Land Tirol bietet Anwendung zu großen Beutegreifern

Informationen zu Bär, Wolf und Luchs

14.05.2020


Wo gibt es in Tirol gesicherte Nachweise von großen Beutegreifern? In welchen Bezirken fand eine Rissbegutachtung statt?
Das Auftreten großer Beutegreifer wie Bär, Wolf und Luchs in heimischen Gebieten sorgt unter Almbäuerinnen und Almbauern für Verunsicherung. Pünktlich zum Start der Weidesaison auf den Almen gibt es eine neue Anwendung des Landes Tirol, die umfassende und gesicherte Informationen zu großen Beutegreifern und Rissgutachten gibt. Diese ist ab sofort online unter www.tirol.gv.at/bär-wolf-luchs sowie in der Land Tirol App am Ende der Startseite unter „Bär-Wolf-Luchs" oder im Menü unter dem Reiter Leistungen aufrufbar.
Die neue Applikation soll für TierhalterInnen ein Hilfsmittel sein, um noch besser informiert zu sein und gegebenenfalls noch rascher reagieren zu können. Kadaver von Nutztieren, die möglicherweise gerissen wurden, werden anschließend an die Begutachtung bzw. Probenentnahme durch Tiroler AmtstierärztInnen in der Anwendung erfasst, Wildtierkadaver erst dann, wenn ein großer Beutegreifer tatsächlich nachgewiesen wurde.

Tirolkarte mit Informationen zu Wolf-, Bär- oder Luchspräsenz
Bestätigte Sichtungen und Informationen zu den Begutachtungen von Nutztierrissen können künftig in Kurzform online abgefragt werden. Alle Fälle werden mit den notwendigen Informationen auf einer Tirol-Karte eingepflegt – dabei wird je nach Status unterschieden: „in Abklärung", „abgeklärt, keine Beteiligung großer Beutegreifer", „abgeklärt, Bär/Wolf/Luchs nachgewiesen". Die Suche ist zeitlich eingrenzbar. Sobald die Karte entsprechend der Suchergebnisse aktualisiert wurde, erscheinen darauf Kreissymbole, die den jeweiligen Status darstellen – beim Klick auf das Symbol können weitere Details zu Tierart, Sichtung bzw. Riss sowie Gemeindegebiet abgerufen werden.

Land Tirol bietet Beratung und Entschädigung
Wenn Almtiere aufgrund von Rissen eines großen Beutegreifers von den Almen geholt werden müssen, übernimmt das Land Tirol die Futterkosten. Zudem gibt es ein faires, gut funktionierendes Entschädigungsmodell für gerissene Nutztiere. Darüber hinaus bietet das Land Tirol Beratung für BewirtschafterInnen von Schaf- und Ziegenalmen. Im Zuge von Almbegehungen schätzen ExpertInnen auch die Machbarkeit von Herdenschutzmaßnahmen ein. Für Heimweiden stellt das Land Tirol eine begrenzte Anzahl von Notfall-Kits mit mobilen Elektrozäunen für eine befristete Zeit zur Verfügung.

Wolf riss zwei Schafe in Matrei in Osttirol
Vergangene Woche wurden in Matrei in Osttirol zwei tote Schafe aufgefunden. Aufgrund der festgestellten Verletzungen an den zwei toten Tieren kann der konkrete Verdacht ausgesprochen werden, dass sie durch einen Wolf gerissen wurden. Zur Bestätigung und für die weitere Abklärung wurden Proben entnommen.
Wie berichtet, wurde am Sonntag, den 3. Mai, in Matrei ein Tier gefilmt, das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf ist.

Land Tirol-App informiert frühzeitig
Die Empfehlung des Landes an die Osttiroler Tierhalter, Schafe auf der Weide mittels einem entsprechenden Elektrozaun zu schützen oder über Nacht aufzustallen, bleibt aufrecht.
Informationen zu großen Beutegreifern bietet auch die neue Funktion der Land Tirol-App.

Drei verschiedene Wölfe in Osttirol
Interessante Ergebnisse hat die Genotypisierung der 2019 und zu Jahresbeginn 2020 in Tirol nachgewiesenen Wölfe gebracht. „Solche Genotypisierungen sind aufwändige genetische Analysen, mit denen anhand der DNA-Proben nicht nur die Tierart, sondern das konkrete Einzeltier bestimmt werden kann", erklärt Martin Janovsky, Beauftragter des Landes Tirol für große Beutegreifer.
Das Ergebnis der Genotypisierung der Proben von zwei im Oktober des Vorjahres gerissenen Schafen in Matrei i. O. hat ergeben, dass diese von demselben männlichen Wolf gerissen wurden. Dieses Tier wurde in weitere Folge im November 2019 in Salzburg nachgewiesen. Der genetische Fingerabdruck aus den Proben der im Jänner und Feber des vergangenen Jahres im Defereggental gerissenen Wildtiere hat gezeigt, dass das Rotwild und das Reh von zwei unterschiedlichen männlichen Wölfen gerissen wurden. Diese wurden in Österreich vorher noch nirgendwo nachgewiesen.
Zwei Wildtierrisse gab es im November 2019 und im Feber 2020 in Fiss im Bezirk Landeck. Beide Rehe wurden von demselben weiblichen Wolf gerissen. „Dass allein in Osttirol drei verschiedene Individuen nachgewiesen wurden, macht deutlich, dass die Wolfspopulation in Europa zunimmt und auch bei uns jederzeit und überall ein Wolf auftauchen kann", so Janvosky.

Bohren harter Bretter
Kommentar von Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler

Die Almsaison steht vor der Tür, die Tiere sind bereits auf den Heim- und Vorweiden. Und damit kommt auch das Thema große Beutegreifer wieder auf das Tapet. Rechtlich hat sich seit dem letzten Almsommer nichts geändert. Der EU-Rechtsrahmen gibt vor, dass Wölfe und auch Bären einen hohen Schutzstatus genießen. Das Land Tirol kann EU-Recht nicht aushebeln. Eine Änderung können nur das Europäische Parlament und die EU-Kommission herbeiführen. Hier sind unsere EU-Abgeordneten der gesamten Euregio weiterhin gefordert, die harten Bretter zu bohren. Den von vielen gewünschten Abschussbefehl gibt die Rechtslage derzeit nicht nur in Tirol nicht her – selbst wenn wir landesrechtlich die Grundlagen schon seit langem geschaffen haben. Nichts zu tun oder resignieren, hilft den Almbauern und Schafhaltern auch nicht. Deshalb haben wir in Tirol ein faires und unbürokratisches Entschädigungsmodell für gerissene Nutztiere geschaffen, haben eine Machbarkeitsstudie zum Thema Herdenschutz in Auftrag gegeben, um die praktische Umsetzbarkeit sowie die Grenzen und Kosten von Herdenschutz aufzuzeigen. Wir haben für den Notfall Elektrozäune für die Heimweide zum Ausleihen angeschafft und bieten Almbegehungen zur Einschätzung von Herdenschutzmaßnahmen an. Almen, die mit dem Land ein Pilotprojekt starten wollen, können sich melden. Die neue Anwendung zu den großen Beutegreifern in der Landes App ist eine wichtige Informationsschiene zum Start der Almsaison. Sie alleine ist aber zu wenig.


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