Tierwohl: Geflügel-Schlachthof auf Rädern

Die mobile Geflügelschlachtung ermöglicht den Tiroler Bauern eine neue Herangehensweise an die Haltung von Masthühnern und Co.

13.08.2020


Tierwohl, Regionalität und Nachhaltigkeit – all dies vereint die mobile Hühnerschlachtung, die von der Landwirtschaftskammer, dem Maschinenring und dem Land Tirol forciert wurde. Seit Kurzem touren Metzgermeister Martin Gröbner und sein Team mit ihrem Schlacht-Anhänger durch die Tiroler Bezirke und führen Geflügelschlachtungen vor Ort am Hof durch.

Schlachtung kommt zum Tier
Zwei Jahre lang dauerte es, die Idee einer Geflügelschlachtung auf Rädern zu realisieren. „Es war kein Spaziergang. Eine überbetriebliche Schlachtung bringt viele rechtliche Probleme mit sich. Diese konnten jedoch auch dank der Landesveterinärdirektion geklärt werden", bedankt sich Projekt-Initiator Wendelin Juen, LK-Fachbereichsleiter, bei Landesveterinärdirektor Josef Kössler für seinen Einsatz.
„Die mobile Geflügelschlachtung bedeutet ein hohes Maß an Tierwohl und -schutz. Das Geflügel muss keinem langen Transportweg ausgesetzt werden, die Schlachtanlage kommt zum Tier statt umgekehrt", so Daniela Scharmer von der Landesveterinärdirektion.
„Wir wollen das positive Image, das das Tiroler Ei bereits hat, auf das gesamte Geflügel übertragen. Mit der mobilen Geflügelschlachtung ist der erste Schritt getan und ich bin froh, dass wir Regionalität, Tierschutz und Transparenz darin vereinen konnten", führt Maschinenring-Geschäftsführer NR Hermann Gahr aus. Angedacht seien in Zukunft zwei bis drei Schlachtmobile, die bestimmten Bezirken zugeteilt sind, um den Bedarf an Schlachtkapazität zu decken.

Produkt für Premium-Nische
„Die ‚Mobile Geflügelschlachtung' ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Versorgung mit regionalen Lebensmitteln. Damit bieten wir der Tiroler Landwirtschaft einen neuen Zugang zur Geflügelhaltung und kurbeln die regionalen Kreisläufe an. Für kleinstrukturierte Bauernbetriebe ist die Einrichtung eines eigenen Schlachtraums unrentabel. Durch das Schlachtmobil, das tirolweit im Einsatz ist, können nun Legehennen und Mastgeflügel tierwohlgerecht und stressfrei geschlachtet werden", führt Landeshauptmannstellvertreter Bauernbundobmann Josef Geisler aus. Bisher liege die Selbstversorgung bei Mastgeflügel unter ein Prozent.
„Der Wunsch nach heimischem Geflügelfleisch vonseiten des Konsumenten ist da", bestätigt Wendelin Juen. „Natürlich stellt das regionale Hendl-, Puten-, Enten- und Gänsefleisch ein Premiumprodukt dar. Der Großhandel bietet Geflügel meist sehr billig an. Das geht bei uns nicht – dafür entspricht die Qualität und der Umgang mit den Tieren jedoch einem viel höheren Niveau."

Verantwortung übernehmen
Die Familie Knoflach hält auf ihrem Biohof neben Mutterkühen, Mastschweinen und Bienen auch 450 Legehennen, 400 Masthühner und 60 Weidegänse. Die hofeigenen Produkte vertreibt sie per Direktvermarktung. Der Hof „Ombesbichl" in Wildermieming setzt bei der Geflügelhaltung auf Mobilität: Die nun durchgeführte mobile Hühnerschlachtung ergänzt die zwei Hühnermobile, mit denen die Knoflachs ihre Legehennen wöchentlich auf eine neue Wiese bringen. „Es ist für uns die optimale Haltungsform", erklärt Ingrid Knoflach. Ihr Sohn Phillip ergänzt: „Als Bauer muss man für das Wohl seines Tieres Verantwortung übernehmen. Das gilt bei uns nicht nur für die Küken, sondern bis hin zur Schlachtung. Die mobile Schlachtung gibt uns ein gutes Gewissen, da unser Geflügel tiergerecht gehalten und auch so geschlachtet wird."

Schonende Schlachtung
Metzgermeister und Landwirt Martin Gröbner aus Obernberg legt viel Wert auf das Wohl der Tiere, die er schlachtet: „Die mobile Geflügelschlachtung ist sicher die schonendste Schlachtmethode." Nachdem der Bauer das Geflügel in einer Transportsteige zum Schlachtmobil gebracht hat, werden die Tiere mittels Strom betäubt, entblutet, verbrüht und in die Rupfmaschine gegeben. Anschließend werden die Innereien entnommen und der saubere Schlachtkörper dem Bauern wieder übergeben. Bei Bedarf vermietet der Maschinenring auch den dazugehörigen Kühlraum, das „Kühlmobil".

Kontakt
Ansprechpartner für interessierte Betriebe ist die jeweilige Bezirksstelle des Maschinenring Tirol. Nähere Kontaktdaten finden Sie unter www.maschinenring.at/tirol.

Foto: Freuen sich über die Realisierung des Projekts: Landesveterinärdirektor Josef Kössler, LHStv. Bauernbundobmann Josef Geisler und Projekt-Initiator Wendelin Juen


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