt werden. 

Wiederaufbau in Tirol nach einem Blackout

Auf den ersten Blick ist ein Blackout nicht von einem Stromausfall zu unterscheiden. Die Information darüber ergeht von der Austrian Power Grid über die TINETZ an die Landeswarnzentrale. Die Behörden werden mittels Pager alarmiert und es folgt die Auslösung des Zivilschutzalarms. Im Fall eines Blackouts liegen die Zuständigkeiten des Bundes bei öffentlichem Verkehr und Lebensmittelversorgung. Land und Bezirke sind für die Sicherstellung der Gesundheit verantwortlich. Prinzipiell verfügen alle Krankenhäuser über Notstromversorgung, die Versorgungsschwierigkeit steigt aber mit der Größe des jeweiligen Krankenhauses. Die Nachschuborganisation sowie Treibstoffversorgung der Exekutive und Rettungsorganisationen liegt in der Zuständigkeit des Landes. 
Durch die Gemeinde werden in den Feuerwehren Notfallmeldestellen sowie Einsatzzentren eingerichtet und so die Kräfte der Notfallorganisationen gebündelt. Kritische Infrastrukturen wie Trinkwasser, Abwasser oder Altenheime verfügen über Notstromversorgung. Als Anlaufstelle für Bürger werden mit Unterstützung durch örtliche Vereine Informations- und Versorgungszentren festgelegt. 
Kommt es zu einem großflächigen Stromausfall, können alltägliche Dinge wie Herdplatten oder Kühlgeräte nicht mehr verwendet werden. „Über den Zivilschutzverband erfolgt eine laufende Sensibilisierung der Bevölkerung. Als Haushaltsbevorratung empfehlen wir Lebensmittel wie für einen zweiwöchigen Campingtrip in der Einöde einzulagern. Ebenso von Bedeutung sind alternative Energiequellen, Licht, Medikamente und Verbandszeug sowie Hygieneartikel“, informiert Michael Fankhauser.  Das Land Tirol stellt hier einen Bevorratungsratgeber zur Verfügung. „Wichtig ist vor allem nicht die Nerven zu verlieren“, so die Empfehlung des Experten. „Aktiver Zivilschutz heißt, Eigenverantwortung zu üben und vorbereitet zu sein. Der beste Schutz ist somit ein krisensicherer Haushalt.“ 

Teilen

Unsere aktuellen Termine

Sprechtag
Dienstag, 5. März 2024
BLK Lienz

Details

Sprechtag
Mittwoch, 6. März 2024
BLK Wörgl

Details

Sprechtag
Mittwoch, 13. März 2024
BLK Reutte

Details

Sprechtag
Donnerstag, 14. März 2024
BLK Rotholz

Details

Bauernbund Wetterservice

Über 160.000 Mitglieder nahmen auch heuer wieder unsere Bauernbund-Agrarwetter-Hotline in Anspruch. Dieses Service steht unseren Mitgliedern ab Anfang April wieder zur Verfügung.

aktuelles Wetter

Wozu Tiroler Bauernbund?

In unserem Imagefilm und der Infobroschüre erfahren Sie mehr über Ursprung, Aufgaben, Ziele und die Bedeutung des Tiroler Bauernbundes.

Aktuelle Videos

Broschüre

Warntafel hier bestellen

Bestellungen unter tbb@tiroler-bauernbund.at bzw. telefonisch unter 0512/59 900-12

Für Bauernbund-Mitglieder: 20 Euro inkl. Versand | für alle anderen: 30 Euro exkl. Versand

 

Volltextsuche

Die einfache Suche nach Personen, Orten, Dingen und Terminen!

Tiroler Bauernbund · Brixner Straße 1 · 6020 Innsbruck · Tirol | Österreich · Telefon +43 512 59 900-12 · email

powered by webEdition CMS