Almgeschichten – Folge 12: Diese Saison hat viel Kraft gekostet

Beim beliebten Ausflugsziel Seebenalm von Ehrwald wird der Besucherandrang immer größer.

05.09.2019




Schönheit ist ein Segen, auch für Almen – manchmal kann sie aber auch eine Belastung sein. Die Seebenalm mit dem Seebensee auf dem Gemeindegebiet von Ehrwald ist ein landschaftliches Juwel und die gemütliche Jausenstation auch wegen der nahegelegenen Coburger Hütte ein beliebtes Ausflugsziel und eine hoch frequentierte Anlaufstelle für Bergsteiger und Wanderer. Die Kunde von der paradiesischen Bergidylle hat sich herumgesprochen, offenbar in der ganzen Welt, denn „die ganze Welt kommt zu uns", wie Gerhard Wiggins, der nun schon seit zehn Jahren mit seiner Familie die Alm gepachtet hat, den Gästeansturm beschreibt. Der Besucherandrang wird von Jahr zu Jahr größer, die Gäste werden anspruchsvoller und das Vieh muss ja auch noch versorgt werden, das sind heuer 500 Schafe und 70 Stück Jungvieh. Kein Zweifel, das gibt für den Pächter, der gleichzeitig Hirte ist, einen Haufen Arbeit.

Rekordverdächtig lange Hutschaft
„I hon koa Zeit zum Redn", winkt Gerhard Wiggins deshalb ab, er kommt gerade von den Weiden und jetzt verlangt der Hüttenbetrieb volle Aufmerksamkeit, die ersten Gäste sind an diesem frühen Montagvormittag schon da und wollen ihre Bestellung aufgeben. Bald werden die Mittagsgäste nach Germ-, Speck-, Kaspressknödel oder Gulaschsuppe verlangen und sich dann am Apfelstrudel und den köstlichen hausgemachten Kuchen laben wollen. Zeit für einen Plausch bleibt für die Gastgeber da wirklich nicht viel, nicht einmal am frühen Morgen. Bereits um fünf Uhr früh ist Gerhard jeden Tag im Gelände unterwegs, um den Schafen das G´leck zu bringen und nach dem Jungvieh zu sehen. Da sich die Herden in unterschiedlichen, weit voneinander entfernten Bereichen aufhalten, ist er dazu die ganze Woche mehrere Stunden täglich auf den Beinen. Und das schon seit 1. April, denn die Hutschaft auf der Seebenalm dauert für die Hirten zumeist rekordverdächtige sieben Monate, bis Ende Oktober. Drei Monate pro Sommer kommt der Hütten-Gastbetrieb dazu. Der Tag dauert für die Almpächter mindestens bis 22 Uhr Abends, nachdem alles in Ordnung gebracht ist, fällt man müde ins Bett, Ruhetag gibt es keinen. Zurzeit müssen auch noch die Koppelzäune für die Schafschoad errichtet werden, damit die Schafe bei ihrer Heimfahrt Mitte September problemlos den rechtmäßigen Besitzern zugeführt werden können.
Kein Wunder, dass sich gegen Ende der Saison Erschöpfung breit macht. „Ich mach das jetzt vielleicht noch ein, zwei Jahre, dann läuft mein Vertrag aus, dann soll sich ein neuer Pächter um all das kümmern", sagt Gerhard Wiggins. Auch wegen der ständig verschärften, sehr strengen Kontrollen werde die Arbeit immer härter und komplexer. Dazu kommt noch, dass manche Gäste zwar die schöne Natur genießen, gleichzeitig aber wenig achtsam damit umgehen. „Es gibt welche, die hinterlassen hier auf der Hütte und in der Umgebung gedankenlos ihren Müll und man muss ihnen immer hinterherarbeiten, das ist nicht nur anstrengend, sondern auch ärgerlich, weil so ein Verhalten von Respektlosigkeit zeugt." Andererseits gibt es aber auch viele Gäste, die ein reges Interesse an der Almwirtschaft zeigen und sich bereitwillig erklären lassen, wie man sich auf einer Alm verhält, vor allem bei Begegnungen mit dem Vieh. Selbstverantwortung – und ohne diese geht es nicht – wird also durchaus auch übernommen.
Die Seebenalm liegt auf 1575 Meter im Mieminger Gebirge, südöstlich von Ehrwald. Der nördliche Teil gehört der Gemeindeguts-agrargemeinschaft Ehrwald-Oberdorf, die ihr Vieh aber auf die benachbarte Ehrwalder Alm auftreibt. Der südliche Teil der Alm hinter dem Seebensee gehört der Gemeindegutsagrargemeinschaft Seebenalpe/Mieming, genaugenommen den Untermiemingern, die auch die Weiderechte auf der gesamten Seebenalm besitzen. Substanzverwalter ist der Mieminger Vizebürgermeister Martin Kapeller, Obmann ist Benjamin Kranebitter. Für das kommende Jahr hat man bei der Seebenhütte einige Umbauten geplant, im Verlauf dieser Arbeiten möchte man auch Zimmer für Übernachtungen im oberen Stock ausbauen. Ob man Photovoltaikanlagen installieren kann, ist noch ungewiss, die Lawinen im Winter sprechen eher dagegen, vermutlich wird man auch weiterhin mit dem Dieselaggregat auskommen müssen.
Die Seebenalm ist eine reine Sommerhütte. Wenn die Schafe traditionell am dritten Sonntag im September von den Hochweiden zur Schafschoad kommen, geht die Saison bald auch für die Gastwirtschaft zu Ende. Dann kann der Pächter und Hirte aufatmen, sich von der kräftezehrenden Arbeit erholen und sich vielleicht im Frühjahr schon wieder mit neuem Elan auf die nächste Almsaison freuen.


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