Haltungskennzeichnung sorgte bei Herbstkonferenzen für Diskussionen

Die Herbstkonferenzen des Tiroler Bauernbundes in den Bezirken Imst und Schwaz zeigten erneut auf, in welchen Themen die Bauern, Bäuerinnen und Jungbauern politische Vertretung fordern.

23.11.2023


Herbstkonferenz in Imst: Bauernbundobmann LH-Stv. Josef Geisler, Forum-Land-Bezirksobmann Magnus Gratl, Bezirksbäuerin Andrea Lechleitner, Bezirksbauernobmann Andreas Gstrein, Bezirksobleute der JB/LJ Elisa Thurner und Clemens Sonnweber, LK-Präsident NR Josef Hechenberger und Bauernbunddirektor Peter Raggl



Herbstkonferenz in Schwaz: Bezirkskammerobmann Andreas Prosch, Bauernbunddirektor Dr. Peter Raggl, Bezirksobmann der JB/LJ Daniel Steinlechner, Bezirksbauernobmann Hannes Partl, Bezirksbäuerin Monika Garber, Forum-Land-Landesobmann NR Hermann Gahr, Bezirksleiterin JB/LJ Maria Rauch, Bauernbundobmann LH-Stv. Josef Geisler, FL-Bezirksobmann Christian Aigner, LK-Präsident NR Josef Hechenberger (Fotos: TBB)


Am Mittwochabend vergangener Woche fand im Agrarzentrum West/Restaurant iKuh in Imst die traditionelle Herbstkonferenz des Tiroler Bauernbundes statt. Rund 100 Interessierte folgten der Einladung von Bezirksbauernobmann Andreas Gstrein und diskutierten bis spät in die Nacht hinein.

Bezirksbauernobmann Andreas Gstrein gab einen Überblick über die aktuelle Situation der Bäuerinnen und Bauern im Bezirk. „Die Landwirtschaft im Bezirk Imst ist vielfältig wie wohl kaum anderswo in Tirol. Auch wenn ein Großteil der landwirtschaftlichen Sparten eine gute Ernte verzeichnen konnte, so stellte der 18. Juli einen massiven Einschnitt in der positiven Bilanz dar: Die Schäden im Wald sind enorm und die Aufräumarbeiten für unsere Forstbauern eine Herkulesaufgabe, die wir nur mit Unterstützung von Land und Bund stemmen können“, so Gstrein. Immerhin handle es sich um einen Wettlauf gegen die Zeit. 

Auch ortet Gstrein große Sorge, was die Entwicklungen rund um die Haltungskennzeichnung in Deutschland betrifft: „Es muss uns gelingen, den Stellenwert der Kombinationshaltung und des Erhalts der Almwirtschaft zu erklären. Hierbei handelt es sich um einen wesentlichen Beitrag zum Tierwohl. Wir dürfen uns nicht von Deutschland her die Haltung unserer Tiere diktieren lassen. Das wäre das Ende der Alm- und Berglandwirtschaft in unserem Land. Und ich erinnere daran, dass Selbstversorgung mit Lebensmitteln keine Selbstverständlichkeit ist. Wir müssen deshalb unsere Bauernfamilien auch in Zukunft umfassend absichern“, findet Gstrein klare Worte.

„Wer mit Kombihaltung wirbt, soll sie auch unterstützen“

Rund 100 Interessierte folgten der Einladung zur Schwazer Herbstkonferenz von Bezirksbauernobmann Hannes Partl nach Strass.
Partl gab Einblick in die Stimmung im Bezirk: „Auch wenn wir heuer keinen Riss durch Wolf und Bär zu verzeichnen hatten, so bereiten die zahlreichen Übergriffe in anderen Bezirken und die Rudelbildungen in unmittelbarer Grenznähe unseren Bauern große Sorge, ist doch jeder bestrebt, dass der Alm- und Weidesommer für sämtliche Nutztiere unfallfrei verläuft und im Herbst alle gesund auf den Heimbetrieb zurückkehren. Hier gilt unser Dank dem raschen Handeln der Tiroler Landesregierung, allen voran Agrarlandesrat Josef Geisler, der durch den raschen Verordnungsweg Abschüsse in Tirol ermöglicht. Bei unseren Milchbauern, ist, bedingt durch den Rückgang des Milchpreises auf derzeit 50 Cent, die Stimmung etwas gedrückt. Dabei ist es mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass der jährliche Durchschnittspreis im heurigen Jahr besser war als im Vorjahr“, so Partl weiter. Als positiv wertet er die Umsetzung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in öffentlichen Küchen: „Das ist ein erster Schritt hin zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie.“ Partl appellierte an die Anwesenden, bei der Außer-Haus-Verpflegung auf die Herkunft zu achten und nachzufragen, woher das Essen kommt. „Nur so können wir Bewusstsein schaffen.“ 
Zur Debatte um die Haltungskennzeichnung war es Partl wichtig festzuhalten, dass rund drei Viertel der Betriebe im Bezirk ihre Tiere in einer Kombination aus Anbindehaltung und Weidegang bzw. Almsommer halten. „Es braucht Maßnahmen auf Bundesebene, um Vertretern des Handels und Konsumenten klar zu machen, dass diese Art der Haltung viel Tierwohl beinhaltet. Ein Großteil der Werbebilder – die Kühe mit Hörnern in herrlicher Berglandwirtschaft zeigen – wären bei einer Abschaffung bzw. Herabstufung der Kombihaltung Geschichte. Wenn man mit Kombihaltung Werbung macht, soll man sie auch unterstützen.“

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