DNA-Analyse bestätigt Wolfsverdacht in Osttirol

Jene zwei tot aufgefundenen Schafe, die am 7. Mai auf einer Heimweide im Gemeindegebiet von Matrei i. O. sowie jene drei Tiere, die am 18. Mai in Zedlach, ebenfalls Matrei, untersucht wurden, wurden nachweislich von einem Wolf gerissen.

04.06.2020


Das hat die DNA-Analyse der entnommenen Tupferproben ergeben. Dass bei den Rissen aufgrund der Bissspuren und Verletzungen von einem Wolf als Verursacher ausgegangen werden musste, war bereits klar. Der nachgewiesene Wolf stammt aus der italienischen Population. Um welches Individuum es sich handelt, lässt sich derzeit nicht sagen. Aktuell liegen der Behörde keine weiteren Meldungen über Risse oder Sichtungen aus der Region um Matrei in Osttirol vor. Ein aktuell gemeldeter Riss im Gailtal wurde vom zuständigen Amtstierarzt begutachtet. Aussagen über den möglichen Verursacher können keine getroffen werden, die entnommenen Proben werden zur DNA-Analyse geschickt.

„Nehmen Sorgen der Tierhalter sehr ernst"
Zu der von der Gemeinde Matrei i. O. am 18. Mai verfassten und am 27. Mai an das Land Tirol übermittelten Resolution, in der ein „wirkungsvolles Wolfsmanagement durch das Land Tirol in Form einer Entnahme" gefordert wird, sagt LHStv. Josef Geisler: „Wir nehmen die Ängste der Bevölkerung und die Sorgen der Tierhalter sehr ernst und beobachten die Situation sehr genau." Durch den hohen EU-Schutzstatus für große Beutegreifer sind dem Wolfsmanagement rechtlich aber äußerst enge Grenzen gesetzt. Innerhalb des EU-Rechtsrahmens habe man in Tirol bereits alle Voraussetzungen geschaffen. Für die Resolution sei das Land Tirol somit der falsche Adressat. Die Resolution werde deshalb an das Europäische Parlament und den Nationalrat weitergeleitet sowie dem Petitionsausschuss des Tiroler Landtags zur Kenntnis gebracht. „Seitens des Landes werden wir weiterhin unser Möglichstes tun", versichert Geisler.

Serfauser DNA-Proben noch nicht analysiert
In der ersten Maihälfte wurden in Tirol auch mehrere Rehrisse gemeldet, bei denen ein Wolfsverdacht geäußert wurde. Ein Reh im Gemeindegebiet von Landeck, ein Reh im Kaunertal und ein weiteres in Kals am Großglockner wurden jedoch von einem Fuchs getötet. Die Proben eines weiteren Rehrisses aus Matrei i. O. sind noch ohne Befund und müssen weiter untersucht werden. Noch nicht aus Wien eingetroffen sind die Ergebnisse der DNA-Analyse von den Proben in Serfaus.


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