Weil Regionalität ein gutes Bauchgefühl macht. - Verpflichtende Herkunftskennzeichnung jetzt.

In den vergangenen Wochen, während der größten Krise seit Jahrzehnten, ist deutlich sichtbar geworden wie wichtig die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln für Österreich ist. Ein klarer Auftrag für den Tiroler Bauernbund, seine jahrelange Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung mit seiner neuen Großflächen-Kampagne öffentlich zu thematisieren.

16.07.2020


Bewusste Konsumenten wollen genau wissen woher ihr Essen kommt. Mittlerweile sind viele von uns gewohnt beim täglichen Einkauf nach einer präzisen Herkunfts- und Inhaltsangabe zu suchen. In den vergangenen Monaten haben sich viele Menschen intensiv mit der Herkunft und Verfügbarkeit heimischer Lebensmittel im Supermarkt auseinandergesetzt. Jetzt, wo die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie gelockert werden, rückt die Verpflegung außerhalb der eigenen vier Wände wieder mehr ins Zentrum. Der Außer-Haus-Konsum nimmt seit Jahren kontinuierlich zu und durchschnittlich verspeist ein Österreicher schon jetzt mehr außerhalb der eigenen vier Wände als daheim. Dadurch gewinnt unsere jahrelange Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung noch mehr an Relevanz.

Durch einen brutalen internationalen Preiskampf steht die österreichische Landwirtschaft, die höchste Umweltschutz-, Tierschutz- und Qualitätskriterien erfüllt, unter Druck.
Daher fordert der Tiroler Bauernbund eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Lebensmittel in Handel und Gemeinschaftsverpflegung. „Denn mehr Regionalität heißt gleichzeitig weniger Tiertransporte und jeder Konsument kann selbst entscheiden, welche Art der Landwirtschaft er will", so Bauernbunddirektor BR Dr. Peter Raggl in den einleitenden Worten. In den kommenden Tagen werden tirolweit über 700 Großflächentransparente in den einzelnen Ortsgruppen aufgehängt, die Botschaft soll auch über Medien verbreitet und somit das wichtige Anliegen in der breiten Öffentlichkeit thematisiert werden.

„Mehr denn je wollen die Menschen wissen, woher unser Essen kommt. Für mich steht außerfrage, dass Regionalität die Zukunft ist. Im Handel, im Haushalt, in öffentlichen Küchen und natürlich auch in der Gastronomie. Rund 200 Tiroler Betriebe aus der Gastronomie und Hotellerie leben diese Regionalität bereits und werden dafür von der Agrarmarketing Tirol als Bewusst-Tirol-Betriebe ausgezeichnet. Und ich bin überzeugt, dass die Betriebe von diesem Bekenntnis zur Regionalität mehr denn je profitieren, auch wenn die Situation derzeit eine schwierige ist. Transparenz bei der Herkunft von Lebensmitteln ist wichtig

und richtig. Vor allem auch in öffentlichen Einrichtungen und in der Gemeinschaftsverpflegung. Hier gibt es eine starke Vorbildwirkung und Sensibilisierung der Menschen. Gerade in der aktuell schwierigen Situation der Gastronomie ist Augenmaß gefordert. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von heute auf
morgen zu verordnen ohne die Betroffenen mitzunehmen, wäre der falsche Weg. Machen wir den ersten Schritt und führen wir die Herkunftskennzeichnung erst einmal in der öffentlichen Verpflegung ein", so Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler.

„Wir wollen, dass in öffentlichen und privaten Gemeinschaftsverpflegungen wie zB Mensen eine verpflichtende und simple Herkunftskennzeichnung für die Primärzutaten Milch, Fleisch und Eier eingeführt wird. Denn dort können sich die Konsumentinnen und Konsumenten bis jetzt nicht bewusst nach der Herkunft ihrer Lebensmittel entscheiden, weil das System undurchsichtig ist und derzeit nicht angeführt werden muss, woher die verarbeiteten Lebensmittel kommen", klärt LK-Präsident NR Josef Hechenberger die Hintergründe der Aktion auf. „Derzeit essen viele Konsumenten importierte Lebensmittel, ohne es zu wissen. Eine transparentere Kennzeichnung ist im Regierungsprogramm klar vereinbart und soll 2021 kommen. Bundesminister Anschober ist gefordert, die Herkunftskennzeichnung so rasch wie möglich umzusetzen", so Hechenberger weiter.

 

 

Warum Regionalität?
Auch importierte Lebensmittel können hochqualitativ sein. Lebensmittel aus Österreich haben zusätzlich einen Mehrwert. Nur mit dem Kauf österreichischer Lebensmittel bekommt der Konsument das Gesamtpaket:
• Frische und Qualität der Produkte
• Höchste Tierschutzstandards
• Nachvollziehbare und kontrollierte Haltungsformen
• Umweltschutz und Nachhaltigkeit
• Klimaschutz durch kurze Transportwege
• Versorgungssicherheit auch in Krisen
• Pflege und Erhalt der Kulturlandschaft
• Grundlage für Tourismus und Freizeitwirtschaft
• Lebendige und lebenswerte ländliche Regionen
• Regionale Wirtschaftskreise und Arbeitsplätze
• Wertschöpfung bleibt in der Region

Warum Herkunftskennzeichnung?
• Großteil der Konsumenten will wissen, woher die Lebensmittel kommen und wie sie erzeugt werden
• Konsumenten wissen Wert der heimischen Landwirtschaft zu schätzen
• Transparenz am Teller reduziert Tiertransporte
• Konsumenten sollen daher Recht und Möglichkeit haben, sich zu entscheiden, welche Form der Landwirtschaft sie unterstützen wollen
• Weil Österreichs Landwirtschaft nur eine Chance hat, wenn man das Gesamtpaket sieht, nicht nur den Preis
• Kennzeichnung bringt Wettbewerbsvorteile für Gastronomie mit Bekenntnis zu Ö
• Keine Trittbrettfahrer und schwarze Schafe schützen

Unsere Region ist Österreich
Unser Ziel ist kein aufgeblähter Bürokratismus. Es ist nicht notwendig, auf der Speisekarte jeden einzelnen Betrieb anzuführen. Die Angabe des Herkunftslandes (Österreich) genügt.
Nicht alles kann überall erzeugt werden, daher darf Regionalität nicht zu eng definiert werden. Unsere Region ist Österreich. Die Nichtverfügbarkeit von bestimmten Produktgruppen in Tirol oder gar in einzelnen Talschaften darf nicht dazu führen, die Produkte – weil ich sie eben ums Eck nicht bekomme – gleich am Weltmarkt zu beziehen. Österreich ist in allen maßgeblichen Produktgruppen Selbstversorger – bzw. kann es durch die Herkunftskennzeichnung werden.

Für jedes Gebiet gibt es landwirtschaftliche Leitprodukte. Für Tirol z. B. Rind- und Kalbfleisch, Milch und Milchprodukte, Kartoffeln, Gemüse. Diese Produktgruppen sollen nach Möglichkeit aus der Region bezogen werden. Andere Produkte, z. B. Schweinefleisch, sind nach Möglichkeit aus Österreich zu beziehen.

Was?
Jede Bauernbund-Ortsgruppe erhält ein oder mehrere Transparente zur Herkunftskennzeichnung (insgesamt wurden 700 Transparente mit vier unterschiedlichen Sujets gedruckt), die an gut frequentierten Plätzen aufgehängt werden. Durch die flächendeckende, ständige und fortwährende Präsenz im öffentlichen Raum wird das Thema in die Köpfe der Menschen gebracht und der öffentliche Druck erhöht.

 

Die Sujects im Überblick:

 


Aktuelle Termine

Sprechtag
Dienstag, 29. September 2020
BLK St. Johann in Tirol

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Sprechtag
Mittwoch, 30. September 2020
BLK Wörgl

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Informationen und die beliebten Produkte unserer Imagekampagne "Was wäre Tirol ohne Bauern?" finden Sie hier.

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Die Hundekotproblematik ist ein ernst zu nehmendes Thema und betrifft viele Bauern in unserem Land. Wir setzen auf Aufklärung und bieten deswegen unsere Hundekottafeln zum Verkauf an. Infos, Bestellungen etc. unter tbb@tiroler-bauernbund.at oder Tel. 0512/59900-12

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