„Zusammenarbeit ist das Gebot der Stunde“

Der Raiffeisenverband Tirol steht unter neuer Führung: Der Verbandstag hat am Dienstag dieser Woche den bisherigen Obmann-Stellvertreter LAbg. Dipl.-Ing. Hermann Kuenz zum neuen Obmann gewählt. Aus diesem Anlass führte die BauernZeitung das folgende Interview.

22.10.2020


Bauernzeitung: Herr Obmann, wie ist es dazu gekommen, dass Sie für diese Funktion vorgeschlagen wurden?

kuenz: Mitglied des Vorstandes im Raiffeisenverband Tirol war ich schon mehrere Perioden, seit 2016 bin ich Obmann-Stellvertreter bzw. Vizepräsident. Der Vorstand hat meine Person als Wahlvorschlag eingebracht, es hat keinen zweiten Vorschlag gegeben. Darauf hinweisen darf ich, dass der Verbandstag in sehr eingeschränkter Form und unter strengsten Auflagen über die Bühne gegangen ist.

Wie sind Sie selber im Raiffeisensektor verwurzelt?
Ich war seit 2005 Obmann der Raiffeisenkasse Lienzer Talboden und bin dort seit gut einem Jahr Aufsichtsratsvorsitzender, komme also aus dem Bankenbereich. Das ist eine kleine Bank in einem regionalen Zentralraum, von dort habe ich einen guten Blick auf den ganzen Sektor.

Welche Rolle spielen heute die Genossenschaften in der Landwirtschaft?
Im bäuerlichen Bereich haben die Genossenschaften eine besondere Bedeutung – von den Verwertungsgenossenschaften, Käsereien und Molkereien über die Tierzucht bis zu den Lagerhäusern, zum Energiebereich und zu anderen Segmenten. Unseren Mitgliedsgenossenschaften bieten wir nicht nur die Revision als Serviceleistung, sondern auch andere Beratungen im Rechts- und Steuerfragen oder die Führung der Buchhaltung.
Es war nicht meine persönliche Intention, diese Funktion zu übernehmen, aber ich stelle mich dieser Verantwortung. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass wir außerordentliche, extrem fordernde Zeiten haben: Führungsverantwortung zu übernehmen muss man sich derzeit gut überlegen, doch die Vorstandsmitglieder sind auf mich zugegangen. Das hat mich dann überzeugt, mich dieser Aufgabe zu stellen. Ich habe mir das gut überlegt und kann nur versprechen, dass ich diese Funktion mit meinem vollen Engagement ausüben werde. Dabei hoffe ich, dass sich alle Mitglieder durch mich vertreten fühlen, denn der Vorstand bzw. der Funktionär ist auch Eigentümervertreter.

Sie übernehmen den Verband in einer schwierigen Zeit?
Nicht nur Corona, sondern die gesamte wirtschaftliche Entwicklung fordert den Verband. Es gibt große Strukturveränderungen, zum Beispiel im Geldsektor mit einer extrem niedrigen Zinslandschaft, die die Banken im klassischen Bereich besonders fordern. Einfach gesagt: Heute als kleine Bank Geld zu verdienen bei gleichzeitiger Servicierung der Kunden ist eine extreme Herausforderung. Deswegen ist Zusammenarbeit das Gebot der Stunde; ausdrücklich möchte ich auch das Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwähnen.
Uns muss bewusst sein, dass wir ein Dienstleistungsunternehmen, eine Serviceorganisation sind. Wir sind nicht so sehr alleine Aufsicht, sondern wir wollen den Fokus voll und ganz auf die Servicierung der Mitglieder setzen, die Anliegen der Mitglieder ernstnehmen und auf diese eingehen und auch die wirtschaftliche Zukunft des Verbandes absichern.
Ich bin gewohnt, Verantwortung zu tragen, unter anderem als Obmann des Finanzausschusses im Tiroler Landtag. Diese Ziele kann ich nicht alleine erreichen, sondern ich lade alle dazu ein, also die Vertreter der Mitglieder, die Geschäftsführung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Dazu pflege ich auch eine offene Kommunikation, bei der jeder wissen soll, wie er dran ist. Ich bin zwar nicht der Jüngste, möchte aber doch einen Neustart verkörpern – eine gewisse Lebens- und Führungserfahrung soll dabei nicht schaden.

Ist die Genosssenschaft als Rechtsform heute noch aktuell?
Die Genossenschaft ist ein modernes System, das sehr gut in unsere Zeit passt. Friedrich Wilhelm Raiffeisens Idee ist in einer Phase der extremen Not entstanden. Ich wünsche mir, dass wir nie und nimmer in eine solche Notsituation kommen, aber gerade die derzeitigen Herausforderungen sind Auftrag, dass wir Problemlösungen gemeinsam angehen. Dafür ist die Genossenschaft die ideale Organisationsform. Darum wird es auch einer meiner Schwerpunkte sein, die Genossenschaft als Organisationsform und unsere Serviceleistungen anzubieten, wenn sich eine Gruppe mit einer neuen Idee zusammenfindet.
Zum Schluss möchte ich noch eines betonen: Wir haben als Raiffeisenverband auch eine besondere Verantwortung für den ländlichen Raum, weil dieser gerade jetzt neue Chancen bekommt.

Danke für das Gespräch und alles Gute für die neue Aufgabe!
A.H.


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