Lehre aus Corona: Kürzungen und Auflagen gefährden Selbstversorgung

„Österreichs und Europas Landwirtschaft ist systemrelevant. Das dürfte spätestens seit der COVID-19 Krise ein Großteil der Bevölkerung verstanden haben. Deshalb muss alles daran gesetzt werden, die heimischen Bauernfamilien abzusichern. Das betrifft vor allem die Ausfinanzierung der GAP auf EU-Ebene, jedoch auch mögliche Neuauflagen für heimische Bauern“, so Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler.

14.05.2020


Trotz der Corona-Krise hält die EU-Kommission an ihren ambitionierten Klimazielen fest, auch wenn es bei der Strategie für den Agrarsektor zu Verspätungen kommt. Der ursprünglich vorgesehene 29. April sei wegen der Corona-Krise für die „Farm to Fork-Strategie" nicht mehr zu halten, erklärte EU-Vizepräsident Frans Timmermans kürzlich. Die EU-Kommission werde deshalb wie geplant im September ihren Vorschlag vorlegen, in dem die Etappen für den Klimaschutz bis 2030 abgesteckt werden.

Bauernfamilien nicht noch zusätzlich belasten
Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler warnt davor, bei dieser Strategie die Last auf heimische Bauernfamilien abzuschieben, und will unter Berücksichtigung der aktuellen COVID-19-Krise eine neue Bewertung selbiger: „Unsere heimischen Bauernfamilien bewirtschaften unsere Höfe so nachhaltig und naturnah wie sonst kaum ein anderes Land. Selbstverständlich sind wir bereit, unseren Beitrag für den Klimaschutz zu leisten, aber wir können nicht die Hauptlast tragen. Dieser Grundsatz muss in der sogenannten ‚Farm to Fork-Strategie' einen eindeutigen Niederschlag finden. Alle Sektoren müssen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten, wenn der Green Deal erfolgreich sein soll."
„Es müssen bereits jetzt die Lehren aus der herrschenden Krise gezogen und somit auch die Eckpunkte des ‚Green Deal' neu festgelegt werden. Im Zentrum unserer Bestrebungen muss vor allem und zu allererst die Selbstversorgung mit Lebensmitteln im Inland rücken und das gelingt uns nur, wenn die Rahmenbedingungen für unsere Bauernfamilien passen", so Geisler.
Es sei deshalb die absolut richtige Entscheidung von Kommissionsvizepräsident Timmermanns gewesen, die Präsentation der „Farm to Fork-Strategie" zu verschieben. „Die Entscheidung war richtig. Die gesamte Strategie muss neu bewertet und überarbeitet werden. Das Letzte, was unsere heimischen Bauern jetzt brauchen, ist eine schlecht ausgereifte Strategie, die unsere kleinstrukturierte heimische Berglandwirtschaft in einen Topf mit anderen EU-Ländern packt, Familienbetriebe womöglich negativ trifft, wirtschaftlich schwächt und vielleicht sogar zum Aufhören zwingt", meint Geisler weiter.
„Die heimische Landwirtschaft und unsere Bevölkerung brauchen mehr denn je die Unterstützung der Europäischen Union. Eine klare Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln, eine voll ausfinanzierte GAP 2021+ und endlich ein Ende des Mercosur-Handelspakts wären ganz wichtige Signale im Sinne der heimischen Landwirtschaft, aber auch im Sinne eines Großteils unserer Bevölkerung", so Geisler weiter.

Den Markt vor der Haustür noch besser bedienen
„Wir arbeiten auf Landes- und Bundesebene weiterhin daran, unsere Produkte noch besser im Inland zu vermarkten. Das Letzte, was wir brauchen, sind Fleischberge aus einer Massenproduktion aus Übersee, die bei uns zu Dumpingpreisen angeboten werden", so Geisler.
„Langfristige Planbarkeit und Rechtssicherheit sind die dringend notwendigen Grundlagen für eine gut funktionierende nachhaltige Land- und Forstwirtschaft. Gerade in der Krise ist es daher vorrangig, diese Grundlagen beizubehalten und so eine flächendeckende, qualitativ hochwertige Lebensmittelversorgung sicherzustellen. Eine nachhaltige Agrarpolitik zum Wohl der Landwirte ist ein wichtiger Baustein für eine krisensichere EU. Nun muss es darum gehen, effektive Marktstützungsmaßnahmen voranzutreiben und die Gemeinsame EU-Agrarpolitik so flexibel wie möglich umzusetzen", schließt der Bauernbundobmann.


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