Der lange Weg vom Zapfen bis zum Setzling

Das Mastjahr wurde rund um Innsbruck für die Ernte von Tannenzapfen genutzt. Baumkletterer des Maschinenringes waren für die Landesforstgärten Tirol im Ernteeinsatz.

17.09.2020


In den Wäldern oberhalb des Innsbrucker Stadtteiles Hötting wurden Tannenzapfen, die für die Produktion von Saatgut und Setzlingen benötigt werden, geerntet. Im Rahmen von sogenannten Freilandbeerntungen wurden mehrere hundert Kilogramm Zapfen aus einer Höhe von mehr als 25 Metern von stehenden Bäumen geholt. Das Steigen ist anspruchsvoll, da es zum Schutz der Bäume ohne Steigeisen erfolgt und aufgrund des unwegsamen Geländes auch der Einsatz anderer technischer Hilfsmittel nicht möglich ist. Zum Einsatz kommt deshalb professionelle Seilklettertechnik, die es den Baumkletterern des Maschinenringes, Peter Gruber und Christian Früh, ermöglicht, sicher bis in die Wipfel der Bäume aufzusteigen und das wertvolle Saatgut zu sammeln.

Vom Zapfen zur Jungpflanze
Das Pflücken ist dabei nur ein Teil eines aufwändigen und streng reglementierten Prozesses – vom Zapfen am Baum bis zur kleinen neuen Tanne, die bei Aufforstungen im Wald gepflanzt wird, ist es ein langer Weg. Gibt es so wie in diesem Jahr ein sogenanntes Mastjahr – sind also genügend Zapfen an den Bäumen – werden in ausgewiesenen Erntebeständen Beerntungen durchgeführt, um mit heimischem Pflanzmaterial den Tiroler Wald klimafit zu machen. Bei der Tanne erfolgt dies nur, wenn mindestens 20 Bäume pro Standort beerntet werden können, um eine genetische Vielfalt im Saatgut sicherstellen zu können. Durch einen fachmännischen Probeschnitt wird kontrolliert, ob in den Zapfen ausreichend volle Samenkörner enthalten sind und ob der Reifegrad stimmt. Ist nämlich das Erntegut zu trocken, würde der wertvolle Tannenzapfen bei der ersten Berührung zerfallen, ist es noch zu feucht, sind die Samen nicht keimfähig.
Ing. Christian Annewanter, Leiter der Landesforstgärten Tirol, erklärt, dass schon im Vorfeld – bis es überhaupt zur Ernte kommen kann – zahlreiche Kriterien erfüllt werden müssen: „Es ist beispielsweise genau geregelt, dass Saatgutbeerntungen nur in behördlich genehmigten Erntebeständen erfolgen dürfen." Für die Zulassung als Erntebestand muss neben einer Mindestfläche zudem ein Mindestalter des Bestandes vorliegen. Bei der Beurteilung der Eignung werden auch die wichtigsten genetischen Qualitätsmerkmale wie Drehwuchs, Zwieselbildung oder Wipfelbruch begutachtet. In Tirol gibt es derzeit rund 850 für die Samengewinnung zugelassene Wälder, die diesen Voraussetzungen entsprechen und damit für eine Beerntung zur Verfügung stehen. Im Zuge der Ernte von Tannen wird zusätzlich ein Probe-Zapfen pro Baum gesammelt, der im Labor wiederum auf genetische Merkmale kontrolliert wird.

Pflanzen für jedes Gebiet
Ist der Ernteprozess abgeschlossen, werden die Zapfen der Tanne in den Landesforstgärten nachgereift und großteils noch vor dem Winter ausgesät. Der Samen anderer Baumarten, wie der Fichte oder der Lärche, kommt in die betriebseigene Samenklenge zum Forstgarten Nikolsdorf. Dort werden die geernteten Zapfen getrocknet, entflügelt, gereinigt und in einem Kühlraum bei konstanter Minustemperatur bis zur Aussaat gelagert. Nach intensiver Pflege und Verschulung in den Landesforstgärten sind die Setzlinge je nach Baumart nach zwei bis fünf Jahren bereit für die Pflanzung in den Wäldern. „Für jedes Gebiet – je nach Höhenlage und natürlichen Rahmenbedingungen – gibt es entsprechende Jungpflanzen, die nur in der passenden Region gepflanzt werden dürfen, um eine nachhaltige Entwicklung der Tiroler Wälder sicherzustellen. Immer wichtiger wird dabei auch die Pflanzung von verschiedenen klimafitten Baumarten", ergänzt Annewanter.

Foto: Christian Annewanter von den Landesforstgärten Tirol (r.) mit Sven Langner, Maschinering-Forstdienstleistungen, den Baumkletterern Christian Früh und Peter Gruber und Waldaufseher Andreas Hell (v. l. n. r. ) im Erntebestand in Innsbruck.


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