Thema Wolf: Vorzeitige Almabtriebe – Land fordert mehr Handlungsspielraum

Das Thema Wolf beherscht derzeit die bäuerliche Bevölkerung: Nach 13 Schafrissen in Navis und Schmirn ist am Wochenende ein Großteil der Naviser Bauern mit ihren Schafen vorzeitig von den Almen abgefahren. Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler fordert den Bund auf, das Thema in Brüssel aufs Tapet zu bringen. Unterstützung für diese Forderung kommt nun auch von Landeshauptmann Günther Platter, der gegenüber dem ORF erklärte: „Es muss nun Schluss sein mit der Almromantik!“

20.08.2020


Die Naviser Bauern sind in Aufruhr, die Situation für sie nicht mehr tragbar. Immerhin werden dort rund 1.200 Schafe auf 28 Almen gealpt. Bei einer kurzfristig einberufenen Versammlung am letzten Freitagabend mit rund 160 Teilnehmern wurde Klartext geredet: „Der Wolf gehört einfach nicht hierher", stellte Bgm. Lukas Peer klar. Prominente Unterstützung bekam er dabei von NR Hermann Gahr, Gebietsobmann Bgm. Alexander Woertz, Schafzuchtverbandsobmann Michael Bacher und Landesjägermeister-Stv. Artur Birlmair.
Gahr stellte unmissverständlich klar: „Die Wiederansiedelung von Wolf und Bär gefährdet die Viehhaltung und das friedliche Zusammenleben auf unseren Almen. Es muss uns gelingen, die Behördenverfahren zur Definition und zur Entnahme von Problemwölfen massiv zu beschleunigen." Für die wenigen Almen Tirols, auf denen Herdenschutz machbar ist, fordert Gahr darüber hinaus rasche Hilfe. Es braucht eine schnelle Herdenschutz-Eingreiftruppe auf Landesebene, die ständig und sofort verfügbar ist.
Unterstützung kam auch seitens des Tiroler Jägerverbandes. Landesjägermeister-Stv. Artur Birlmair betonte: „Wir müssen das Problen legal und über die Landesgrenzen hinaus lösen!" Für Schafzuchtverbandsobmann Michael Bacher ist Herdenschutz nicht realistisch: „Das funktioniert bei uns nicht!" Gebietsobmann Alexander Woertz kündigt inzwischen weitere Schritte an: „Wir werden nun über den Planungsverband Wipptal massiv die Forderung nach einer sofortigen Entnahme von Problem- und Hybridwölfen erheben. Herdenschutz ist außerdem von Land und Bund zu organisieren. Ansonsten ist die Schafhaltung im Wipptal und den Seitentälern massiv gefährdet." Außerdem solle geprüft werden, ob durch den Wolf nicht auch andere gefährdete Kulturarten verschwinden würden. Woertz abschließend: „Tirol ist aufgrund seiner topografischen und touristischen Situation für die Wiederansiedelung des Wolfes nicht geeignet!"
Rechtlich sind dem Land Tirol aufgrund der EU-Vorgaben und des Schutzstatus des Wolfs derzeit enge Grenzen gesetzt. „Die Möglichkeiten, die wir haben, werden wir voll ausreizen. Gleichzeitig fordern wird den Bund auf, das Thema in Brüssel aufs Tapet zu bringen. Wir brauchen dringend mehr Handlungsspielraum", verlangt Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler.
Die Tiroler Almwirtschaft, der Tourismus und der Wolf passen in Tirol nicht zusammen, bekräftigte auch LH Günther Platter. Er werde sich dafür einsetzen, dass der Schutzstatus des Wolfes gesenkt wird. Er habe hundertprozentiges Verständnis für den Unmut der Bauern. Platter will in Zusammenarbeit mit weiteren neun Ländern und Regionen der Arge Alp Druck auf die Europäische Union machen. Denn Tirol könne nicht alleine den Schutzstatus des Wolfes senken. „Wir müssen schauen, dass der Status reduziert wird, damit eine Entnahme leichter möglich ist. Es geht auch um den Schutz der Schafe und Ziegen. Und ich bin der Meinung, dass der Wolf bei uns keinen Platz hat", so der Landeshauptmann.
Ein markantes Zeichen setzen wollen die Bauern in See im Paznauntal: Wie Bernhard Pircher, Obmann der Alpe Versing, ankündigte, wolle man beim Almabtrieb im Herbst einen Hutschmuck mit grünen Zweigen und ein grünes Halstuch bzw. Armbinde oder Schleife tragen, auf Kränze und Blumenschmuck werde ausdrücklich verzichtet. Damit wolle man die Initiative almohnewolf.at unterstützen.


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