Beschluss im Dreierlandtag: Konflikte um Wolf im Almgebiet vorbeugen

Vergangene Woche fand in Meran der Dreierlandtag von Tirol, Südtirol und dem Trentino statt. Thema war unter anderem der Konflikt von Wolf und Almgebiet. „Wir haben politisch das äußerst Machbare erreicht“, ist Hermann Kuenz grundsätzlich zufrieden mit den Maßnahmen, die der Landtag erwirken konnte - inklusive der Forderung nach sensiblen Zonen und Wolfsabschüssen.

24.10.2019


Dreißig Südtiroler Bauern saßen auf den Zuschauerplätzen beim vergangenen Dreierlandtag Tirols, Südtirols und des Trentino. Den Hauptbetroffenen des Wolf-Problems war eine deutliche Erleichterung und Zufriedenheit anzumerken, als der Antrag „Zusammenarbeit in der Europaregion in Bezug auf den Konflikt Wolf-Almgebiet" beinahe einstimmig beschlossen wurde.
„Der Beschluss eröffnet den Bauern der Europaregion neue Perspektiven im Umgang mit dem Wolf", ist sich Agrarklubobmann LAbg. Hermann Kuenz sicher. „Was für die häufigst geschädigten Südtiroler Bauern ein Schritt in die richtige Richtung darstellt, weist auch uns im zurzeit noch vergleichsweise weniger betroffenen Tirol den richtigen Weg."

Sensible Zonen als weiterer Schritt
„Unsere Kernthematik im Zusammenhang mit dem Wolf war die Ausweisung der Tiroler Almen sensibler Zonen", erklärt Agrarklubobmann LAbg. Hermann Kuenz.
Aufgrund des Beschlusses im Dreierlandtag sollen letztendlich Gebiete, die bewirtschaftet werden oder in der Nähe bewohnter Orte liegen, als Tabuzonen für große Beutegreifer klassifiziert werden. „Greifen die Präventivmaßnahmen wie Herdenschutzzäune nicht, kann in einer sensiblen Zone der Abschuss des Wolfes genehmigt werden. Somit werden alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die Alm- und Viehwirtschaft effektiv zu schützen", so Kuenz.

Wolfsmanagement auf europäischer Ebene sehen
Europaweit werden derzeit 15.000 bis 20.000 Wölfe gezählt – der Bestand gilt daher nicht mehr als gefährdet. „Anders sieht es hingegen mit der traditionellen Alm- und Weidewirtschaft aus, die durch die Anwesenheit der großen Beutegreifer stark belastet wird", verdeutlicht Hermann Kuenz. Um die Population der Wölfe in einem realistischen Ausmaß zu halten, fordert der Antrag des Dreierlandtags eine europaweite Sicht auf den großen Beutegreifer und entsprechende Maßnahmen im Wolfsmanagement. Zugleich fordert der Antrag die Zusammenarbeit der Europaregion Tirol bei Wolfsmonitoring, Aufklärungsarbeit und Information der Öffentlichkeit.

„Politisch das äußerst Machbare erreicht"
Bis auf zwei Mitglieder der Südtiroler Freiheit haben alle 106 Abgeordneten dem Wolfs-Antrag zugestimmt. Außergewöhnlich: Sogar alle Tiroler Parteien konnten einen gemeinsamen Konsens finden, um den Antrag geschlossen zu entscheiden. „Natürlich mussten wir Kompromisse eingehen, politisch gesehen haben wir dennoch das äußerst Mögliche erreicht", ist Hermann Kuenz über das Ergebnis seiner Verhandlungen zufrieden. „Die Alternative wäre es gewesen, nicht als Einheit hinter dem Antrag zu stehen und ihn dadurch sogar ablehnen zu müssen. Im ursprünglichen Zustand ist man auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen."
Gegenüber der Tiroler Tageszeitung (Ausgabe vom 17. Oktober) gab sich auch Gebi Mair, Klubchef der Tiroler Grünen, als Realist: „Wir sind ja keine Utopisten." Die Grünen würden den Konflikt Wolf-Almgebiet ebenso erkennen und die Wolfstötung als Ultima Ratio – „wenn gar nichts mehr hilft" – unterstützen.

Der Wolf im Almgebiet
Beschlüsse des Dreierlandtags

  • Die Almgebiete der Europaregion Tirol sollen zum Schutz der alpinen Alm- und Viehwirtschaft als sensible Zonen eingestuft werden und entsprechend der europäischen Normen alle dafür notwendigen Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene ergriffen werden.
  • Die Wolfspopulation soll gesamteuropäisch bzw. gesamtnational bewertet und die Existenzsicherung der Raubtiere nach ihrem natürlichen und länderübergreifenden Verbreitungsgebiet ausgerichtet werden.
  • Die Regionen Tirol, Bozen-Südtirol und Trient arbeiten beim Wolfsmonitoring und -management zukünftig eng zusammen, zudem forcieren sie gemeinsam die Umsetzung geeigneter präventiver Maßnahmen und die Information und Aufklärung der Öffentlichkeit.


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