Ich geh mal kurz die Welt retten

Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen, das wäre vielleicht eine gute Idee. Erinnern wir uns doch an unsere Kindheit und überlegen uns, ob es nicht die eine oder andere Möglichkeit gibt, nachhaltig zu leben, zu schenken und zu handeln.

26.12.2019



Ich geh mal kurz die Welt retten – das hat sich der liebe Gott vor über 2000 Jahren auch gedacht und diese heikle Aufgabe seinem Sohn überlassen. Dies kann man einen hohen Vertrauensbeweis oder einfach dreistes Delegieren nennen. Wie man will. Auf alle Fälle ist dies keine leichte Aufgabe und bestimmt nicht von einem Gotteskind, einem Menschen, einem Konzern oder einem kleinen, gezopften Mädchen zu bewältigen. Da müssen schon viel mehr Faktoren zusammenhelfen. Ist sie dann zu retten, unsere Welt?

Die Welt ist eine Kugel
Ich möchte sagen, es geht nur Schritt für Schritt. Denn sie wurde ja auch nur Schritt für Schritt verschmutzt, ausgebeutet, sich-Untertan-gemacht. Das ging sicher auch nicht von Heute auf Morgen. Aber auch wenn es viele immer noch nicht glauben, die Welt ist eine Kugel! Was wir oben hineinwerfen, fällt uns unten auf den Kopf. Was wir rechts herausreißen, fehlt irgendwann auch links, was wir in die Luft werfen, kommt einmal um die Erde, wieder zu uns zurück. Augen zu und durch hilft leider der Zukunft auch nicht! Also was tun? Österreich braucht härtere, weltrettende Gesetze, glauben die Grünen und ihre Wähler! Super, und nebenbei die Nachbarländer machen, was sie wollen? Bauen neue Atomkraftwerke und scheren sich einen Dreck um Co2-Steuern oder Verkehrsberuhigung... Schulstreiken kommt nicht in Frage und nur weil ich oft mit dem Rad ins Dorf fahre, wird sich auch nichts ändern... Aber irgendwas wird man doch tun können?
Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen – das wäre vielleicht eine gute Idee! Gerade Weihnachten ist so eine Zeit, in der man sich gerne an seine Kindheit erinnert, in der die Eltern oft über ihre Jugend berichtet haben. Diese Bilder im Kopf erwecken in mir schlagartig einen Begriff: Nachhaltigkeit! Ich sehe meine Mutter vor mir, wie sie am Abend unter der kleinen Lampe saß, neben ihr ein voller Wäscheberg – mit Socken. Viele waren zu stopfen und sie hat es gemacht. Die vielen Stoffbahnen, die sie aus alten Kleidern geschnitten hat, und dann wurde ein Fleckerlteppich draus. Jedes schleißig gewordene Leintuch wurde ein Putzlappen und Schuhe und Kleidung wurden weitergegeben an die Geschwister und so lange getragen, bis wirklich nicht mehr schade drum war. (Ich hatte manchmal Glück, bekam neue Sachen, denn meine ältere Schwester war schlanker als ich....) Ich sehe Mama vor dem Christbaum, wie sie das von uns hastig heruntergezogene Geschenkpapier an sich gerafft, sorgfältig geglättet, zusammengelegt und in einer Schachtel aufbewahrt hat. Beim Christbaumabräumen haben mich die einzelnen Lamettafäden furchtbar geärgert, die ich wieder um einen kleinen Karton wickeln musste, natürlich um sie nächstes Jahr wieder zu verwenden. Ich erinnere mich an Mamas Erzählungen, über ihren langen, beschwerlichen Fußmarsch zur Schule, ohne Goretex-Kleidung durch meterhohen Schnee stapfen, um danach in der Schule die Eiszapfen vom Kittel zu schmelzen; – das war Alltag – nicht unbedingt praktisch, aber sicher klimaschonend. Heute kann man Verschmutzungen der Gletscher und Bergspitzen durch den Plastikabrieb der Bergsteigerkleidung nachweisen... Elektronische Artikel gab es selten, elektronisches Spielzeug überhaupt nicht. Handyakkus mussten nicht entsorgt werden, denn es gab keine Akkus, nicht mal Handys. Auch in meiner Kindheit nicht. Whatsapp „verschickten" wir mündlich und wir merkte uns die Uhrzeit im Gehirn, - ja, das Gehirn ist dazu da, sich was zu merken.
Kurz zusammengefasst: Uns geht es zu gut! Wir müssen keine Socken stopfen, wir können immer neues Papier kaufen und Lametta-wieder-auffädeln – oh Gott, wer macht das heute noch?! Geht es uns vielleicht ZU GUT?
Also, unsere Eltern, die vorige Generation und wir machten nichts falsch – aber wer dann? Vielleicht (unbewusst) doch gerade diese Generation, die beim freitäglichen Schulstreik mitmacht? Aber wer lässt die Kinder so einen Lebenswandel führen?

Zum Nachdenken
Die Kinder sind am Handy, weil wir es ihnen kaufen. Sie können nur essen, (regional oder saisonal oder einmal rund um die Welt gekarrt) was wir ihnen kochen. Sie ziehen die Kleidung an, die wir ihnen kaufen. Sie werden gefahren, weil wir am Steuer sitzen. Oder sie bleiben im Sommer zuhause, wenn nicht wir Erwachsenen eine Flugreise buchen. Nur, -der Mensch ist ein Herdentier und macht das, was alle machen.... Dann sehe ich die „Fridays-for-future-Bewegung" gar nicht so schlecht, denn dieser „Gruppenzwang" bringt Menschen wenigstens zum Nachdenken. Und über Jahrzehnte gesehen bewirkt dieses Schulstreiken vielleicht doch was. Wir müssen nur dieser Generation klar machen, dass auch sie an IHREM Tun etwas ändern müssen! Ich rette heuer wieder „meine kleine Welt". Denn – ich sehe mich wieder beim Lametta auffädeln und Geschenkspapier zusammenlegen. Aber wenn man dann wieder das Bild dreier indischer Frauen sieht, die fast aussehen wie die hl. Drei Könige, aber in einem Schaum von Giftmüll ihrem Gott huldigen, dann fürchte ich, wird meine Papierzusammlegeaktion zu wenig sein für die Welt. Klimaschutz kann nur global gelingen. Aber solange WIR, ich meine Österreich, zum Jahresende immer noch Tonnen an Feuerwerke in die Luft jagen, die auch wieder in solchen Ländern produziert werden und keineswegs umweltfreundlich sind, dürfen wir nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Solange unsere Plastikmüllsäcke wöchentlich überquellen, wir beim Plastikvermeiden kläglich versagen, dürfen wir uns nicht über das Plastik in den Weltmeeren wundern......
Das lehren mir meine Kinder täglich, dass man vor der eigenen Türe kehren soll. Wenn ich schimpfe, es ist mir wurscht, dass andere Kinder immer länger aufbleiben dürfen, weil ich nicht auf andere schaue, dann kommt sicher der nächste Tag, an dem ich sage: „Schau, der Schulkollege hat in der Schularbeit eine bessere Note geschrieben!" Dann bekomme ich prompt ein „Mama, du sagst immer, wir schauen nicht auf andere" zurück.
Oh Gott, Vorbild sein, vor der eigenen Türe kehren und allen voran „die Welt retten" – dazu braucht es wahre super Helden. Ich geh dann mal kurz die Welt retten – vielleicht gelingt es mir wenigstens in meinen eigenen vier Wänden.... Und wenn es uns dabei noch gelingt, den Weihnachtsfrieden zu wahren, dann ist man rein dafür schon eine Superheldin!
FROHES FEST!


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