Der verkürzte Gesang eines wichtigen Liedes

Das erste Weihnachtslied, das je gesungen wurde, war gleichzeitig auch das kürzeste: „Ehre sei Gott in der Höhe – und Friede den Menschen auf Erden ...". Dies war der Text der Engel auf den Fluren von Betlehem.

23.12.2019


Er ist uns bekannt und vertraut von Kindesbeinen an. Wir beten ihn an den meisten Sonn- und Feiertagen in der Messe. Und trotzdem läuft dieser kurze Text Gefahr, von uns noch einmal verkürzt zu werden, und zwar auf den zweiten Teil, der vom Menschen spricht.
Nun möchte ich nicht falsch verstanden werden. Es ist wunderbar und herz-erhebend, was in der Advents- und Weihnachtszeit an Liebe zu Menschen, bei uns Menschen untereinander aufbricht. Die Welle des Helfens und Freudemachens, das Engagement ist mit Gottes Menschwerdung zutiefst verbunden und der schönste Rahmen. Wenn ich an „Bruder in Not" denke, an karitative Unternehmungen, an die vielen Bazare und Flohmärkte, an Kirchenkonzerte und Feierstunden, Aktionen und Beschenkungen, und an die vielen Weihnachtsgeschenke, die mit Liebe bedacht, gebastelt, gekauft und verpackt werden, wenn man an alle Briefe und Grüße denkt, die die Briefkästen zum Platzen bringen und die Postbeamten zu Überstunden zwingen, wenn man das alles bedenkt, dann ist kein Zweifel, dass die Botschaft vom großen Frieden, will sagen vom Heil in dieser unserer Welt ein weites Echo hat, und nichts von dem soll bagatellisiert, zuückgenommen oder abgewertet werden. Der zweite Teil der Weihnachtsbotschaft ist voll akzeptiert, ja, ich würde sagen, weit über die Kreise der Kirchenbesucher hinaus bis tief in die Gesellschaft hinein aufgenommen und wirksam.
Dort, wo das Orchester unserer Zeit heute schwächer wird, das ist der erste Teil des ältesten und kürzesten Weihnachtslieder: „Ehre sei Gott in der Höhe". Irgendwie erscheint uns heute dieser fromme Zusatz als zweitrangig und überflüssig. Dafür gibt es ein ganz sichtbares Zeichen: schwindender Gottesdienstbesuch. Die Motivation des „Ehre sei Gott in der Höhe" ist blass. Die Orgel des Gotteslobes spielt in unseren Seelen nicht mit vollem Werk, nur mit ein paar dünnen Registern. Es ist ganz gleich, was ich aufschlage: Programme katholischer Organisationen, Pastoralpläne, Kath-Press-Nachrichten, Religionsbücher, ja sogar das Protokoll von Bischofskonferenzen und meinen eigenen Tagesablauf: Das „Ehre sei Gott in der Höhe" kommt immer wieder zu kurz.
Und dabei hängt so viel davon ab, dass unsere Seele der Geist der Anbetung durchzieht, das Ergriffensein von dem unendlichen Geheimnis, das über uns beseligend hereinbricht in diesen Tagen der Weihnacht. Gott, der die unendliche Liebe ist. Und es geht beim Geist der Anbetung nicht nur um ein mystisches Gefühl. Die Haltung der Anbetung bedeutet auch so viel für unser Stehen in der Welt. Es gilt einfach der Satz, der sich im Lauf der Geschichte immer wieder bestätigt und den auch meine Generation mehrfach bestätigt erhalten hat: Wer vor Gott die Knie nicht beugt, küsst bald einmal dem Teufel den Hintern. Wer diese Haltung der Anbetung gegenüber dem „Gott in der Höhe" nicht pflegt, findet bald einmal einen Ersatzgott auf dieser Erde, beugt sein Knie vor Ideologien, Geld, Macht, Leistung, Standard, Erfolg und anderen Götzen.
Lassen wir also das ganze Lied von Betlehem in unserer Seele erklingen, das Lied von der Ehre Gottes und der Zuwendung zum Menschen, lassen wir die mächtige Orgel mit dem Gloria im Herzen aufbrausen, und je tiefer die Ehrfurcht vor dem Unendlichen in unserer Seele zum Schwingen kommt, um so wirksamer, treuer und selbstloser werden wir für den Menschen und das Heil der Welt tätig sein können.

Die leisen Seiten der Weihnacht,
Reinhold Stecher,
Tyrolia Verlag,
ISBN 978-3-7022-2187-4

Stille Nacht auf frühen Weihnachtskarten
Postkarten und Bildpostkarten waren quasi die SMS, also die „Kurznachrichten" des 19. und des 20. Jahrhunderts. Nach ihrer amtlichen Einführung revolutionierten sie in Europa und aller Welt die Kommunikation als preiswerte und schnelle Möglichkeit der Korrespondenz. Mehr als 100 Jahre lang waren sie der konkurrenzlose Verkaufsschlager schlechthin. Erst die neuen multimedialen Kommunikationsformen ließen ihre Bedeutung zeitgleich zum Ausklang des 20. Jahrhunderts rasant schwinden. Heute sind Post- und Ansichtskarten sowie Ganzsachen und Bildpostkarten begehrte Sammelobjekte.

Postkarten werden sehr geschätzt
Die Weihnachtsgrüße per Post sind aber bis heute nicht ausgestorben, denn man schätzt gerade heute im schnelllebigen Alltag die Sorgfalt und die Zeit, die sich jemand nimmt, um ein paar persönliche Zeilen zu schreiben, umso mehr. Schließlich ist dies viel wertvoller als eine WhatsApp-Nachricht oder ein Massen-E-Mail an alle seine Kontakte.

Vor 150 Jahren
In Österreich-Ungarn erfolgte die postamtlich-offizielle Einführung der Postkarte 1869. Die Post begann 1871 mit dem Verkauf von Ansichts- und Glückwunschpostkarten. Ab dem 1. Juli 1872 wurden in Deutschland auch privat hergestellte Motivpostkarten zugelassen. Die älteste bekannte österreichisch-ungarische Karte wurde am 19. Mai 1871 als Reko (= Einschreiben) von Wien nach Zombor und zurück nach Wien versandt. Die Karte schickte der Serbe Petar Manojlovic an seinen Vetter, den Advokaten Demeter Manojlovic.
Der große Durchbruch der Ansichtskarten im deutschsprachigen Raum kam aber erst um 1895/96. Ein Grund dafür war die Chromolithografie, durch die nun auch färbige Karten relativ günstig hergestellt werden konnten.

Aus der Zeit um 1890 stammen auch die ersten Weihnachtskarten im deutschsprachigen Raum, während die weltweit älteste bekannte Weihnachtskarte bereits im Dezember 1843 vom englischen Illustrator John Callcott Horsley kreiert wurde, nachdem ihm Sir Henry Cole dazu den Auftrag erteilt hatte. Gedruckt wurden davon 1000 handkolorierte (!) Karten, die pro Stück für einen Shilling verkauft wurden. Eine dieser Karten wurde im Jahr 2001 für 22.500 Pfund versteigert.

Stille Nacht auf Karten
Mit der Einführung von Weihnachtskarten fand auch schon bald – zumindest in Deutschland und Österreich – „Stille Nacht" seinen Weg auf die Glückwunsch- bzw. Motivseite der Karten. Vorerst oft nur halbseitig, um Platz für handschriftliche Grüße frei zu lassen, denn die Adressseite durfte damals nicht beschrieben werden.
Langsam folgten verschiedenste Motive und die eine oder andere Strophe aus dem nun 200 Jahre alten Weltfriedenslied. Die ersten Stille-Nacht-Karten aus der Zeit der Jahrhundertwende zeigen die für die damalige Zeit typischen Karten. Bei einigen dieser historischen Weihnachtsgrüße ist der Einfluss der damals populären Mode- und Stilrichtung „Jugendstil" unverkennbar. Auffällig ist, dass der religiöse Anlass des Weihnachtsfestes auf vielen Karten kaum oder gar nicht zu erkennen ist. Ja, man kann sagen, dass die meisten Karten von damals nicht besonders religiös oder besinnlich sind.

Bild: Eine der ältesten Weihnachtskarten mit „Stille Nacht" um 1895, Verlag unbekannt


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