Bauern und ihre Geschichten vor das Podcast-Mikrofon holen

„Aufleben dahoam“ heißt der Podcast, den die Kitzbühler Bezirksbäuerin Maria Pirnbacher und Marie Theres Filzer von der BLK Kitzbühel gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Die Bauernzeitung sprach mit Maria Pirnbacher über die Vision hinter dem Projekt.

08.04.2021


Frau Pirnbacher, wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen bäuerlichen Podcast zu starten?
PIRNBACHER: Die Idee für den Pod-cast trage ich schon länger in mir. Podcasts sind Audiobeiträge, die über das Internet, bei uns über die Plattform YouTube, bezogen werden können. Sie eignen sich hervorragend dafür, Menschen vor das Mikro zu holen und Geschichten zu erzählen, wie nur das Leben sie schreiben kann. „Aufleben" – das wünscht sich zurzeit jeder von uns. Ich höre selbst sehr gerne Podcasts, da ich mir bei diesem Medium selbst aussuchen kann, über welches Thema ich informiert werde. Gerade in der aktuellen Situation, wo man von den Medien mit ein und demselben Thema „erschlagen" wird, schätze ich diese Option. In Deutschland sind Pod-casts bereits sehr beliebt und auch in Österreich befinden sie sich auf dem Vormarsch. Im bäuerlichen Bereich hingegen hinken wir noch etwas nach, obwohl es beispielsweise bereits den Podcast „Wer nichts weiß, muss alles essen" von „Land schafft Leben", der sich mit allen Aspekten rund um Lebensmittel beschäftigt, und „Servus, Agrarpolitik!" vom Österreichischen Bauernbund, wo, wie der Name schon sagt, über aktuelle Entwicklungen in der Agrarpolitik gesprochen wird, gibt. Wir möchten ein Mittelstück sein und einen realistischen Einblick in das bäuerliche Leben geben. Zu unserem Titel gehört daher auch der Nachsatz „Der Podcast für bäuerliche Familien und alle, die mehr wissen wollen".

Welcher Gedanke steht hinter „Aufleben dahoam"?
PIRNBACHER: Es geht uns darum, bäuerliche Familien in den Vordergrund zu holen und so auch das Wir-Gefühl in der Landwirtschaft zu verstärken. Zuerst muss uns innerhalb der bäuerlichen Gemeinschaft klar sein, welche Werte wir nach außen tragen wollen – dann können wir den Konsumenten auch unsere Geschichte erzählen, das bäuerliche Leben und damit verbunden die Arbeitsweise verständlich machen und Bewusstseinsbildung betreiben. Natürlich dürfen wir auch nicht vergessen, dass wir Bäuerinnen und Bauern genauso Konsumenten sind – bei sich selbst anzufangen, ist daher ein guter Grundsatz. Denn wenn wir die bäuerlichen Werte nicht leben, können wir sie auch nicht nach außen transportieren.

Welche Persönlichkeiten konnten Sie bislang vors Mikrofon holen?
PIRNBACHER: Bisher haben wir zwei Podcast-Folgen veröffentlicht. Unser erster Gast war Helga Brunschmid, die als Landesbäuerin und Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Tirol ihr Leben der Landwirtschaft widmet und deren Interessen vertritt. Unser zweiter Gast war die Psychotherapeutin Angelika Wagner, die über die Herausforderungen in bäuerlichen Familien gesprochen hat. In unserem nächsten Beitrag unterhalten wir uns mit Katharina Hechenberger, der Ehefrau des Landwirtschaftskammerpräsidenten Josef Hechenberger, über den Einsatz, den die Familie leistet, um Josef in seiner wichtigen Position zu unterstützen.

Welche Themen behandeln Sie und Frau Filzer konkret?
PIRNBACHER: Oft wird nach außen hin nur die Wirtschaftsweise des landwirtschaftlichen Betriebes wahrgenommen, aber nicht die Menschen, die als Familie die Bauernhöfe bewirtschaften und erhalten. Die bäuerliche Familie als großer Mehrwert für die Gesellschaft, weil sie neben der Pflege der Kulturlandschaft auch die Pflege der pflegebedürftigen Menschen übernimmt und die Kinderbetreuung ganz selbstverständlich auf dem Hof gemacht wird. Die verschiedenen Wege, die die landwirtschaftlichen Betriebe einschlagen, vom Start eines Bauernhofes über den Wechsel von Betriebszweigen bis hin zur Aufgabe eines Hofes möchten wir ebenso beleuchten wie den gelebten oder eben nicht gelebten Glauben oder Traditionen im Wandel. Nicht nur im Bezirk Kitzbühel, wo wir beide herkommen, sondern über ganz Tirol verteilt möchten wir mit den Bäuerinnen und Bauern in Kontakt treten. Wir möchten uns ganz offen auch schwierigeren aktuellen Themen annehmen, wie beispielsweise Homosexualität und Transgender.

Schlussworte?
PIRNBACHER: Wir möchten jede und jeden herzlich dazu einladen, sich unseren Podcast anzuhören. Wir leben von unseren HörerInnen. Finden kann man uns auf YouTube unter „Aufleben dahoam". Bis jetzt haben wir knapp 60 AbonnentInnen und über 600 Personen haben sich unsere erste Folge mit Helga Brunschmid bereits angehört. Wir sind sehr zufrieden mit dieser Entwicklung. Ich möchte die Leser-Innen auch gerne dazu aufrufen, dass sie sich bei uns melden, wenn sie gerne ihre Geschichte in unserem Podcast erzählen wollen.

Vielen Dank für das Gespräch!


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