Missstände rund ums Essen aufgezeigt

Regionalität und die Pflicht zur Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln sind dem Bauernbund ein Herzensanliegen. Aufmerksam auf Essen zum Spottpreis und weit gereiste Lebensmittel machten Bauernbunddirektor Raggl und Präsident Strasser vergangene Woche über Social Media.

15.10.2020


Ziemlich viel Staub wirbelten in den vergangenen Wochen Facebook-Postings zum Thema Regionalität und Herkunftskennzeichnung auf.

Wiener Schnitzel mit Pommes zum Spottpreis von 2,90 Euro
Bauernbunddirektor BR Dr. Peter Raggl veröffentlichte über die Social-Media-Kanäle des Tiroler Bauernbundes eine Werbeanzeige des Möbelhauses Kika, in der ein Schnitzel „Wiener Art", wahlweise vom Schwein oder vom Huhn, serviert mit Pommes Frites, um 2,90 Euro angeboten wurde.
Raggl kritisierte: „Menschen erfahren bei solchen Angeboten nicht, woher die Zutaten in ihrem Essen wirklich kommen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden – lediglich der Preis lässt es erahnen. Dieser Fall bestätigt uns abermals in unserer Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung."
Als durchaus positiv empfindet Raggl jedoch die Tatsache, dass sich in diesem Bereich sehr viel bewegt. „Menschen wollen wissen, woher ihr Essen kommt. Die Beiträge in den sozialen Medien werden sehr häufig kommentiert und geteilt. Ich sehe hier eine erfreuliche Entwicklung hin zu einer höheren Sensibilität für dieses wichtige Anliegen."

Äpfel aus Neuseeland im Österreichischen Parlament
In die gleiche Richtung geht ein Fall, den kürzlich Bauernbundpräsident Georg Strasser veröffentlichte. Strasser schreibt auf seinem Facebook-Profil: „Äpfel aus Neuseeland im Österreichischen Parlament?! Das darf einfach nicht passieren! Genau aus diesem Grund treiben wir die Herkunftskennzeichnung in der öffentlichen Beschaffung mit Nachdruck voran!"
Auslöser für den Beitrag war, dass der Betreiber der Gastronomie im Parlament, der eigentlich eine vertragliche Verpflichtung hat, nur regionale Produkte zu verwenden, plötzlich Äpfel aus Übersee anbot, obwohl normalerweise die regionale Verpflegung gut funktioniert. „In diesem Fall ist ein Fehler in der Beschaffung passiert. In Zukunft müssen wir allesamt noch genauer kontrollieren, damit sowas nicht mehr vorkommt. In einem Land wie Österreich braucht es keine Äpfel aus Neuseeland, schon gar nicht dort, wo man mit gutem Beispiel voran gehen sollte! Ja, Fehler passieren. Und ja, wir sprechen diesen Fehler bewusst an, um zu zeigen, dass man es künftig anders vorleben soll", so Strasser abschließend.


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