Markus Rid: Selber aktiv werden statt schimpfen

Einer der bäuerlichen Kandidaten, die zur Nationalratswahl antreten, ist der 43-jährige Nebenerwerbsbauer Markus Rid aus Ehenbichl im Bezirk Reutte. Er ist im Wahlkreis Oberland an 4. Stelle und auf der Landesliste an 12. Stelle gereiht. Die Bauernzeitung führte mit ihm das folgende Gespräch.

05.09.2019



Markus Rid, wie bis Du zur Kandidatur für die Nationalratswahl gekommen?

RID: Unser Bezirksobmann Christian Angerer hat mich angerufen, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen könnte. Das war für mich komplett überraschend. Ich hab mich dann mit meiner Frau besprochen und nach kurzer Bedenkzeit zugesagt.
Der Ausgangspunkt, mich zu engagieren, war eigentlich der Tag der Abwahl von Sebastian Kurz. Unsere kleine Hannah ist da abends beim Bericht vor dem Fernseher gestanden und hat geklatscht. Da habe ich mich gefragt: Was hat das Kind für eine Zukunft? Auch meine Frau war der Ansicht, da müsste man jetzt etwas tun. Also nicht im Hintergrund schimpfen, sondern selber aktiv tätig werden.

Welche Schwerpunkte möchtest Du setzen?
RID: Was mich in der Agrarpolitik massiv stört, sind die Handelsabkommen. Auf der einen Seite wird von uns Bauern immer mehr an Vorschriften verlangt, auf der anderen Seite können die Produzenten in Übersee vergleichsweise tun, was sie wollen. Das wäre für unsere Bauern auf Dauer der Todesstoß.
Was mir noch wichtig ist, ist das Thema Regionalität. Da tut sich was, aber noch zu wenig. Jeder spricht von Regionalität, aber beim Einkauf schlägt das dann noch nicht so durch, da wird oft am falschen Platz gespart. Die regionalen Produkte gehören für mich noch besser organisiert. Dazu sollte es eine zentrale Anlaufstelle geben, damit nicht jeder seine eigene Suppe kocht. Gerade die Gastromomie und der Großhandel wollen einen fixen Ansprechpartner. Das kann ein einzelner Produzent nicht leisten. Man könnte das auf Bezirks- oder Landesebene ansiedeln, wobei für mich eigentlich ganz Österreich eine Region ist.

Wie siehst Du die Entwicklung der Landwirtschaft im Außerfern?
RID: Im Bezirk gibt es Gottseidank einige positive Entwicklungen, zum Beispiel die Schlachtstätte bei uns im Ort, neue Bauernladen oder die erfreuliche Tatsache, das Junge wieder in die Landwirtschaft einsteigen und auch offen sind für die Zusammenarbeit mit anderen Berufskollegen. Auch in der Kooperation mit dem Tourismus gibt es Chancen.
Der Wolf ist bei uns ebenfalls ein heißes Thema: Diskussion ist gut und recht, aber ich kann Zäune aufstellen oder Herdenschutzhunde einsetzen, so viele ich will, aber das funktioniert nicht. Kurz gesagt: Der Wolf hat bei uns keinen Platz.
Ein zunehmendes Problem ist bei uns die Verschmutzung der Felder durch Abfall und Hundekot. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass unsere Wiesen die Futtergrundlage für unsere Tiere sind. Darum stört mich an der Tierwohl-Diskussion, dass hier nur Handlungsbedarf bei den Bauern gesehen wird. Dabei sollte es auch der Bevölkerung und den Touristen ein Anliegen sein, dass wir weiterhin gesunde Lebensmittel aus der Region erzugen können. Da brauchen wir noch viel mehr Information und Bewusstseinsbildung!

Ist für Dich auch die Person Sebastian Kurz eine Motivation, Dich für die Wahl zu engagieren?
RID: Ja, Sebastian Kurz ist ein absolutes Ausnahmetalent. Er hat eine Austrahlung und er hat vor allem in der kurzen Zeit viel weitergebracht. Allein die Stimmung beim Sommergespräch mit ihm am Hof von Toni Steixner war schon gewaltig. Er hat ein Auftreten und ein Ansehen auch über Österreich hinaus. Daher auch mein Appell: Im Endeffekt zählt jede Stimme, darum am 29. September auch zur Wahl gehen oder die Möglichkeit der Wahlkarte nützen!

Zur Person
Markus Rid, Ehenbichl
geb. am 28. 10. 1975

Werdegang:
Volksschule, Hauptschule, Landw. Lehranstalt Imst (Facharbeiter), Lehre im Metallwerk Plansee als Werkzeugmaschineur, jetzt dort als CNC-Programmierer tätig.
Frau Birgit (gelernte Einzelhandelskauffrau im Sportbereich), Tochter Hannah (19 Monate)

Tätigkeiten in der Öffentlichkeit:
Jungbauernschaft (Obmann der Ortsgruppe), in der letzten Periode Gemeindevorstand, einige Zeit Obmann-Stv. der Agrargemeinschaft, Ortsbauernobmann von Ehenbichl, Gebietsbauernobmann, Vorstand der Bezirkslandwirtschaftskammer, Vorstand im Tiroler Almwirtschaftsverein, Feuerwehr

Betrieb:
13 Milchkühe (Braunvieh), Heumilch und Nachzucht, 23 Hektar Grünland

Hobbys:
Tochter Hannah, Skifahren, Holzarbeit


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