Gemeinsam an Lösungen arbeiten

Am Kasslerhof der Familie Klaus und Barbara Raggl in Roppen fand kürzlich das erste heurige Sommergespräch des Tiroler Bauernbundes statt.

26.08.2021

Bis in die späten Abendstunden diskutierten zahlreiche Bauern, Bäuerinnen und Jungbauern mit den anwesenden Referenten und Funktionären über aktuelle agrarpolitische Themen. Im Zentrum stand die Rückkehr der Raubtiere Wolf und Bär, die den Bauern im ganzen Land große Sorgen bereitet.
Toni Mattle, Wirtschaftslandesrat und selbst Bauer in Galtür, sprach den Stellenwert des Zusammenhaltes zwischen Bauern und Wirtschaft an: „Bäuerinnen und Bauern sind ein wichtiger Faktor in der Tiroler Wirtschaft. Die Wirtschaftskreisläufe in unseren Talschaften sind ein ganz wesentlicher Motor für den ländlichen Raum. Dazu braucht es viele Rädchen, die ineinandergreifen, so auch Wirtschaft, Tourismus und Landwirtschaft."
Der Weg, den der Tiroler Landtag eingeschlagen hat, um Problemtieren unter den Beutegreifern Herr zu werden, kann zum Ziel führen", so Mattle weiter. Er beobachte, dass dieses Thema schon lange kein einzig und allein bäuerliches ist, sondern vielmehr auch Urlauber und besonders ältere Menschen in der Bevölkerung verunsichere.

Strasser: Familie ist Trumpf
Bauernbundpräsident Georg Strasser gratulierte der Familie Raggl zu ihrem Hof: „Wir haben es hier mit einem Betrieb zu tun, bei dem es der Familie gelungen ist, Talente und Potenziale gut umzusetzen, wie beispielsweise die mobile Werkstätte und die unterschiedlichen Betriebszweige am Hof." Und Strasser ergänzte: „Euer größtes Ass ist eure Familie. Wir als Politik geben zwar tagtäglich unser Bestes, um möglichst gute Rahmenbedingungen für heimische Familienbetriebe durch finanzielle und beratungsspezifische Absicherungen zu schaffen. Welchen Weg eine Familie mit ihrem Hof in Zukunft geht, das liegt jedoch in der Hand der Familie, die vor Ort wirtschaftet." Auch führte Strasser Themen wie den enormen Stellenwert einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnungen und die laufenden Verhandlungen um die Ausgestaltung der GAP für die kommende Finanzperiode an. „Die kleinstrukturierte österreichische Landwirtschaft wirtschaftet bereits seit Jahrzehnten unter den strengsten und höchsten Umweltauflagen. Wir leisten hier einen sehr wichtigen Beitrag für Biodiversität und Nachhaltigkeit und das muss in der Umverteilung der EU-Gelder auch berücksichtigt werden."

Gstrein: Zusammenhalt ist Gebot der Stunde
Hauptthema des Abends war die Rückkehr der Beutegreifer Wolf und Bär. Bezirksbauernobmann Andreas Gstrein appellierte trotz aller Emotionalität, die das Thema mit sich bringt, an die Einigkeit: „Es braucht gerade jetzt Geschlossenheit innerhalb der Bauernschaft. Wir Bauern bekommen tagtäglich hautnah auf brutalste Art und Weise die Brisanz des Themas zu spüren, aber ein Großteil der Bevölkerung spricht sich nach wie vor für die Ansiedelung aus. Da müssen wir zusammenstehen und noch viel Aufklärungsarbeit leisten", so Gstrein.
Bauernbundobmann Josef Geisler berichtete den Bauern über die jüngsten Gesetzesnovellen auf Landesebene, die dieses Wochenende in Kraft getreten sind: „Wir haben alle Register gezogen und den uns zur Verfügung stehenden gesetzlichen Rahmen in Tirol voll ausgeschöpft. Im neuen Almschutz- und Jagdgesetz werden nun Weideschutzgebiete, ähnlich wie in Schweden oder Finnland, ausgewiesen und ein fünfköpfiges unabhängiges Fachkuratorium entscheidet rasch und unabhängig über die Entnahme von Problemtieren. Somit gehen wir in Tirol als erstes österreichisches Bundesland diesen Weg, um zu einer raschen Entnahme von Raubtieren zu kommen. Denn eines steht für uns hier in Tirol fest: Wenn der Wolf kommt, verschwinden Alm und Bauern und das trifft dann unsere ganze heimische Bevölkerung", so Geisler. Nun sind für Geisler vor allem der Bund und die EU gefordert. „Das Thema brennt in vielen EU-Staaten und es kann nicht sein, dass die FFH Richtlinie fast schon wie ein Evangelium über Jahrzehnte unangetastet und unverändert bleibt, obwohl die Wolfspopulation europaweit exponentiell explodiert", so Geisler weiter.
LK-Präsident Josef Hechenberger schlug in Sachen Wolf in die gleiche Kerbe und forderte wie Geisler eine rasche Entnahme von Problemtieren. Hechenberger thematisierte auch den Grundverkehr: „Wir beobachten eine besorgniserregende Entwicklung der zufolge immer mehr ausländische Investoren Tiroler Höfe aufkaufen. Wir werden diesen Tendenzen weiterhin Riegel vorschieben. Eigentum und Bewirtschaftung unserer Tiroler Bauernhöfe dürfen nicht auseinandergehen." In Sachen GAP bleiben die Forderungen Hechenbergers klar: „Eine Umverteilung auf die ersten Hektar, die Stärkung der Ausgleichszulage und endlich ein praxistaugliches System für die Almfutterflächenfeststellung."


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