Landärztemangel: Gemeinden für junge Mediziner attraktiver machen

Der Hausarzt geht in Pension und niemand folgt ihm nach: Diese Situation ist im ländlichen Raum weit verbreitet. „Die Gesundheit der Menschen muss in den Gemeinden ebenso gesichert sein wie in den Städten“, forciert Josef Hechenberger die Gegenmaßnahmen betreffend den Landärztemangel.

23.09.2019


Über alle Fachgebiete und Bundesländer hinweg erreichen die Hälfte der Vertragsärzte in den nächsten zehn bis zwölf Jahren das Pensionsalter. Die hohe Arbeitsbelastung, unflexible Kassenverträge und veränderte Work-Life-Balance machen den Beruf des Landarztes für viele angehende Mediziner unattraktiv, wodurch es zu Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung der Stellen kommt. Zeitgleich lebt der Großteil der Bevölkerung in Österreich am Land. Das Ungleichgewicht zwischen medizinischer Versorgung und Patienten führt zu ernstzunehmenden Engpässen bei der Gesundheitsversorgung. Verbesserte Rahmenbedingungen für Landärzte sollen in Zukunft junge Menschen für den Beruf gewinnen.

Zuzug statt Abwanderung
Als Gegenmaßnahme zum Hausarztmangel will die Volkspartei Landarztstipendien nach deutschem Vorbild forcieren. Angehende junge Ärztinnen und Ärzte werden durch das Stipendium bereits während ihres Studiums finanziell untersützt, im Gegenzug verpflichten sich die Studierenden, nach ihrer Ausbildung zumindest eine gewisse Zeit eine Stelle in einer ländlichen Region anzutreten – oft der erste Schritt einer erfolgreichen Ansiedelung.

Beruf attraktiv machen
Dr. Georg Bramböck ist seit Jahrzehnten Landarzt in der Gemeinde Breitenbach am Inn und schon sehr viele Jungärzte absolvierten ihre Praktika in seiner Praxis. Eines ist ihm angesichts der Landärzteproblematik besonders wichtig: „Wertschätzung ist wichtiger als jedes Geld. Es muss uns gelingen, jungen angehenden Ärzten zu vermitteln, dass es ein schöner Beruf ist, und darüber hinaus müssen wir es schaffen, dass unsere Landgemeinden attraktiv für junge Ärzte sind, ohne dass es dabei zu einem Wettbieten der Gemeinden um die besten Konditionen führt." LK-Präsident Josef Hechenberger sprach beim Besuch in der Praxis von Bramböck eine weitere Herausforderung an: „Es darf nicht sein, dass bürokratische Hürden für Landärzte zu groß werden. Zwar werden derzeit genug Ärzte an unseren Hochschulen ausgebildet, doch fehlt es danach an der Struktur. Wenn es ungleich einfacher und bequemer ist, danach als Arzt in einem Krankenhaus zu praktizieren, werden es sich junge Medizinabsolventen drei Mal überlegen, ob sie eine Landarztpraxis eröffnen oder übernehmen wollen." Auch müsse gewährleistet sein, dass ein Landarzt mit seinem Team auch von der Arbeit leben können. „Derzeit ist eine leichte Tendenz hin zu den Ambulanzen in Krankenhäusern zu beobachten, die es eigentlich nicht bräuchte, da unsere Landärzte in den Gemeinden eine hervorragende Arbeit leisten", so Hechenberger.
„Ärzte sind mehr als Gesundheitsanbieter. Ich bin der festen Überzeugung, dass es Landärzte braucht, die sich vor Ort um die Anliegen der Menschen kümmern, zuhören und sich rundum um den Patienten kümmern, Hausbesuche vornehmen und einfach da sind, das können Fachärzte in Krankenhäusern gar nicht leisten", so Bramböck weiter. Klar ist für ihn, dass sich die Situation, wie es in der Wildschönau vor einiger Zeit war, nicht wiederholen darf. „Die medizinische Versorgung in unserer Region muss gesichert werden, nur so bleiben unsere ländlichen Räume auch weiterhin attraktive, gesunde und sichere Lebensräume. Da müssen wir auch in Zukunft alles daran setzen."

Foto: Die Sicherstellung der medizinischen Versorgung am Land ist Josef Hechenberger (im Bild mit Landarzt Dr. Georg Bramböck aus Breitenbach am Inn) ein großes Anliegen.


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