„Wolf gefährdet Almen und ängstigt Menschen“

Wolfssichtungen und Schafsrisse in Matrei i. O. sowie die Wolfssichtung am Bruckerberg führen zur Verunsicherung bei Tierhaltern und in der Bevölkerung. „Der Wolf ist in Europa schon lange kein gefährdetes Tier mehr“, so LHStv. Josef Geisler.

22.05.2020


Die Wölfe sind europarechtlich mehrfach streng geschützt. „Das darf nicht dazu führen, dass dadurch unsere Kulturlandschaft gefährdet wird und sich die Menschen nicht mehr aus dem Haus trauen. Der Wolf hat bei uns in Tirol keine bedingungslose Daseinsberechtigung", so Bauernbundomann LHStv. Josef Geisler.
Geisler fordert die EU und NGOs zum Umdenken auf: „Der Wolf ist in Europa schon lange nicht mehr gefährdet und der Schutzstatus für den Wolf muss neu bewertet werden. Alleine in Deutschland leben derzeit 500 Wölfe in 17 Rudeln. Pro Jahr kommen 200 bis 220 Welpen dazu. Wildtiere müssen nach den Bedürfnissen der Menschen gemanagt werden."

Almwirtschaft absichern
„Auch habe ich es satt, dass bei der Diskussion um die Wolfsrisse das Leid der gerissenen Tiere regelmäßig heruntergespielt wird. Teilweise werden den Schafen und Ziegen ganze Körperteile bei lebendigem Leib abgebissen bzw. ganze Herden von im Jagdrausch des Wolfes über Felsvorsprünge in den Tod gestürzt", schildert Geisler unmissverständlich deutlich die Sachlage. Er ist in Sachen Rückkehr des Wolfes schon lange in engem Austausch mit dem Südtiroler Bauernbund.
„Ja, wir haben in Tirol ein faires und unbürokratisches Entschädigungsmodell für gerissene Nutztiere geschaffen, aber unseren Bauernfamilien geht es nicht um die finanzielle Entschädigung, sondern eben um das Wohlergehen ihrer Tiere. Viele Almbauern überlegen sich sehr gut, ob sie ihre Tiere in Zukunft noch auf die Alm bringen sollen, und das wäre für die Tiroler Almwirtschaft fatal", so Geisler. Die Almwirtschaft stelle laut Geisler für Tirol, seine Bevölkerung und Urlauber ein unverzichtbares Alleinstellungsmerkmal dar. „Ohne unsere Almwirtschaft wäre unser Land nicht das, was es ist. Die herrliche Kulturlandschaft, die Erholungssuchende aus aller Herren Länder zum Wandern einlädt, wäre mit einem Mal eine Wald- und Staudenlandschaft. Und unsere heimischen Nutztiere würden auf einmal um ihr Tierwohl gebracht. Birgt doch der Sommer auf der Alm einen ganz wesentlichen Beitrag für mehr Fitness und Wohlbefinden der Tiere in sich."

Herdenschutz nicht machbar
Kürzlich präsentierte das Land Tirol eine Machbarkeitsstudie zum Thema Herdenschutz, um die praktische Umsetzbarkeit sowie die Grenzen und Kosten von Herdenschutz mit Weidezaun bzw. Hund aufzuzeigen.
„Leider mussten wir auch hier feststellen, dass auf einem Großteil unserer Almen ein Herdenschutz erst gar nicht machbar ist, da die Topographie bzw. die starke Frequenz durch Wanderer die Umsetzung entsprechender Herdenschutzmaßnahmen nicht zulassen. Von den Kosten und dem Arbeitsaufwand ganz zu schweigen." Nichtsdestotrotz mache das Land erste Schritte in Sachen Herdenschutz.
Tirol lasse seine Bauern nicht im Stich, so der LH-Stellvertreter weiter, und zahle Entschädigungen aus: „Aber die Freiland- und Almhaltung deckt den Tisch für Raubtiere, und ein Bauer ist nicht der Futtermittelproduzent für Wölfe." Das Land Tirol habe bereits mehrere Maßnahmen von Entschädigungs- und Herdenschutzmaßnahmen gesetzt, aber Geisler hält dennoch fest: „Der Erhalt der heimischen Almwirtschaft und die Sicherheit stehen an oberster Stelle, und bislang hat noch kein Wolfexperte die Gefahr für Menschen komplett ausschließen können und erste Bauern überlegen bereits jetzt ihre Tiere nicht mehr auf die Almen zu bringen. Entnahmen als letzte Konsequenz sind daher auch laut österreichischen Wolfmanagement-Plan nicht auszuschließen."


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