Land setzt 180.000 Euro für Kampf gegen Neophyten ein

Vergangene Woche wurde die Neophytenstrategie des Landes Tirol präsentiert. Ziel ist die Sicherung der Biodiversität und die Minimierung von Auswirkungen auf die Bevölkerung.

03.09.2020


Neophyten sind gebietsfremde Pflanzenarten, die eingeschleppt wurden, sich rasch ausbreiten, schnell vermehren und sich sowohl auf den heimischen Tier- und Pflanzenbestand, die Land- und Forstwirtschaft als auch auf die Gesundheit des Menschen negativ auswirken können. Eine breit angelegte landesweite Neophytenstrategie soll dazu beitragen, die Ausbreitung problematischer Neophyten zu vermeiden, diese zu beseitigen oder jedenfalls möglichst gering zu halten.
„Das Neuauftreten der gebietsfremden Organismen ist auf den Menschen zurückzuführen", erklärt Konrad Pagitz, Leiter des Kompetenzzentrums Neophyten-Tirol. Sorgloser Umgang mit Zierpflanzen oder Nutzpflanzen sei der Keim vieler der schädlichen Neophyten. „Wir beschäftigen uns konkret mit 14 Pflanzenarten, deren Auftreten wir minimieren wollen. Der Großteil der Arten wurde bewusst nach Tirol gebracht, es handelt sich bei den schädlichen Neophyten also um ein hausgemachtes Problem." Es sei daher auch die Aufgabe des Menschen, einzugreifen und die Auswirkungen der Schädlinge zu mindern.
„Aus diesem Grund fördert das Land die Neophytenstrategie mit 180.000 Euro für die Jahre 2020/2021", erklärt auch LHStv.-in Ingrid Felipe. Für sie ist der Erhalt der Artenvielfalt eine sehr dringliche Aufgabe, die man gemeinsam angehen muss.

Gefahr für Mensch, Tier und Ökologie
Einzelne Organisationen und Gemeinden hätten den Neophyten in den letzten Jahren bereits den Kampf angesagt, so Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler. Wichtig sei ihm, diesen Gruppen fachliches Know-How zur Verfügung zu stellen.
Die Eindämmung der Neophyten ist Geisler ein wichtiges Anliegen. „Unser Ziel ist es, die Neophyten in Schach zu halten und zu verhindern, dass neue gebietsfremde Pflanzen eingeschleppt werden. Gerade auch in der Landwirtschaft verursachen Neophyten beträchtliche Schäden. Diese reichen von Ernteausfällen bis hin zur Beeinträchtigung der Tiergesundheit durch giftige Pflanzen", führt LHStv. Josef Geisler aus. Beispielsweise sei es vorgekommen, dass Wucherungen des Staudenknöterich Wegeböschungen labil gemacht und somit Abrutschungen verursacht haben. Ebenso seien Kälber gefährdet, da sie nach Verzehr des südafrikanischen Greiskrautes zu Tode kämen. Mitarbeiter des Straßendienstes würden sich Hautreizungen und Verbrennungen beim Umgang mit dem Riesenbärenklau zuziehen. Beeinträchtigt werde auch die Aufforstung des Waldes, da die invasiven Arten die Aufzucht der Jungbäume erschweren würden.
Die Bekämpfung von Neophyten, die oftmals nur händisch möglich und sehr zeitaufwändig ist, sieht Geisler als gemeinschaftliche Aufgabe und setzt auf Prävention. „Regionalität sollte nicht nur beim Lebensmitteleinkauf, sondern auch bei der Gartengestaltung selbstverständlich sein", so Geisler. Die Landesforstgärten bieten etwa heimische Sträucher und Bäume. Für Grünflächen stehen im Rahmen der Initiative „Tiroler Blumenwiesn" in Kürze regionale Saatgutmischungen zur Verfügung.

Foto: Bei der Präsentation der Neophytenstrategie im botanischen Garten in Innsbruck: Paul Illmer (Dekan der Fakultät für Biologie der Universität Innsbruck), Reinhard Lentner (Abt. Umweltschutz Land Tirol), LHStv. Josef Geisler, LHStv.-in Ingrid Felipe und Konrad Pagitz (Leiter des Kompetenzzentrums Neophyten-Tirol) – im Bild zu sehen sind Teile des berüchtigten Riesenbärenklau.


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