Startschuss für die Urwahlen: „Wir alle sind der Bauernbund“

Alle sechs Jahre wählen die Tiroler Bäuerinnen und Bauern ihre Führung neu. Neben den Bauernbund-Urwahlen vom 9. bis 11. Oktober und den Wahlen der Ortsbauernobmänner und Stellvertreter bis 14. Oktober werden auch in anderen bäuerlichen Einrichtungen und Institutionen die personellen Weichen neu gestellt.

17.09.2020


In der Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend und in der Tiroler Bäuerinnenorganisation sind die Ortswahlen bereits voll im Gange. Im Forum Land werden die Bezirksführungen ab Mitte Oktober gewählt. Vom 9. bis 11. Oktober wählen rund 18.000 Bauernbundmitglieder in 330 Ortsgruppen die Ortsbauernräte und diese aus ihren Reihen die Ortsbauernobmänner und Stellvertreter. Alle diese Wahlen greifen ineinander und haben in der Ermittlung der Funktionäre auch starke Auswirkungen auf die Landwirtschaftskammerwahl im März 2021 und in weiterer Folge auch auf die Gemeinderatswahlen 2022.
Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler erklärt dazu: „Unsere Tiroler Bauern durchleben turbulente Zeiten. Die Herausforderungen der Vergangenheit haben uns jedoch gezeigt, dass wir als Bauernbund mit unseren Anliegen nur dann erfolgreich sind, wenn die bäuerliche Bevölkerung zusammensteht und geschlossen auftritt. Niemand vertritt unsere Interessen, wenn wir Bauern es nicht selber tun. Setzen wir mit der Urwahl daher ein starkes Signal der bäuerlichen Geschlossenheit!"
Die Neuwahlen bringen die stets notwendige Auffrischung und Erneuerung in den bäuerlichen Gremien. Zu den bewährten und erfahrenen Funktionären kommen immer wieder neue, jüngere und unverbrauchte Kräfte hinzu. Ein besonderes Potenzial, das es verstärkt zu nutzen gilt, bietet dabei die Jungbauernschaft/Landjugend. Wegen Erreichung der Altersgrenze und neuen Lebensinteressen scheiden oft bewährte Kräfte aus, die dem Bauernbund nahestehen und für die Stammorganisation oder das Forum Land eine Bereicherung darstellen können.

Demokratischste Wahlen
Die Urwahlen des Tiroler Bauernbundes gehören zu den demokratischsten Wahlen überhaupt. Hier kandidieren nicht verschiedene Listen oder Personen gegeneinander, sondern es wird gewählt, wer den Mitgliedern als am besten geeignet erscheint. Die in echter und basisdemokratischer Weise durchgeführten Familien- und Hauswahlen bieten die sichere Gewähr, dass wirklich die tüchtigsten Leute in den Ortsbauernrat gewählt werden, diejenigen, die am meisten Rückhalt und Vertrauen in der örtlichen Bauernschaft genießen.
Das Um und Auf des Tiroler Bauernbundes sind funktionierende Ortsgruppen, der ständige Kontakt zur Basis und vor allem motivierte Funktionäre. Die Ortsbauernobmänner und Ortsbauernräte sind daher die wichtigsten Schlüsselpersonen innerhalb des Bauernbundes, mit ihnen steht und fällt der Erfolg.

Bauern müssen sich selbst vertreten
Viele Bauern wenden heute ihre ganze Kraft für die Optimierung des eigenen Betriebes auf. Andere stoßen mit der Doppelbelastung von Nebenerwerbslandwirtschaft und Zweitberuf an ihre Grenzen. Die verfügbare Zeit wird immer weniger. Es wird daher nicht einfacher, Menschen zu finden, die unbezahlt und oft auch unbedankt zur Übernahme von Verantwortung für die Gemeinschaft bereit sind.
Klar ist aber: Bäuerliche Anliegen müssen in erster Linie von den Bauern selbst vertreten werden. Sie können nicht delegiert werden. Die Bauern können sich nicht aus der Verantwortung dem eigenen Berufsstand gegenüber verabschieden. Vor allem auf Orts- und Gemeindeebene fallen viele Entscheidungen, die starke Auswirkungen auf die gesamte Landwirtschaft bzw. auf einzelne Bauern haben. Darin liegt die besondere Bedeutung des Ortsbauernrates.

Wer wählt, der zählt
Bei der Urwahl geht es darum, in Absprache mit den am Hof lebenden Familienmitgliedern jene Persönlichkeiten aus unseren Reihen auf die Stimmzettel zu schreiben, die am besten zur Interessenvertretung und zum Interessenausgleich befähigt sind.
Bauernbunddirektor BR Dr. Peter Raggl appelliert abschließend: „Bei den Urwahlen ist jeder gefordert. Wir alle sind der Bauernbund. Ich bitte daher alle Ortsbauernobmänner, eine möglichst vollständige Wahlbeteiligung sicherzustellen. Gleichzeitig danke ich allen Funktionären aufrichtig für ihre Arbeit zum Wohle der Tiroler Bauern in den vergangenen sechs Jahren!"

Ausschreibung der Bauernbund-Urwahlen 2020
Gemäß Paragraph 1 der Wahlordnung des Tiroler Bauernbundes beschließt die Bundesvorstehung, dass die satzungsgemäß alle sechs Jahre stattfindenden Urwahlen des Tiroler Bauernbundes in allen Ortsgruppen zwischen dem 9. und 11. Oktober 2020, also innerhalb von drei Tagen, durchzuführen sind.

Als Stichtag, nach dem sich alle mit der Urwahl zusammenhängenden Termine und Fristen zu richten haben, wurde der 14. August 2020 festgelegt.

Die Ortsbauernobmänner werden aufgefordert, bis Sonntag, 27. September, den Ortswahlausschuss zu konstituieren. Der Ortswahlausschuss besteht aus dem amtierenden Ortsbauernobmann als Vorsitzenden und zwei weiteren Personen.

Der Stimmzettel, auf dem die Wahlberechtigten ihre Vorschläge für den Ortsbauernrat namhaft machen, ist samt Kuvert und Mitgliederliste in der Zeit vom 5. bis 9. Oktober jedem Stamm-, Einzel- und eingetragenen Familienmitglied zuzustellen.

Der Wahlvorgang gilt erst dann als abgeschlossen, wenn möglichst alle Mitglieder der Ortsbauerngruppen ihren Stimmzettel abgegeben haben oder diese eingesammelt wurden. Ob die Stimmzettel wieder eingesammelt werden oder ob/wann/wo die Stimmzettel abzugeben sind, legt der jeweilige Ortswahlausschuss fest.

In Bauernbundortsgruppen mit bis zu 50 Mitgliedern sind 4 Ortsbauernräte, in Ortsgruppen mit 51 bis 100 BB-Mitgliedern sind 6 Ortsbauernräte und in Bauernbundortsgruppen mit über 100 Mitgliedern sind 8 Ortsbauernräte zu wählen.

Der neu gewählte Ortsbauernrat ist vom Vorsitzenden des Ortswahlausschusses bis Mittwoch, 14. Oktober 2020, einzuberufen. Dieser hat dann unter Beiziehung des bereits gewählten Jungbauernobmannes und der Ortsleiterin der TJB/LJ sowie der Ortsbäuerin – sofern sie Bauernbundmitglied ist – aus ihrer Mitte mittels Stimmzettel den Ortsbauernobmann und dessen Stellvertreter zu wählen. Den Vorsitz bei der Wahl führt das an Jahren älteste Mitglied des neu gewählten Ortsbauernrates.

Nach vollzogener Wahl des Ortsbauernobmannes erfolgt die Konstituierung des Ortsbauernrates durch die Einbeziehung der kooptierten Ortsbauernratsmitglieder (Vertreter des Forum Land bzw. der Weichenden, Vertreter der Pensionisten, Ortsvertrauensmann des Tiroler Land- und Forstarbeiterbundes)
Die Bundesvorstehung
des Tiroler Bauernbundes

Foto: Die Tiroler Bäuerinnen und Bauern wählen ihre Vertreter neu. Die Bauernbund-Urwahlen finden von 9. bis 11. Oktober statt, bis 14. Oktober werden die Ortsbauernobmänner und ihre Stellvertreter gewählt.


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