„Zu viel Spielraum bei Herkunftskennzeichnung“

Äpfel stehen stellvertretend für alle Obstarten des heimischen Obstbaus. Regina Norz, Obfrau von TirolObst, dem Verband der Tiroler Erwerbsobstbauern, sprach anlässlich des Tag des Apfels mit der Bauernzeitung über die Mündigkeit des Konsumenten, Etikettenschwindel und Klimaschutz.

14.11.2019


Die Sonderstellung des Apfels als ganzjährig verfügbarer und beliebtester Vertreter der Obstarten verschafft ihm einen eigenen Aktionstag: Der zweite Freitag im November ist der Tag des Apfels.

Bauernzeitung: Frau Norz, wie sieht die Bilanz des heurigen Apfeljahres aus?
Norz: Generell musste das Tiroler Obst heuer gebietsweise starken Witterungsschwankungen wie Frost, Hitze, Überschwemmungen standhalten. In einigen Teilen Tirols kam es zu Ernteausfällen. Großteils kann man von einer quantitativ durchschnittlichen und qualitativ hervorragenden Apfel- und Obsternte sprechen. Die Früchte überzeugen durch Geschmack und Ausfärbung.

Trotz österreichweiter Verfügbarkeit landen Äpfel aus fernen Ländern in großen Mengen in den Supermarktregalen.
Drei Faktoren sind maßgeblich für diese Entwicklung: Einerseits muss die verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Frischobst noch klarer werden. Teilweise treten hier Mängel auf. Ein Referenznetz zum Herkunftsnachweis von Äpfeln ist bereits im Einsatz, um Fehlkennzeichnungen zu überprüfen. Meist handelt es sich dabei zwar nicht um wissentliche Täuschung, dennoch bleibt es ein Betrug des Konsumenten. Auf der anderen Seite achtet der Konsument oftmals zu wenig auf die Regionalität der Produkte. Das gesteigerte Ernährungs-, Umwelt- und Regionalitätsbewusstsein lässt auf verstärkt mündige Konsumenten hoffen. Zudem stimmt das Einkaufsverhalten der großen Handelsketten nicht mit ihren Werbemaßnahmen überein – gezeigt wird stolz der heimische rote Apfel, ökologisch in einem bäuerlichen Familienbetrieb produziert, importiert wird trotz voller Lager in Österreich der Apfel aus Übersee, hergestellt unter anderen ökologischen und sozialen Bedingungen.

Welche weiteren Aspekte sind für die Wahrung der Lebensmitteltransparenz von Bedeutung?
Es herrscht zu viel Spielraum bei der Kennzeichnung der verarbeiteten Lebensmittel. Gesetzlich reicht bereits ein Anteil von 50 Prozent an heimischer Wertschöpfung, um ein Produkt als österreichische Qualitätsware zu vermarkten. So kann beispielsweise Konzentrat-Apfelsaft aus polnischen Äpfeln, der in einem Tetrapack aus Österreich verpackt und verkauft wird, das Siegel „Hergestellt in Österreich" tragen. Von Konsumentenseite erwartet wird aber, dass die Äpfel für den Saft aus Österreich stammen. Diese Erwartung erfüllt ein bäuerlich hergestellter natürtrüber Apfelsaft aus Direktpressung.

Wie kann solcher Etikettenschwindel verhindert werden?
Es braucht den Schulterschluss von Wirtschaft und Industrie, um das Produkt mit dem Herkunftsort des wertgebenden Bestandteils zu kennzeichnen. Die transparente Herkunftskennzeichnung ist nicht nur im Sinne der Wahlfreiheit des mündigen Konsumenten wichtig, sondern beugt auch Wettbewerbsverzerrungen vor.

Zurzeit ist der Klimaschutz in aller Munde: Welchen Beitrag kann der Konsument beim Griff zum heimischen Obst leisten?
Mein Appell: Fünfmal täglich heimisches Obst und Gemüse essen – das ist nicht nur gut für die Gesundheit. Die kurzen Transportwege und die Beachtung der jahreszeitlichen Verfügbarkeit sorgen für einen kleinen CO2-Fußabdruck und fördern ökologische und soziale Nachhaltigkeit unserer heimischen Landwirtschaft. Wir Tiroler Obstbäuerinnen und Obstbauern schätzen das Vertrauen unserer Konsumenten.

Foto: TirolObst-Obfrau Regina Norz (3. v. l.) am Tag des Apfels vergangenen Freitag mit LK-Präsident Josef Hechenberger, Fachbereichsleiter Wendelin Juen, Kammerdirektor Ferdinand Grüner, Georg Pfurtscheller (Vorstand TirolObst), Klemens Böck (LK-Obstbauberater), LK-Vizepräsidentin Helga Brunschmid und Bauernbunddirektor Peter Raggl.


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