Schlachthof Fließ nimmt nun konkrete Formen an

Das Projekt Schlachthof Fließ kommt nun in eine konkrete Phase: Vor kurzem wurde es den Entscheidungsträgern im Bezirk Landeck präsentiert. Für Bezirksobmann Elmar Monz ist der Schlachthof essenziell für den Erhalt der kleinstrukturierten Bauernbetriebe im Bezirk.

19.11.2020

Schon seit einiger Zeit ist eine Projektgruppe dabei, ein Konzept zu erarbeiten, das den Schlachthof in Fließ als zentrale Schlachtmöglichkeit für den größten Teil des Bezirkes Landeck vorsieht. Bernhard Pircher, als Projektleiter der Modellregion Landeck ein Motor des Vorhabens, erklärt dazu: „Es geht hier vor allem um eine gemeinsame Lösung von Schlachtungen, die derzeit teilweise auch gemeinschaftlich erfolgen, aber viele zunehmend vor große Herausforderungen stellen. Außerdem soll damit die regionale Landwirtschaft abgesichert und die Wertschöpfung in der Region gehalten werden."
Die Projektpräsentation war ursprünglich in einer öffentlichen Sitzung mit allen Bürgermeistern des Bezirkes geplant. Wegen der aktuellen Corona-Situation erfolgte die Vorstellung nun in Form einer Videokonferenz in Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft Landeck. Präsentiert wurde dabei der derzeitige Planungsstand einschließlich Investitionskosten, ein Businessplan, ein Verteilungsschlüssel für die Investitionen sowie die Gesellschafterstruktur.

Die Kernpunkte des Projekts
Was sind nun die Kernpunkte des Projekts? Es geht darum, die bestehende Schlachtstätte, die bereits Schlachtungen aus dem überwiegenden Teil des Bezirkes durchführt, weiterzuentwickeln. Einzelinvestitionen in kleine örtliche Schlachtstätten sind unrentabel und stellen die Gemeinden zusehends vor große Probleme. Außerdem soll dadurch eine Notschlachtkompetenz vor Ort gesichert werden, auch für weitere Tierrassen wie Pferde, Schafe, Ziegen und Wild.
Schließlich kann eine professionelle Schlachtstätte den Weiterbestand der kleinteiligen Landwirtschaft im Bezirk Landeck absichern und neue Perspektiven, auch in Richtung Absatz von Qualitätsfleisch, bieten. Die Produktion von Qualitätsfleisch eignet sich sehr gut für Nebenerwerbsbetriebe und ist oft die einzige Alternative zur nachhaltigen Nutzung und Veredelung des Grünlandes in den Berg- und Almregionen. Regionale Kreisläufe mit kurzen Transportwegen reduzieren die Umweltbelastung und heben den Regionalstolz aller beteiligten Akteure. Die zunehmend nachgefragten regionalen Produkte könnten sowohl in der Direktvermarktung als auch in der Gastronomie so besser abgesetzt werden.
Bernhard Pircher: „Gerade das Frühjahr hat gezeigt, welche Bedeutung unsere kleinen Handwerks- und Verarbeitungsbetriebe haben. Vielleicht wurden sie in der jüngsten Vergangenheit auch zu wenig wahrgenommen, aber es waren vor allem diese Betriebe, wo sich auch in der Krise tagtäglich das Rädchen drehte."
Die Investitionssumme für das Projekt wird derzeit mit 2,3 Millionen Euro berechnet. Die Landesregierung hat in einem Grundsatzbeschluss die Bereitstellung von 600.000 Euro fixiert. Seitens der Gemeinden des Bezirkes gibt es zum größten Teil positive Signale, dieses Projekt weiter zu verfolgen, vorbehaltlich der Abstimmungen in den einzelnen Gemeinderäten.

Frische Perspektive für die kleinstrukturierte Landwirtschaft
„Gerade für die bäuerliche Direktvermarktung im Bezirk ist die Errichtung des Schlachthofs Fließ ein wichtiger Zukunftsimpuls", freut sich der Landecker Bezirksbauernobmann Elmar Monz. Der Schlachthof sei eine gewaltige Bereicherung für die kleinstrukturierte Landwirtschaft des Bezirks. Die Spezialisierung auf Vieh, das in der Region gemästet und geschlachtet wurde, bietet den großteils im Nebenerwerb arbeitenden Bauern eine Chance, höhere Einnahmen mit ihren Produkten zu erzielen – und bietet somit eine frische Perspektive für das künftige Wirtschaften.
Zudem lobt Monz alle Beteiligten, die hinter dem Projekt stehen. „Nicht nur die Umsetzung des Schlachthofs ist gut ausgearbeitet, sondern auch seine Erhaltung. Damit gewinnen die Bäuerinnen und Bauern einen nachhaltigen, zukunftsorientierten Partner."


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