Almgeschichten – Schluss: Lob für die Almbauern und Almbäuerinnen

Auch zur heurigen Almserie haben sich einige Leserinnen und Leser mit Zuschriften ge- meldet. Einen Teil geben wir im Folgenden auszugsweise wieder.

19.09.2019


Die Almarbeit, das wissen wir, ist kein Honiglecken – vielleicht könnte man auch schreiben kein „Honiggleck"? Jedenfalls scheiden sich bei manchen Ausdrücken die Geister und sie werden von Region zu Region anders gebraucht. Die richtige Verwendung der Begriffe ist wichtig, aber auch mir gerät dabei manchmal etwas durcheinander. Deshalb möchte ich euch einen lieben Brief nicht vorenthalten, der Mitte des Sommers als Reaktion auf den Artikel über den Ötztaler Schafzüchter eingetroffen ist:

Liebe Frau Prugger, ich habe schon heute Früh das mit den Schafen aus der gestern eingelangten TBZ gelesen. Ich will nicht „gscheidln", möchte aber doch einen sprachlichen Gedanken im Sinn einer Vielfalt bringen. Das, was Sie hier nun schon längere Zeit machen, ist von höchstem Wert für die bäuerliche Kultur, ja für das Bauerntum, den Volksmund, die Volkskultur. Verstehen Sie also bitte das folgende in diesem Sinn!
Ich bin nunmehr 70, bin bei einem Kleinbauern in Waidring aufgewachsen, als ältestes Kind (was bedeutete, dass man schon von kleinauf wartete auf einen hoffentlich rasch heranwachsenden Helfer). Die Schafi und besonders die Lampei waren meine Lieblinge, sie zu hüten, ebenso wie die paar Kühe und Keiwei, lernte ich gottseidank noch, obwohl das anfangs der 50-er Jahre bei uns daheim mit den überwiegend ebenen Feldern (Alm hatten wir leider keine) bald zu Ende war.
Nun: Ich reichte den Schafen „Gleck" aus meiner umgehängten Glecktaschn, dieses Gleck war Salz, rieseliges, manchmal noch aufgebessert mit Getreidekörndln. Die Rinder bekamen (ebenso wie das Wild im Wald bei der Fütterung) Lecksteine, also zum Lecken im engeren Sinn.
Das Gleck ist sicher das Dialektwort zu Geleck (Gelecke), wie wir ja in unserer wunderschönen Sprache (samt den Gebräuchen in den Entwicklungsstufen) die Verwendung dieser Vorsilbe
„Ge-" sehr oft beobachten können, z. B. das Gelege, was wir verwenden für den Inhalt eines Nests, vermutlich abgeleitet von den dort hineingelegten Eiern, aber bezogen auch auf die bereits aus den Eiern geschlüpften Tierlein ebenso wie für andere „Brut", bei Kätzlein im Heu, Füchslein im Bau usw.
Also Ihnen gegenüber keinerlei Kritik, Sie haben die „Leck" sicherlich so geschrieben, wie sie gesprochen wurde, auch wissen ja viele jüngere Hirten manches nicht mehr so originär. Ich wollte nur diese kleine Nuance aus unserer Gegend aufzeigen.
Alles Gute dabei weiterhin!
Dr. Wilhelm Grander

Schwierige Bedingungen zu Sommerbeginn
„Gerade der heurige Winter mit den Nachwehen auf den Almen müsste die Verantwortlichen wachrütteln", so lautete heuer am Beginn des Almsommers ein Leserbrief an die Bauernzeitung. „Tausende Euro, unzählige Stunden Mehraufwand sind heuer großteils gefordert, um überhaupt die Almen bewirtschaften zu können. Bagger müssen die Wege herrichten und vom Schnee befreien, dass die Milch geholt werden kann. Der Almsommer beginnt um einiges später, daher ist der Aufwand für die kurze Zeit zusätzlich erheblich."
Stimmt, kein leichter Start war das, aber man ließ es sich nicht verdrießen und auf den meisten Tiroler Almen wurde es dann doch noch ein zufriedenstellender Sommer. So sei an dieser Stelle den tüchtigen Almbauern und Almbäuerinnen gedankt, die ihre Kraft dafür einsetzen, dass es in Tirol weiterhin ein florierendes Almleben gibt. Stellvertretend für dieses Lob hier zwei Leserzuschriften:
„Ja, in den Sommermonaten ist die Bauernzeitung noch interessanter. Man freut sich, die Sache vom Almleben näher gebracht zu bekommen, es ist unwahrscheinlich, was die Almleute zustande bringen – der Zusammenhalt, das Vermögen, durchzustehen, das bringt viel Freude auf den Almen. Es sind besonders nette und tüchtige Leute."
Alles Liebe und Gute, Margarethe Ott aus Landeck

Und Andreas Hundsbichler aus Mayrhofen schrieb:
„Liebe Irene, ich bin ein alter, leidenschaftlicher Almbauer und es freut mich sehr, dass es dich gibt. Das erste, was ich wöchentlich aus der Bauernzeitung lese, sind deine netten Almgeschichten. Es ist gut, dass man den pflichtbewussten, hart arbeitenden Almbauern mehr vor den Vorhang bringt, denn wer verdient sich mehr ein Lob als der Almbauer, der den ganzen Sommer bei jeder Witterung ohne Wochenende die große Verantwortung über sein Vieh zu tragen hat und in größter Bescheidenheit sich selbst verpflegt. Es wäre vielleicht gut, es der übrigen Gesellschaft bewusster zu machen und in der Tageszeitung abzudrucken. Liebe Irene, es würde mich freuen, wenn wir uns im hintersten Zillertal auf einer Alm einmal persönlich treffen würden bei einem guten Melchermus."
Bis dahin für deine Bemühungen noch einmal ein großes Dankeschön – ein Almbauer aus Mayrhofen.
Auf das Zillertaler Melchermus im nächsten Almsommer freue ich mich schon! Bis dahin wünsche ich euch einen schönen Herbst, Winter und neuen Frühling!
Eure Irene Prugger


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