LHStv. Geisler: „Bauern brauchen Einigkeit, um sich durchzusetzen“

Der Bogen der Spannungsfelder innerhalb der heimischen Bauernschaft ist groß. Während die GAP als selbstverständlich erachtet wird, spielen emotionale Themen wie die Rückkehr der Großraubtiere eine massive Rolle bei allen Bäuerinnen und Bauern. Forderungen nach Herkunftskennzeichnung, höhere Produkterlöse und Chancen für die Berglandwirtschaft sind aber ebenso Grund für viele Diskussionen. Welche Rolle dabei Bauernbund und Tiroler Volkspartei spielen und welche Ziele weiterhin verfolgt werden, erklären Landeshauptmann Platter und sein Stellvertreter Josef Geisler im Gespräch. (Teil zwei des Doppelinterviews)

25.11.2021

Die Gemeinsame Agrarpolitik ist in der Zielgerade. Wie sieht es für die Bauern in Tirol aus?
PLATTER: Ich habe schon vor Monaten den Pakt zwischen Landwirtschaft und Land Tirol erneuert. Das Land wird alle Kofinanzierungsmittel, die die Landwirtschaft benötigt, ausnahmslos zur Verfügung stellen. Das garantiere ich als Landeshauptmann und als Finanzreferent. Hier ist jeder Cent gut investiert. Es muss aber noch weiter gehen. Mich freut es, dass wir hier viele Initiativen gemeinsam mit LHStv. Geisler umsetzen konnten: Von der Almmilchkuhprämie über das klimafitte Grünland bis zur bodennahen Gülleausbringung – alles Punkte, wo wir zusätzlich zu den EU-Mitteln auch viel Geld aus der Landesschatulle im Sinne der Bauern in die Hand genommen haben.
GEISLER: Ja, es war vieles möglich und mit einer starken Vertretung wird auch weiterhin viel möglich sein. Zur GAP: Wir haben für Tirol eine jährliche Erhöhung der Mittel erreicht. Das soll vor allem den Bergbauernbetrieben zugutekommen. Und wir haben noch einige wichtige Projekt in der Pipeline, Stichwort: Herkunftskennzeichnung. In der praktischen Umsetzung der GAP war es uns wichtig, in Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer auch Vereinfachungen zu erreichen. So soll etwa die Futterflächenfeststellung auf Almen auf komplett neue, für die Betroffenen rechtssichere Beine gestellt werden.

Herr Landeshauptmann, der Begriff Herkunftskennzeichnung ist gefallen. Wie stehen Sie dazu?
PLATTER: Wir versuchen als Land schon lange, dass dort wo es möglich ist, auch heimische Produkte eingesetzt werden. In den öffentlichen Küchen sind wir mittlerweile wirklich weit, die Pandemie hat außerdem das Bewusstsein der Menschen dafür erhöht. Es ist also die richtige Zeit, hier einen Schritt weiterzugehen. Ich gratuliere den bäuerlichen Vertretern zur Initiative „Ich sag, wo's herkommt" als freiwillige Kennzeichnung. Ich beobachte sehr genau, dass immer mehr Gastronomiebetriebe auf diesen Zug aufspringen, weil es die Konsumentinnen und Konsumenten fordern. Sie wollen wissen, woher ihr Schnitzel stammt und wie die Tiere am Hof gehalten werden. Das ist eine große Chance für die Tiroler Landwirtschaft und hier werden wir dranbleiben.

Abschließend ein Blick in das Getriebe der Volkspartei. In den letzten Wochen ist parteiintern einiges passiert. Wie ist der aktuelle Stand?
PLATTER: Zur Volkspartei: Ja, es waren intensive Zeiten. Wir haben aber mit Alexander Schallenberg einen Profi an der Spitze. Jetzt ist es wichtig, die gegenwärtigen Herausforderungen abzuarbeiten. Die Pandemie hat uns auch als Politik noch fest im Griff. Die Maßnahmen sind hart, besonders für jene, die nicht geimpft sind. Wir dürfen hier nicht nachgeben, ein Blick in unsere Spitäler zeigt, wie heikel die Situation aktuell ist. Ich will aber auch einen Blick in den Bauernbund werfen und betonen, was die Bauern mit Josef Geisler für ein Glück haben. Er ist nicht der große Dampfplauderer oder Populist. Er ist aber für seine Bauern ein erfolgreicher Vertreter, auch wenn es nicht immer einfach ist. Gerade bei schwierigen Themen darf man den Bauern nicht Sand in den Augen streuen. Mit dem Landesbauernrat ist es wichtig, Josef Geisler zu unterstützen und damit auch seine Position in der Partei und in der Landesregierung zu stärken. Aus meiner Sicht möchte ich ergänzen: Nur die Volkspartei kümmert sich ehrlich um die Anliegen der Bauern. Das sollte man nicht vergessen!

Knapp vor der weihnachtlichen Festzeit: Welche Wünsche dürfen ein Landeshauptmann und sein Stellvertreter äußern?
GEISLER: Ich wünsche mir Geschlossenheit in der bäuerlichen Welt. Als kleine Gruppe in der Gesellschaft braucht es diese Einigkeit, um unsere Anliegen auch durchzusetzen.
PLATTER: Für mich ist eines ganz wichtig: Ich mache mir Sorgen um den sozialen Frieden im Land. Die Pandemie hat viele Gräben aufgeworfen. Ich wünsche mir, dass die Menschen einerseits auf die Wissenschaft und ihre Leistungen vertrauen und andererseits erkennen, dass wir solche Krisen nur miteinander bewältigen können.

Vielen Dank für das Gespräch!

Foto:
LH Günther Platter und LHStv. Josef Geisler im Interview über die Herausforderungen für die Landwirtschaft.


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