Gemeinden setzen sich für Wolfsentnahme ein

Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes, spricht im Interview über Wölfe und Bären und was ihre Rückkehr für die Tiroler Bevölkerung bedeutet.

01.07.2021

Wie bewerten Sie die derzeitige Situation rund um Wolf und Bär in Tirol?
SCHÖPF: Tatsache ist, dass seit Wochen beinahe täglich von Wolfsrissen berichtet wird. Es passiert im Außerfern, im Oberen Gericht, im Pitztal und im Ötztal, aber auch im Wipptal, Stubaital, Zillertal und auch in Osttirol. Vor einem Jahr gab es Berichte aus Kössen. In Umhausen wurde unlängst bei einem toten Schaf die DNA eines Bären nachgewiesen. Vor diesem Hintergrund verschärft sich die Debatte um die großen Beutegreifer. Auf der einen Seite die Verfechter der Wiederansiedlung von Wolf und Bär und auf der anderen jene, die wissen, wie mühevoll unsere Vorfahren das Land bewohnbar gemacht und die Kulturlandschaft geschaffen haben. Das Vergrämen der großen Beutegreifer war dabei Programm. Für die Kombination „Beutegreifer und Viehwirtschaft" war und ist in unserem Land kein Platz.

Welche Stimmung nehmen Sie vonseiten der Gemeinden wahr?
SCHÖPF: Die Kollegenschaft berichtet von erzürnten Bauern und solchen, die die Schafhaltung unter diesen Umständen aufgeben wollen. Sie kann aber auch mit den naturromantischen Ansätzen von Behirtung, Elektrozäunen und Wolfsmanagement nichts anfangen. Zur Illustration: In meiner Heimatgemeinde werden jeden Sommer zwischen 5000 und 6000 Schafe auf die diversen Almen, die bis über 3000 Meter Seehöhe in hochalpines Gelände hinauf reichen, aufgetrieben. Das Ganze spielt sich auf mehr als 250 km² ab. Hier von Zäunen und Hirten zu schwadronieren, ist weltfremd.

Sehen Sie die Sicherheit von Bürgerinnen und Bürgern in Gefahr?
SCHÖPF: Die Beutegreifer nähern sich über die Almen durchaus schon dem Siedlungsraum. Wenn berichtet wird, dass in Lana in Südtirol ein Bär durch den Ort spaziert oder in Serfaus und Tobadill Bärenspuren bestätigt werden, dann führt das zu Verunsicherung bei den Bürgerinnen und Bürgern und selbstverständlich ist das eine Gefährdung der Sicherheit.

Sie sind als Unterstützer des Vereins „Alm ohne Wolf" gelistet. Was hat Sie dazu veranlasst?
SCHÖPF: Weil ich die Alm- und Weidewirtschaft als essenziellen Bestandteil unserer Tiroler Kulturlandschaft sehe. Sie bietet Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten für Einheimische und Gäste. Werden Almen nicht mehr bestoßen, verwildern sie, das Landschaftsbild leidet, die Naturgefahren werden mehr. Noch etwas: Nicht nur ich frage mich, wo denn vor dem Hintergrund der verstörenden Bilder von gerissenen Schafen die diversen Tierschutzvereine sind.

Wolfspetition der Tiroler Gemeinden
„Wolf gefährdet Almwirtschaft – Gemeinden fordern Land Tirol zum Handeln auf" nennt sich die Petition des Tiroler Gemeindeverbandes und der Landwirtschaftskammer Tirol, die vergangene Woche landesweit an die Gemeindestuben ausgeschickt wurde. In der Erklärung fordert man von der Tiroler Landesregierung und dem Tiroler Landtag unter anderem ein klares Bekenntnis zum Erhalt der Alm- und Weidewirtschaft, die Möglichkeit der Entnahme von Problemwölfen, die Ausweisung von Zonen, in denen Herdenschutz nicht möglich ist, die finanzielle und ideele Unterstützung bei der Umsetzung praktikabler Herdenschutzmaßnahmen und die vollständige, rasche und unbürokratische finanzielle Entschädigung bei Rissgeschehen. Zahlreiche Gemeinden haben sich bereits gemeldet und die Forderungspapiere eingereicht.

Foto: Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf


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