Wolf im Schafspelz? So denken die Tiroler

Es steht fifty-fifty in der Wolfsdebatte: Die Hälfte der Tirolerinnen und Tiroler fordert die Entnahme von Wölfen. Eine Meinungsumfrage verdeutlicht die Uneinigkeit.

08.10.2020

Anfang Juli führte das Meinungsforschungsinstitut Demox Research unter der Leitung von Dipl.-Ing. Paul Unterhuber eine Umfrage zum Thema „Wölfe in Tirol: Einstellung der Bevölkerung" durch. Die Ergebnisse zeigen: Die Tiroler sind in der Wolfsfrage gespalten. Ebenso deutlich ist die Kluft zwischen Stadt und Land.

Almwirtschaft trotz Isegrim?
Dass den Tirolern ihre Heimat hoch und heilig ist, zeigt ihre Zuneigung zur traditionellen Almwirtschaft. 95 Prozent der Tiroler halten die Almen für wichtig, für 62 Prozent ist die Almwirtschaft ein besonderes Anliegen. Verständlicherweise steigt dieser Wert bei Menschen aus der Landwirtschaft und dem Tourismus sogar auf weit über 70 Prozent. „Vonseiten der Bevölkerung gibt es den klaren Auftrag, die Tiroler Almwirtschaft weiterhin aufrechtzuerhalten", interpretiert Bauernbunddirektor BR Dr. Peter Raggl die Studie.
Jeder zweite Tiroler befürchtet, dass durch die weitere Verbreitung des Wolfes viele Almen nicht mehr bestoßen werden und fast 70 Prozent der Bevölkerung sehen in der Folge negative Auswirkungen auf Tourismus, landwirtschaftliche Produktion und Schutz vor Naturkatastrophen. „Wir nehmen die Sorgen der Bevölkerung ernst. Sicherheit ist das oberste Credo – und zwar nicht nur vor dem großen Beutegreifer Wolf, sondern auch vor Naturgefahren, die durch den Bewirtschaftungsstopp auf den Almen auf uns zukommen können", führt Raggl aus.

Großteils Unruhe
Als Referenz nimmt die Studie den Bezirk Innsbruck-Land zum Beispiel: So zeigte sich die Bevölkerung dort gegenüber dem Wolf bereits vor den regelmäßigen Rissen sehr beunruhigt. Ebenso skeptisch sieht man der Ansiedelung des Wolfes in der Nähe der eigenen Gemeinde. Der Bezirk Innsbruck-Land, der nicht nur der ländlichen, sondern auch der städtischen Bevölkerung zur Naherholung dient, kann der Präsenz des Beutegreifers am wenigsten abgewinnen – auf zwei Bewohner, die einer Ansiedelung des Wolfes sehr negativ gegenüberstehen, kommt nur einer, der dem auch positive Aspekte abgewinnen kann.
„Insbesondere die bäuerliche Bevölkerung wehrt sich gegen eine Ansiedelung des Wolfes – und das zurecht", meint Peter Raggl. „Mit dem Wolf ist keine rentable Land- und Almwirtschaft mehr möglich", spielt der Bauernbunddirektor auf den zu teuren und aufwändigen, großteils von Laien geforderten Herdenschutz an.

Wolf: Ja oder Nein?
Damit zur Gretchenfrage der Wolfsdiskussion: Bereits zu Beginn des Almsommers waren über 52 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler der Meinung, dass die Entnahme eines Wolfes, der Nutztiere tötet, möglich sein muss. Auch die städtische Bevölkerung sieht dies inzwischen mehrheitlich so. Den völligen Schutz des Wolfes wollen nur mehr rund 35 Prozent der Tiroler Bevölkerung.

Eine weitere Studie zum Thema Wolf läuft derzeit. Die nach dem Sommer angelegte Meinungsumfrage soll zeigen, wie sehr die durch Wolfsrisse geprägte Almsaison die Befragten beeinflusst hat. Die Tiroler Bauernzeitung wird darüber in den kommenden Wochen berichten.


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