Josef Hechenberger: Tirols starke bäuerliche Stimme

Seit 12 Jahren vertritt Josef Hechenberger die Interessen der Tiroler Bäuerinnen und Bauern als Präsident der Tiroler Landwirtschaftskammer. Zukünftig will er sich auch in Wien für die Anliegen der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes stark machen – mit Hausverstand und Handschlagqualität.

19.09.2019


Sie kandidieren für die Nationalratswahl. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

HECHENBERGER: Seit über zehn Jahren setze ich mich als Präsident der Landwirtschaftskammer in Tirol und auch in Wien für die Anliegen unserer Bäuerinnen und Bauern ein. Angesichts der immer größer werdenden Herausforderungen möchte ich auch im Parlament eine starke bäuerliche Stimme sein. Auch einige meiner Präsidentenkollegen aus den östlichen Bundesländern sind im Nationalrat vertreten und ich sehe diesen Wissensvorsprung als Vorteil, um in politischen Entscheidungen die Standpunkte des ländlichen Raumes besser einbringen zu können. Ich habe mir die Entscheidung, für das Nationalratsamt zu kandidieren, nicht leicht gemacht. Gerade weil mir meine Landwirtschaft und das Präsidentenamt wichtig sind und ich beides – sollte ich gewählt werden – mit der Unterstützung meiner Familie und einer klaren Arbeitsaufteilung künftig auf jeden Fall fortführen möchte.

Eines der Themen, das Sie als Präsident der Landwirtschaftskammer, aber auch als Bauer stark beschäftigt, ist das Tierwohl?
HECHENBERGER: Die Landwirtschaft ist mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Eine davon ist, dass die Anforderungen an die Produktionsweise ständig weiter steigen bzw. immer mehr von außen diktiert werden. Dabei stehen vielfach einzig die Interessen der Handelspartner im Vordergrund – Umsetzbarkeit und die Konsequenzen für die Bauern werden nicht berücksichtigt. Auch bei der Diskussion ums „Tierwohl" war das so. Bis gesagt wurde: Stopp, das geht so nicht, wir machen nicht mehr mit.

Diese Tierwohl-Debatte hängt wohl auch mit dem umstrittenen Mercosur-Abkommen zusammen?
HECHENBERGER: Verständlicherweise! Dieser Deal der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten wäre ein Schlag ins Gesicht für die heimische Landwirtschaft. Während bei uns die Daumenschrauben in Sachen Produktionsstandards immer weiter angezogen werden, alles nachvollziehbar und transparent sein soll, arbeitet die dortige Agrarindustrie völlig anders. Nachhaltigkeit, kontrollierter Pestizideinsatz und tiergerechte Haltung sind dort nicht die führenden Themen! Außer einem weiteren Wettbewerbsnachteil hätte unsere Landwirtschaft nichts von diesem Deal. Deshalb habe ich auch mehrfach die Ablehnung dieses Vertrages durch das Österreichische Parlament eingefordert.

Auch die Verhandlungen zur nächsten Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) beschäftigen die Landwirtschaft auf EU-Ebene. Wohin soll die Richtung gehen?
HECHENBERGER: Die Forderungen der Konsumenten sollen sich endlich in der Budget-Verteilung wiederfinden. Kriterien wie Nachhaltigkeit, Tierwohl, Klimaneutralität oder Ernährungssicherheit dürfen nicht nur erwartet, sondern müssen entsprechend unterstützt werden. Daher kann es künftig nicht mehr sein, dass Millionen in die Agrarindustrie gepumpt werden und kleine Betriebe, die den Erwartungen der Bevölkerung an die Landwirtschaft gerecht werden, bleiben angesichts des enormen Preisdruckes am internationalen Markt auf der Strecke. Hier braucht es endlich ein klares Signal.

Ebenfalls ein EU-Thema ist der hohe Schutzstatus der großen Beutegreifer. Gerade in den letzten Wochen hat es ja wieder vermehrt Risse in Tirol gegeben.
HECHENBERGER: Als die FFH-Richtlinie Anfang der 90er-Jahre beschlossen wurde, hat sich wohl niemand vorstellen können, dass der Wolf und andere große Beutegreifer je in diesem Ausmaß zurückkehren werden. Doch durch die hohe Vermehrungsrate und den Schutzstatus hat sich die Population rasant vergrößert, sodass – Befürworter mögen das anders sehen – es diesen hohen Schutz nicht mehr für den Erhalt der Gattung braucht.
Gerade wirtschaftsstarke Räume wie Tirol, die dicht besiedelt sind und bis ins letzte Tal vom Tourismus und der Freizeitwirtschaft genutzt werden, können sich einen Verlust der Landwirtschaft durch Wolf, Bär und Co. nicht leisten.

Zur Person
Ing. Josef Hechenberger,
Reith im Alpbachtal
Geboren am 2. Oktober 1974
Verheiratet; 4 Töchter

Aus- und Weiterbildung:
Nach dem Abschluss mit Meisterbrief an der LLA Rotholz absolvierte Josef berufsbegleitend einen Lehrgang an der HBLA Kematen, danach folgte berufsbegleitend das Diplomstudium an der Agrarpädagogischen Akademie in Wien.
1992 übernahm er mit 18 Jahren den Betrieb „Oberhaslach".
10 Jahre lang war er Invekosleiter an der Bezirkslandwirtschaftskammer Kufstein, bevor er mit nur 32 Jahren zum Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol gewählt wurde.

Politischer Werdegang:
Ortsbauern- und Ortsparteiobmann sowie Gemeindevorstand der Gemeinde Reith i. A.
Bis 2007 Obmann des Maschinenringes Kufstein West

Aktuelle politische Funktion:
Seit 12 Jahren Präsident der Tiroler Landwirtschaftskammer

Wichtige Anliegen für Tirol:
Gesunder Lebensraum durch heimische Lebensmittel, durch nachhaltige Energieproduktion, durch Klimaschutz und Verkehrsentlastung, durch flächendeckende Landwirtschaft und attraktive ländliche Räume. Für uns, unsere Familien und die Generationen nach uns. Ich will mit Hausverstand und Handschlagqualität für die Interessen des Tiroler Unterlandes in Wien eintreten.

Meine politischen Ziele
1. Stärkung der flächendeckenden Land- und Almwirtschaft, u. a. durch bessere Förderung und bürokratische Erleichterungen
2. Chancengleichheit für die Bewohner des ländlichen Raumes, vor allem der jungen Menschen, für Ausbildung und Beruf
3. Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum, vom Wegenetz bis zum Breitband
4. Ausbau der nachhaltigen Energieproduktion
5. Gesunder Lebensraum durch Klimaschutz und Verkehrsentlastung
6. Mehr Hausverstand, von der Gesetzeswerdung bis zur Verwaltung und Gerichtsbarkeit

Stärken Sie den bäuerlichen Kandidaten im Wahlkreis Unterland und geben Sie am 29. September JOSEF HECHENBERGER Ihre Vorzugsstimme!


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