Klimafitter Wald der Zukunft

Der vergangene Oktober war der wärmste in Österreich in der 256-jährigen Messgeschichte, außerdem war er viel zu trocken. Diese Entwicklung bedeutet auch für den Wald nichts Gutes.

10.11.2022

Grundsätzlich kommt der Wald mit klimatischen Veränderungen gut zurecht. Im Laufe der Jahrtausende haben sich die Arten immer wieder angepasst oder sind teilweise auch verschwunden. Allerdings verändert sich durch den Einfluss des Menschen das Klima so rasend schnell, dass die Natur damit regelrecht überfordert ist. Der Anstieg der Durchschnittstemperaturen von Jahr zu Jahr und die damit einhergehende Trockenheit sind für den Wald massive Herausforderungen. Es gibt jemanden, der sich über diese Entwicklung freut, nämlich der Waldschädling Nummer eins – der Borkenkäfer.

Vielfalt statt Einfalt
Je vielfältiger ein Wald ist, desto besser ist er vor den Risiken des Klimawandels geschützt. Bunte Mischwälder sind reinen Monokulturen in dieser Hinsicht einen Schritt voraus und haben bessere Chancen, negative Umwelteinflüsse zu überstehen. Im Tiroler Waldbericht vom Jahr 2021 ist die Rede vom Motto: „Vielfalt statt Einfalt". Demzufolge wurden 2021 zentrale Handlungsfelder für den Umbau der klimasensiblen Bergwälder weiter verstärkt. Zusätzlich zu den bestehenden Förderprogrammen wurden mehr als 630.000,– Euro in die Aufforstung und Pflege von talnahen Mischwäldern investiert. Diese Gesamtinvestitionen wurden mit rund 504.000,– Euro (80 Prozent) vom Land Tirol unterstützt. Das entspricht einer Steigerung von ca. 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem wurde das begleitende Fortbildungsprogramm für Aufforstungs- und Laubholzpflege fortgeführt und zahlreiche Artikel, Filme und Vorträge zur Bewusstseinsbildung verfasst.

Was wächst im Wald der Zukunft
Derzeit ist die Fichte jene Baumart, die in Österreich am häufigsten vorkommt. Das wird sich massiv ändern. Hohe Temperaturen und Trockenheit machen der Fichte in tiefen Lagen zu schaffen, dazu kommt noch der Borkenkäfer, für den die geschwächten Fichten gefundenes Fressen sind. Unterhalb von 600 Meter Seehöhe und dort, wo sie nicht von Natur aus vorkommt, wird es in Zukunft kaum mehr Fichten geben. Dafür findet die Fichte in höheren Lagen mehr Lebensraum, weil durch die steigenden Temperaturen die Waldgrenze nach oben wachsen wird. Zukünftig könnten in tiefen Lagen Douglasien wachsen, sie sind sehr widerstandsfähig und auch unempfindlicher gegen Trockenheit. Aber auch Lärchen und Weiß-Tannen sollen gezielt wieder gepflanzt werden. Sie sind Tiefwurzler, kommen so auch während längerer Trockenperioden an Wasser und Nährstoffe und halten auch Stürmen eher Stand, da sie fest verankert sind. Laubbäume wie Eiche oder Berg-Ahorn werden im Wald der Zukunft eine bedeutende Rolle übernehmen. Speziell die Eiche kommt mit Trockenheit gut zurecht und kann sich nach heißen Phasen schnell wieder erholen. Der Berg-Ahorn hingegen kann sich als Allrounder unter anderem auch auf kargen Böden vieler Schutzwälder noch stärker behaupten.

Neben der Baumartenvielfalt ist die genetische Anpassung wichtig. Von Natur aus nachwachsende Bäume sind optimal an den Standort und an die lokalen Bedingungen angepasst.

Foto 1: Auch beim Wald gilt: Es kommt auf die richtige Mischung an. Standortangepasste Baumarten sind notwendig, damit der Wald dem Klimawandel gewachsen ist.
Foto 2: So verändert sich der Wald in Tirol im Zuge des Klimawandels. (Land Tirol)

 

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