Wolf oder Almwirtschaft – was ist mehr wert?

Die Almsaison ist fast vorbei, das Vieh teils schon wieder im Stall. Leider kehren einige Tiere von ihrem erholsamen Sommerurlaub nicht mehr zurück - der Tiroler Schafzuchtverband zählte bis jetzt 50 Schafe, die durch einen Wolf gerissen oder zu Tode gehetzt wurden.

19.09.2019


Mittlerweile wird unter den Züchtern die Verunsicherung immer größer, denn nach und nach lassen sich die ersten Auswirkungen der Rückkehr der Wölfe in den dicht besiedelten Alpenraum erkennen", sorgt sich Michael Bacher, Obmann des Tiroler Schafzuchtverbandes. „Eine große Anzahl von Schafen wurde heuer qualvoll von Wölfen gerissen. Wo bleibt das Tierwohl und der Schutz für unsere Nutz- und Haustiere?", fragt sich auch Nationalratsabgeordneter Hermann Gahr.

Herdenschutz ist unrealistische Träumerei
„Wir müssen den Träumereien der Tierschützer entgegentreten. Herdenschutz ist in Tirol unvorstellbar", so Hermann Gahr. Zäune im Berggebiet seien unrealistisch, ebenso würden Herdenschutzhunde nur neue Probleme mit Almbesuchern, Hundebesitzern oder Freizeitsportlern heraufbeschwören. Zudem sei all das nicht finanzierbar. „Bei unserer Topographie würde sich der Herdenschutz auf bis zu 550 Euro pro Nutztier belaufen", rechnet Michael Bacher vor. Die extrem kleinstrukturierten Betriebe mit durchschnittlich 30 Schafen könnten sich das nicht leisten.

Am Berg der Wolf, im Tal die Hitze
Schafbauer Thomas Wegscheider war einer der ersten, die ihre Tiere im Hochsommer von der Alm geholt haben, weil sie sie nicht dem Wolf ausliefern wollten. „Es bestehen von Haus aus schon viele Gefahren für die Züchter, wie beispielsweise Blitz- und Steinschläge im Almsommer, bei denen Schafe verenden. Ich möchte nicht auch noch erleben, dass unsere Schafe qualvoll gehetzt und gerissen werden." Eine gute Lösung war die Abfahrt für den Schafbauern nicht: „Den Schafen ist es im Sommer im Tal einfach zu warm, für sie ist es unerträglich im Stall." Werner Leitner, Bewirtschafter der Inzinger Alm, musste in diesem Almsommer mit einem Verlust von zwölf Schafen abfahren, ihm blieben nur drei lebendige Tiere.

Petitionen gegen die großen Beutegreifer im Berggebiet
Bisher brachte Hermann Gahr zwei Petitionen für ein wolffreies Berggebiet und den Schutz der Almwirtschaft ein.
Sein politisches Engagement gegen den Wolf will Hermann Gahr fortführen: „Sobald wir wieder eine tragfähige Regierung haben, möchte ich Folgendes geklärt haben: Ist der Wolf weniger, gleich viel oder sogar mehr wert als unsere Nutz- und Haustiere?" Ohne klares Wolfsmanagement scheint diese Frage bislang klar beantwortet.

Foto: Sorgen sich um die Zukunft der Almwirtschaft (v. l.): Werner Leitner, Bewirtschafter der Inzinger Alm, Michael Bacher, Obmann des Tiroler Schafzuchtverbandes, Schafzüchter Thomas Wegscheider und Nationalratsabgeordneter und Wolfsgegner Hermann Gahr.


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