Klima-Fitness auf den Wiesen: Saatgut-Projekt startet Mitte August

Die ständige Trockenheit auf den Feldern verbunden mit rekordverdächtigen Hitzewellen prägten die Sommerhalbjahre 2018 und 2019. Das Land Tirol unterstützt die Bauern im Zuge seiner Konjunkturoffensive bei der Sanierung der betroffenen Flächen. „Klimafitte“ Wiesen sollen geschaffen werden.

23.07.2020


Handtellergroße kahle Stellen zeichnen die Wiese des Bauern Stefan Gebhart in Fließ im Tiroler Oberland. Er ist nicht der Einzige, dessen Grund von den Klimaextremen der vergangenen Jahre 2018/2019 geschädigt wurde. Auch Ortsbauernobmann Peter Schlatter berichtet beim Lokalaugenschein von „totem" Boden und durch die Schäden teils minderwertigen Grünflächen in der Gemeinde.
„Ganz Tirol war von der Trockenheit und Hitze der vergangenen beiden Sommerhalbjahre betroffen", stellt Bauernbunddirektor BR Dr. Peter Raggl fest. „Trotz des guten Wachstums heuer sieht man deutlich die hinterbliebenen Schäden. Die Natur kann sich in diesem Fall nicht selbst kurieren." Seine Ausgangslage hatte das Projekt „Grünlandverbesserung – klimafitte Wiesen" im Tiroler Oberland. Umgesetzt wird es in allen Bezirken.

Qualität und Quantität sichern
Das Land Tirol unterstützt die Landwirte im Zuge seiner Konjunkturoffensive in den Jahren 2020 und 2021 mit jeweils 500.000 Euro für die Gewinnung klimatisch angepasster Wiesen. „Die letzten Jahre haben gezeigt, wohin die Landwirtschaft abdriften könnte, sollte sie keine Hilfestellung erhalten", so LHStv. Bauernbundobmann Josef Geisler über die geförderte Nachsaataktion. „Die Ausbringung geeigneten Saatguts gepaart mit modernen Bewässerungsanlagen stellt die Futtermittelgewinnung der Bauern sicher."
Derzeit seien die Wiesen voller Kraut, die Untergräser zeigten sich nur spärlich, meint Geisler: „Die Initiative soll das Wachstum hochwertiger Gräser wieder ankurbeln, um den Betrieben eine gute Grundlage zu bieten. Qualität und Quantität gehen dabei Hand in Hand: Besonders in der Heuwirtschaft ist ausreichendes Grundfutter von hoher Güte überlebensnotwendig."

Qualität kommt allen zugute
„Die Investition in ‚klimafittes' Saatgut in Kombination mit Beregnungsanlagen ist eine nachhaltige Anlage, die auch den Generationen nach uns noch zugutekommt", bedankt sich Elmar Monz, Bezirksbauernobmann von Landeck, bei LHStv. Josef Geisler, der das Projekt erst möglich gemacht hat. „Eine hohe Futterqualität nützt uns allen. Den Bauern gibt sie eine gute Grundlage, um erfolgreich zu wirtschaften, und die Konsumenten profitieren in Form von hochwertigen und wohlschmeckenden Produkten aus der Region", schlussfolgert Monz.

Handlungsbedarf
„Über 1000 Hektar Grund aus allen Tiroler Bezirken wurden für die Grünlandverbesserungs-Aktion 2020 angemeldet", freut sich Bezirksbauernkammer-Geschäftsführer und Grünlandexperte Peter Frank über das offensichtliche Interesse der Bauern. „Die regionale Kreislaufwirtschaft fängt auf der Wiese an. Wenn der Stadel leer ist, und der Stall voll Vieh, dann muss man handeln."
Das Grünland hat unter der Trockenheit und der Hitze stark gelitten. In Tallagen kam der Befall durch Engerlinge erschwerend hinzu.
„Die Grünlandnachsaat ist ein wichtiger Teil der Pflege von bewirtschafteten Wiesen. Ein lückiger Bestand fordert eine sofortige Gegenmaßnahme. Nur so lassen sich kurz- und langfristige Schäden reduzieren", erklärt Frank. Nicht nur der Pflanzenbestand sei gefährdet, auch die Arbeitssicherheit sei durch offenen Boden stark beeinträchtigt.

Projekt „Klimafitte Wiesen"
Ab Mitte August wird die Saat heuer ausgebracht. Drei an die jeweiligen Standorte angepasste Saatgutmischungen werden verwendet. Die Samen entsprechen dem höchsten Standard, der ÖAG-kontrollierten Saatgutqualität. Die Anmeldung für die erste Antragsphase endete am Montag, die zweite Antragsphase wird im Herbst stattfinden. Hierfür muss man einen Antrag über die Landwirtschaftskammer Tirol stellen. Die Bauern müssen einen Selbstbehalt von maximal 100 Euro pro Hektar bei der Nachsaat und 250 Euro pro Hektar bei der Neuanlegung bezahlen. Das Land übernimmt 160 Euro pro Hektar bei der Nachsaat und 250 Euro pro Hektar bei der Neuanlegung. Voraussetzung für die Förderung ist die Teilnahme am ÖPUL-Programm sowie die Haltung von Nutzvieh. Die Bauern verpflichten sich mit ihrer Beteiligung am Projekt zu einer Fortbildung zum Thema Grünlandverbesserung.

Foto: Elmar Monz, Bezirksbauernobmann Landeck, Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler, Grundbesitzer Stefan Gebhart mit Sohn Leo, Bauernbunddirektor BR Dr. Peter Raggl, Bauernbund-Bezirksgeschäftsführer Ing. Mag. (FH) Peter Frank, Albert Erhart vom Maschinenring und Peter Schlatter, Ortsbauernobmann von Fließ


Aktuelle Termine

Sprechtag
Mittwoch, 19. August 2020
BLK Imst

Details

Sommgespräch am Bauernhof
Mittwoch, 19. August 2020,
ab 20:00 Uhr
Fischerhof in Terfens, Weißlahn 3

Details

alle Termine


Was wäre Tirol ohne Bauern?

Informationen und die beliebten Produkte unserer Imagekampagne "Was wäre Tirol ohne Bauern?" finden Sie hier.

Kampagne


Hundekottafeln bestellen!

Die Hundekotproblematik ist ein ernst zu nehmendes Thema und betrifft viele Bauern in unserem Land. Wir setzen auf Aufklärung und bieten deswegen unsere Hundekottafeln zum Verkauf an. Infos, Bestellungen etc. unter tbb@tiroler-bauernbund.at oder Tel. 0512/59900-12

Infos, Preise, etc.

Infos, Preise, etc.

Unsere Adresse


Tiroler Bauernbund
Brixner Straße 1
A-6020 Innsbruck
Tirol - Österreich
Telefon +43 512 59900-12
Fax +43 512 59900-31

Email

Bauernbund Wetterservice


Unsere Bauernbund-Agrarwetterhotline erreichen Sie unter Tel. 0512/561593

aktuelles Wetter

Wozu Tiroler Bauernbund?


In unserem Imagefilm und der Infobroschüre erfahren Sie mehr über Ursprung, Aufgaben, Ziele und die Bedeutung des Tiroler Bauernbundes.

Aktuelle Videos

Broschüre

Volltextsuche


Die einfache Suche nach Personen, Orten, Dingen und Terminen!

Tiroler Bauernbund

powered by webEdition CMS